Hamburger FAYZEN geht mit seinem Spoken Word Track „Unschuldig“ unter die Haut – jetzt anschauen und teilen!

Veröffentlicht: Februar 6, 2017 in Musik
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fayzen02_carendetjeWir leben derzeit in verrückten und oftmals auch verstörenden Zeiten. Leider machen sich viele Menschen zu wenig Gedanken um zu viele Dinge und interessieren sich nur dafür, dass es ihnen in ihrem kleinen Mikrokosmos gut geht – nach ihnen die Sintflut. Zum Nachdenken regt derzeit Fayzen mit seinem Spoken Word Track „Unschuldig“ an – eine heftige Nummer, die unter die Haut geht und die besser heute als morgen geteilt werden sollte!

Zum Glück gibt es aber auch noch eine ganze Menge Leute, die Dinge und auch sich selbst infrage stellen, nicht die Augen verschließen und auch mal dahin gehen, wo es weh tut. Einer dieser Menschen ist der Hamburger Künstler Fayzen. Auf die Frage nach den Beweggründen, warum er im Alter von 15 Jahren anfing, Musik zu machen ist seine Antwort: „Ich wollte etwas Wahres machen. Und klar, die Welt verändern wollt’ ich schon auch.

Damals, Ende der 90er, geht das mit schnellem, klarem, gesellschaftskritischem Rap und selbstproduzierten Mixtapes, von denen der heute 32-Jährige 20.000 Stück in den Straßen seiner Hamburger Heimat verkauft. Einen Großteil der Einnahmen schenkt er seinen Eltern, als Dankeschön für eine unbeschwerte Kindheit, die sie ihm trotz Flucht aus dem Iran ermöglichten. Aber auch als Beweis: Schaut, euer Junge schafft das.

Durch Zufall lernt Fayzen einen Musikmanager des Major-Labels Universal kennen – und plötzlich fließen die Dinge wieder. Er bekommt einen Vertrag, 2013 erscheint sein Album „Meer“ . Den HipHop hört man dort immer noch heraus, aber die meisten Titel sind weicher, stiller, Singersongwriter-Pop ohne Worthülsen und Instant-Gute-Laune-Lyrics. Fayzen singt von der Sehnsucht nach Zuhause und der Kraft des Fernwehs, er gibt dem Kummer einen Namen und der Hoffnung einen Sound.

Nun hat Fayzen den emotionalen Spoken Word-Track „Unschuldig“ in Netz gestellt, der das Lebensgefühl vieler Menschen treffend auf den Punkt bringt und sich mit der Frage beschäftigt, ob es ein richtiges Leben im Falschen geben kann. Fayzen selbst sagt dazu:

Ich bin liebevoll und behütet aufgewachsen. Die Arme meiner Mutter waren das Paradies. Als ich irgendwann anfing, mir auszumalen, wie die Welt da draußen wohl aussehen könnte, war diese Vorstellung deshalb auch ein Best-Case-Szenario. Einfach, weil es die Fortsetzung des Universums meiner Eltern war.
Dann wurde ich älter. Und lernte, dass die Welt da draußen auch bedrohlich und gemein sein kann. Die Grausamkeiten, zu denen der Mensch fähig ist, übertrafen jedes Vorstellungsvermögen, das mein fantasievoller, kleiner Kopf damals hatte.
Der größte Schock jedoch war, als ich irgendwann realisierte, dass auch ich ein Teil dieser Grausamkeiten bin. Schon alleine weil ich in einem Staat lebe, der Ungerechtigkeiten wie Waffenexporte und Massentierhaltung betreibt.

Dafür habe ich mich immer geschämt. Und diese Scham hat mich lahmgelegt. Ich habe mich ohnmächtig geschämt, viele Jahre.
Aber ich werde mich nicht länger schämen. Das Leben ist gut. Da bin ich mir sicher. Der Mensch ist auch Leben und ein Leben kann ein anderes Leben ändern. Es leichter und schöner machen. Das werde ich tun. Mein Leben und anderes Leben schöner machen und zulassen, dass andere mein Leben schöner machen. Weil ich es verdiene. Weil wir es verdienen. Weil das Leben es verdient. Einfach so.
Ich schäme mich nicht mehr.“

Fotocredits: Caren Detje

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