„A Blind Arcade“: ALL THE LUCK IN THE WORLD veröffentlichen ihren Debüt-Nachfolger! (Album Review)

Veröffentlicht: Februar 21, 2018 in Neuerscheinungen
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Mit ihrem selbstbetiteltem Debüt galten All The Luck In The World 2014 als die Indie-Folk Sensation schlechthin: über 120.000 mal verkaufte sich ihre Single „Never“ , die sie selbst in einem Schlafzimmer aufgenommen hatten. Nachdem es mit ihrer Karriere so schnell von 0 auf 100 ging, zog sich das Trio aber zurück, statt sich direkt Hals über Kopf in die Arbeit zum neuen Album zu stürzen. Jetzt ist es aber endlich soweit und ihr Zweitling „A Blind Arcade“ erscheint. Eine Review.

Ganz ohne Druck begannen Neil Foot, Ben Connolly und Kelvin Barr, neue Songs zu schreiben. Dafür bauten sie einen verlassenen Holzschuppen in den Bergen ihres Heimatorts Wicklow im Osten Irlands zu einem Homestudio aus, das sie passenderweise „Haven“ tauften. Dort entstanden zahlreiche Songskizzen, die entweder auf persönlichen oder abstrakten Erfahrungen basieren: Ihre Soundvorstellung ist dabei eigenwillig und einzigartig, so samplen sie beispielsweise immer organische Sounds aus der Umgebung des „Haven“ . Hört man sich noch einmal den Song „Never“ (6.460.246 Plays bei Spotify) an, ist er wieder da – dieser Ohrwurm von vor vier Jahren, den man so schnell nicht mehr loswird; der Track, der der perfekte Soundtrack für die TV-Serie ‚One Tree Hill‘ hätte sein können, wäre diese nicht leider 2012 schon geendet.

Ein dumpfes Gefühl, das das Herz umringt – fast sogar umbringt, wenn man so will: Die Lieder von All The Luck In The World sind emotionale Geschichten, die Gänsehaut über den gesamten Körper bringen, wenn man mal kurz innehält, die Augen schließt und einfach lauscht (das sollte man ohnehin tun und Zeit mal Zeit sein lassen!); Lieder, die irgendwie auch Freude mit sich bringen, weil sie schöner nicht sein könnten – uff, erstmal durchatmen und den zahlreichen Klängen lauschen und sich gedanklich von dem Ort wegtreiben lassen, an dem man gerade ist – an einen Wunschort, an dem man Momente genießen kann, ohne an morgen zu denken. Wie schön sind diese Arrangements bitte?

A Blind Arcade“ sticht ganz klar durch den Gesang hervor, der von sanften Melodien begleitet wird – einfache Melodien, die in keinster Weise Mainstream sind und trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) nicht nur im Kopf bleiben, sondern wirklich erfüllen und jeden Titel zu einem powervollen Song machen, wie die Band mit „Golden October“ als erster Single auch schon Ende des letzten Jahres beweisen konnte. Auf ihrer zweiten Platte experimentieren All The Luck In The World noch ein bisschen mehr und lassen sich treiben – alles klingt so simpel, nahezu federleicht, und irgendwie doch total kompliziert strukturiert: A Blind Arcade“ wird so zu einer Symbiose aus Indie, Folk und Melancholie.

Schlichtweg ist es unmöglich, einen Favoriten zu benennen und doch fungiert „Landmarks“ als sensationeller Opener und macht unmittelbar die Intensität und Intimität klar, die auf „A Blind Arcade“ herrscht: Stärke tritt auf Fragilität und paart sich mit Träumereien und Wirklichkeit. Alles was es für diese unfassbar mitreißende Scheibe braucht, ist eine lyrische Finesse, herkömmliche Instrumente, eine markante Stimme und Hintergrundknistern, das die Kraft dieser herausragenden Platte noch einmal hervorhebt. Ach, ja: Und vielleicht spielt auch das Verlassen der Heimat und ein als Band geschlossener Umzug in das künstlerische Berlin eine tragende Rolle – aber nur vielleicht, denn alles andere ist höchstwahrscheinlich ausschlaggebender, um „A Blind Arcade“ zu dem zu machen, was es für uns ist: Ein Album, das wir schon jetzt auf unsere Jahresbestenliste ganz weit nach oben setzen – und sicher noch ganz, ganz oft hören werden, denn man muss auch mal glücklich traurig und sehnsüchtig sein dürfen, ohne den Zustand erklären zu müssen. Wir wünschen Euch All The Luck In The World!

A Blind Arcadevon All The Luck In The World | VÖ 23.02.2018 |
ANHÖREN // Download, CD, Vinyl und Spotify!
AUF TOUR // im April >> Tickets!

All The Luck In The World
kostenlose Release-Shows:

22.02. Berlin Baumhaus Bar
23.02. Hamburg raum
24.02. Rees Haldern Pop Bar

Fotocredits: Karsten Jahnke Konzertdirektion

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