REVIEW: Max Giesinger | 02.10.2014 Köln, Die Werkstatt

Veröffentlicht: Oktober 8, 2014 in Live-Reviews
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Max Giesinger liveMax Giesinger legt zunächst den klassischen Musiker-Werdegang hin: Häufig musste seine Mutter ihn ermahnen, die Gitarre aus der Hand zu legen und sich den Hausaufgaben zu widmen. Es folgten diverse Bandprojekte, sowie zahlreiche Gigs in Jugendtreffs und kleineren Clubs. Bald darauf verschlägt es ihn nach Australien, wo er sich als Straßenmusiker über Wasser hält – nach einer Teilnahme bei „The Voice Of Germany“ (Top 4) bringt er nach einer kleinen Auszeit sein Debüt-Album „Laufen Lernen“ auf den Markt, supportet unter anderem Justin Nozuka und Glasperlenspiel, bevor es auf die eigene Tour geht, bei der wir in Köln dabei waren!


Köln-Konzerte scheinen für jeden Künstler irgendwie immer ein Highlight zu sein, denn hier kommen die Leute nicht nur in Maßen, sondern in Massen. Las man von anderen Konzerten der „Laufen Lernen„-Tour, dass sie teilweise nicht soo gut besucht waren, ist das in der Werkstatt in Köln anders, denn die Schlange ist schon beim Einlass relativ lang und die Location füllt sich mehr und mehr. Immerhin haben die Konzertbesucher auch einen Bonus: Am nächsten ist der Tag der Deutschen Einheit und die Meisten können ausschlafen – und erst recht Max Giesinger, denn der 26-Jährige wird noch in seinen Geburtstag reinfeiern.

Als Support-Act für die komplette Tour hat Max sich richtigerweise für die Band KUULT aus dem Ruhrgebiet entschieden, die in Köln ein halbes Heimspiel feiern, kommen sie doch KUULT liveaus dem nicht so weit entfernten Essen im schönen Ruhrgebiet. Chris, Phil und Christian haben sich vorgenommen, ihre EP zu präsentieren und starten pünktlich um 19:30 Uhr mit ihrem Song „Kartenhaus„, woran sich das Giesinger’sche Publikum hörbar erfreut – sofort fiebert der gut gefüllte Zuschauerraum mit, klatscht in die Hände und bewegt sich im Takt. Immer wieder gibt Sänger Chris mit Mimik und Gestik ein paar Mitmachaufforderungen, seine Animation wirkt und die Werkstatt steht auf KUULT, die im weiteren Abendverlauf noch ihre tollen Songs „Mein Paradies„, „Legendär“ oder ihren EP-TitelsongDas ist unsere Zeit“ mit guter Laune und viel Können präsentieren. Zwischenzeitlich hebt der Frontmann noch einmal hervor, dass Bassist Christian, genannt „Mausecrause„, nebenbei auch noch an den Reglern dreht und tritt, was für ihn eine großartige Kunst ist – und auch die Fans bejubeln das Talent, bis sie bei „Mein Leben lang“ einfach aufmerksam zuhören und eine kuultige Ballade genießen. Insgesamt kann man hervorheben, dass die Vorband wirklich ausgesprochen gut ankommt und Max mit seinen Helfern definitiv die richtige Entscheidung getroffen hat!

KUULT „Mein Leben lang“ live @ Werkstatt Köln:

Deshalb ein Tipp: Wer KUULT auch live sehen möchte (was wir wirklich empfehlen!), hat nicht nur am 25.10. bei ihrem ersten, eigenen Headliner-Gig in Düsseldorf die Chance, sondern auch während dem ersten Teil der Lauter Leben„-Tour von Alexander Knappe sowie Anfang 2015 auf ihrer kleinen „Das ist unsere Zeit„-ClubTour. Alle Termine und Infos gibt’s auf der www.kuult.eu – Homepage der Band.

Nachdem der Umbau erledigt war, schlich zunächst die Band und dann Max Giesinger auf die Bühne. Sofort legten sie mit dem recht ruhigen, aber dennoch poppigen Titel „Wie Helden“ los, um dann mit der Ermutigungsnummer „Du kannst das“ weiterzumachen. Songs, die auf dem Album irgendwie energiereicher und nicht so monoton klingen – jedoch kann die erste Single-Auskopplung „Irgendwas mit L“ diesen Gedanken schnell rausreißen, da es einfach schön zu sehen ist, wenn ein Künstler seine Fans animieren Max Giesinger livekann und diese den Live-Gig scheinbar wirklich richtig gut finden und voll dabei sind. „Vielleicht könnt ihr etwas dazu abdancen„, leitet Herr Giesinger den nächsten Song ein, der verspielterweise den Namen „Vielleicht“ trägt. Max versteht es, die Zuschauer zu erfreuen: „Nach Köln kommt man immer gerne! Das ist wirklich so, Hamburg und Köln sind so die Städte, wo die Leute immer am Start sind!„, merkt er freudig und wirklich aus dem Herzen sagend an.

