Review: YVONNE CATTERFELD setzt mit „Guten Morgen Freiheit“ ein Statement und liefert feinsten Soul-Pop!

Veröffentlicht: März 7, 2017 in Neuerscheinungen
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Auf ihrem siebten Studioalbum „Guten Morgen Freiheit“ überrascht uns Yvonne Catterfeld nicht nur mit einem neuen urbanen Sound, sondern auch mit einer Riege namenhafter Gäste – es ist das erste Album, welches die Sängerin über ihr eigenes Label Veritable Records veröffentlicht. Eine Review.

Der Schritt in die Label-Unabhängigkeit ermöglichte es der studierten Musikerin, die seit 2003 fester Bestandteil der deutschen Entertainmentlandschaft ist, ihre musikalischen Vorstellungen bei der Album-Entstehung ohne Kompromisse umzusetzen – Yvonne Catterfelds Vielfältigkeit als Sängerin wird auf ihrem neuen Album deutlich unterstrichen, denn das Pop-Sternchen mit dem Bohlen-Hit „Für Dich“ existiert nicht mehr, vielmehr ist „Guten Morgen Freiheit“ das Werk einer Vollblutmusikerin, die zahlreiche Facetten zeigt.

Yvonne Catterfeld ist definitiv angekommen und gibt mit „Guten Morgen Freiheit“ Einblick in ihre tiefsten Gedanken. So herrscht auf dem als Titeltrack fungierenden Opener eine wirklich freie Stimmung, musikalisch teilweise an Namika erinnernd – der Song ist eine Hommage an die Freiheit: „Sonne rein und Alltag raus/ Guten Morgen Freiheit/ fühl Dich einfach wie zu Haus‘“ . Zwischenzeitlich könnte man fast meinen, die Sängerin sagt sich von ihrer Vergangenheit (GZSZ, Dieter Bohlen, Plattenfirmagefangene) los und fühlt sich auf ihrem eigenen Label Veritable Records endlich frei und zu Hause. Und wirklich ist es so: Man kennt Yvonne Catterfeld zwar, weil man den Namen einfach kennt, doch ihr siebtes Album klingt vom ersten Ton an wie ein Debüt, ein Neuanfang – die sympathische Sängerin ist erwachsen geworden und mit der Zeit gegangen, unabhängig, selbstständig und gereift, wahrscheinlich am meisten an ihren eigenen Erfahrungen. Mit geschärftem Blick, der sich auf das Wesentliche richtet, marschiert Yvonne Catterfeld nach vorn. Überraschend ist auch die Auswahl der Gäste, die auf den Features der Platte zu hören sind: Bengio, Chima, Teesy und MoTrip zusammen bilden sie einen Teil der Créme de la Créme der R&B-HipHop-Soul-Szene, die Einflüsse dieser Genres findet man auch auf  „Guten Morgen Freiheit“ .

Sozialkritisch darf es auch mal werden, das hat die 37-Jährige bereits mit „Irgendwas“ bewiesen, einem Song, der besser nicht in die Zeit passen könnte und poetisch die aktuelle Thematik aufgreift. Anders fragt die Erfurterin auf der Nummer „Besser werden“ danach, ob denn wirklich alles besser werden müsse, um gut zu sein. Berechtigte Frage, über dessen Antwort jeder einmal nachdenken sollte. Das Album jedoch glänzt genau damit – es wird von Track zu Track besser, fast wie in einem dramaturgischen Aufbau, in dem es langsam bis zum Höhepunkt geht und dann wieder fällt; die musikalischen Highlights sind mit Sicherheit „Tür und Angel“ (feat. Chima) und „Freisprengen , wobei jeder Titel ein Optimum für sich ist, sowohl auf der musikalischen als auch auf der textlichen Ebene. Insbesonders hervorgehoben werden müssen auf erzählender Ebene „Mehr Als Ihr Seht (Pt I)“ und „Mehr Als Ihr Seht (Pt II)“ (feat. MoTrip) – vor allem das MoTrip-Feature möchte man sofort in den Himmel loben und als „krass“ betiteln und auch das vermeintliche Interlude (oder die Pause zwischen I und II) „Nafatali“ gibt der Geschichte Spannung. Ist das Album doch eher uptempo, begegnet dem Hörer mit „Straßen aus Salz“ noch ein ruhiges Lied, das schon fast balladesk klingt – doch die wirkliche Herzensballade bildet das letzte Lied, „Pass gut auf Dich auf“ , ein Hoffnungsschimmer an Song, der noch einmal zurückblickt, vor allem aber mit einem gesunden Blick vorwärts. „Guten Morgen Freiheit“ .

Guten Morgen Freiheitvon Yvonne Catterfeld | VÖ 10.03.2017 |
ANHÖREN // Download, CD & Spotify!

Fotocredits: Christoph Köstlin
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