Zum langsameren Lied „50 Jahre“ wird die Atmosphäre bereits durch das Licht ein wenig gedämmt, bevor dann auch die Emotionalität seitens der Bühne deutlich zu spüren ist. Mit vollem Gefühl wird dieses Lied präsentiert, sodass die Harmonie der Band untereinander und Max‘ Emotionen in die Werkstatt einmarschieren. Insgesamt ein perfektes Bild, weil alles in sich stimmig ist. Um die bedrückte Atmosphäre wieder aufzulockern, hat Max auch einen optimalen Plan: „Ich komm‘ mal runter zu euch und mach ’nen Temperaturcheck!“ – tatsächlich läuft der Sänger, nur mit Gitarre bepackt, in die linke Mitte des Konzertortes und stimmt seine aktuelle Single „Kalifornienabsolut akustisch an. Nach dem Intro geht es dann aber doch wieder zurück zu den Band-Buddies auf die Bühne, um mit ihnen die energetische Version des Songs zu spielen – die Fans sind voll dabei und es wird noch heißer, als Giesinger den Ohrwurm mit einer Lässigkeit präsentiert (die eine Hand am Mikro, die andere am „Ständer“).

Max Giesinger „Kalifornien“ offizielles Musikvideo:

Auch im weiteren Verlauf des Abends versteht die Hauptperson es, die Örtlichkeiten und deren menschlichen Besuch noch ein wenig mehr zum Kochen zu bringen: „Danke, dass ihr mir diese Platte ermöglicht habt„, sagt er, sein Debüt-Album in der Hand haltend, „Wer hat sie noch nicht, wer will sie haben?„, und zack, da fliegt eine „Laufen Lernen„-Scheibe in die Menge, was er mit einem lächelnden „Alle Augen noch da?“ humorvoll kommentiert. Seifenblasen werden verteilt, während er von Tourerlebnissen erzählt („einer schlägt sich den Zahn aus“ oder „der Bus bleibt liegen„), um eine schöne und ausgefallene Aktion einzuleiten: „Wir machen in jeder Stadt Fotos mit den Seifenblasen und das Beste wird dann gedruckt. Also, strengt euch an, Köln!“ – während Max „Bye Bye Standby“ zum Besten gibt, macht sich der Giesinger-Fotograf und Pianist Klaus Sahm auf den Weg, um den perfekten Shot der Seifenblasen-Szenerie zu ergattern.

Da man ja aufhören soll, wenn es am Schönsten ist, leitet er nach „Wenn alles verstummt“ und „Keiner, der sie weckt“ den letzten Song ein: „Ich bin ein Sommermensch, ich bin im Winter nur zu 50% da. Man ist richtig traurig, wenn die Tour vorbei ist – da sitzt man da und weiß gar nicht, was man machen soll!„, lächelt er, „Wir kommen dann zum letzten Song, aber vorher muss ich mich bedanken: Bei Kuult, super Jungs, kauft die EP, die ist klasse!, bei unserem Soundmann Jan, Tourmanager Florian („ohne dich wären wir gar nicht hier!“); übrigens, die neue CD kann man am Merch kaufen, ich signiere sie gleich auch noch gerne – Danke an Jens am Merch, Emser Pastillen … ihr dürft mich gerne auf Facebook liken, anstupsen … ich stupse dann zurück!“ – und dann startet mit „Für immer“ der letzte Song der regulären Setlist, bevor es zu den Zugaben geht.

Als erste Zugabe haben sich die Musiker etwas Besonderes ausgedacht: Nur mit Melodica, Gitarre, Mandoline und Schlagzeug in Form von Max‘ Gitarre, covern sie den erfolgreichen Hit „The A-Team“ von Ed Sheeran in ihrer völlig eigenen Version. Eine Version, die unglaublich gut ist und wirklich zeigt, was alle der Herren drauf haben. Nach einem berechtigten Applaus, gehen die Musiker wieder an ihre eigentlichen Instrumente, um mit „Mensch ohne Farbe“ und „Blutsbrüder“ den Abend abzuschließen: „Vielen, vielen Dank! Habt noch einen schönen Abend – es war grandios – Danke auch an die Werkstatt, dass wir hier sein durften!„, verabschiedet Max sich, sichtlich dankbar, mit seiner Band von der Bühne.

>> Hier geht’s zur Foto-Galerie KUULT / Max Giesinger, 02.10.2014 Köln.

 

 

(c) Konzertfotos: R. Bektas, C. Söhnchen

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