Stefanie Heinzmann liveStefanie Heinzmann hat im letzten Jahr ihr viertes und wohl ehrlichstes Album „Chance of Rain“ veröffentlicht und übertrifft damit sämtliche Erwartungen. Der Erfolg dieses durch persönliche Höhen und Tiefen der Schweizer Künstlerin geprägten Albums, geht Hand in Hand mit zahlreichen Open-Airs, sowie Festival Terminen in Deutschland und der Schweiz. Aktuell begeistert die Entertainerin mit einer fabelhaften Live-Umsetzung – natürlich ist ihre Live-Band The Fonky Fonks wieder mit am Start. Hier gibt es unseren Konzertbericht sowie unsere Konzertfotos.

Der Tourauftakt in Bern (CH) sowie das Tourfinale in Stuttgart (DE) sind schon lange ausverkauft, die Zwischenstationen durften die Tourplakate auch mit einem ‚sold out‚ Banner bekleben – so auch das FZW in Dortmund, das kürzlich von den Lesern der Fachzeitschrift Musikexpress übrigens unter die besten Clubs (auf Platz 3 – nach dem Molotow in Hamburg und dem Berghain in Berlin) des Landes gewählt wurde. Chapeau, wir können hier nur unterschreiben.

Nach einem extremen Regenschauer waren die Konzertbesucher froh, endlich im Club angekommen zu sein. Schlange stehen bei Regen ist nunmal wirklich nicht so prickelnd, wobei Stefanie Heinzmann auch hierzu später noch weise Worte haben wird. Eröffnet wird der Abend zunächst um kurz nach 20 Uhr von Damian Lynn, ebenfalls aus der Schweiz; Luzern, um genau zu sein. Schlagkräftige Unterstützung bekommt Sänger Damian von Marcel an den Drums. Nach einer groovigen Nummer sucht Damian Lynn Damian Lynn liveden Kontakt zum Publikum, indem er erklärt, was da eigentlich so wunderbare Klänge erzeugt: „Ich habe eine Loop Station dabei. Viele von euch werden das kennen.“, erklärt der sympathische Schweizer und nimmt die persönliche Begrüßung „Haaallo Dortmund! Wie geht es euch?“ kurzerhand auf, um dann nach einigen Wiederholungen grinsend festzustellen: „Ich habe leider noch keinen Song, der ‚Hallo Dortmund‘ heißt“. Das macht dem beeindruckten Publikum nichts aus, denn sie feiern auch zu seiner nächsten Nummer „Between The Lines“ ordentlich ab. Automatisch muss man bei Damian Lynn natürlich an den Loop-Experten Ed Sheeran denken – nicht nur, weil die Melodien ähnlich klingen, sondern auch, weil Damians Bewegungen und Energie der des UK-Superstars gleicht. Immer wieder animiert Lynn die Gäste erfolgreich zum Mitsingen und Mitclappen und zieht die Fans nicht zuletzt durch seine sympathische Art in den Bann. Für seine gefühlvolle Ballade „Memories“ wünscht der Entertainer sich ein Lichtermeer – und ist vom Ergebnis sichtlich angetan: „Oh das sieht gut aus. Jetzt weiß ich, warum die anderen das alle immer machen!“ Mit der Nachricht, dass sein Album leider noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurde („aber ich hoffe bald“), ein bisschen Stimmungsmache für den Headliner („Wer freut sich auf die Stefanie Heinzmann?“) und seinem letzten Song „Go“, bei dem die Masse ihn tatkräftig unterstützt, verabschieden sich Damian Lynn und Drummer Marcel nach einem 30-minütigen Set und ernten noch einmal großen Applaus sowie begeisterte Stimmen im Publikum: „Der war ja wohl der Knaller!

Nach einer sehr kurzen Unterbrechung ist es bereits um 20:47 Uhr soweit: Die Band The Fonky Fonks kommt auf die Bühne und stellt sich an ihre Instrumente beziehungsweise die beiden Backgroundsängerinnen hinter die Mikrofone. Das Bühnensetup ist komplett und nach einem Intro betritt kurz danach auch Stefanie Heinzmann die Bühne und das Konzert beginnt mit der Single „On Fire“ sowie dem Track „What’s On Your Mind“, beides Songs aus dem aktuellen Erfolgsalbum „Chance Of Rain“. Die laute Nachfrage „Hallo Dortmund, seid ihr am Start?“ lässt schon vermuten, wie gut gelaunt und voll in ihrem Element Stefanie und ihre Jungs und Mädels mal wieder sind. Man hat sofort das Gefühl, dass diese funky Gang das Gefühl von schlechter Laune überhaupt nicht kennt und wird sofort mitgerissen, vergisst den strömenden Regen, von dem man vor einer Stunde noch genervt war, sofort. Immer wieder sucht die Sängerin Kontakt zu vereinzelten Fans, guckt sie intensiv an, es gibt richtigen Blickkontakt und sie winkt mal lächelnd oder zeigt ihren Daumen als Antwort auf einen hochgestreckten Daumen eines Herren ebenfalls in die Luft. Eines wird sofort Stefanie Heinzmann liveklar: Stefanie Heinzmann ist es wichtig, wie die Fans auf sie reagieren, sie möchte mit den Menschen in Kontakt treten, wenn auch nur durch einen kurzen Blickwechsel hier und da. Super sympathisch eben!

Beobachtet man die Band, die Backgroundsängerinnen und Stefanie in ihrem Element, wünscht man sich manchmal, man würde das Ganze in einem noch kleineren Rahmen erleben, zum Beispiel in einem Jazzkeller oder in einem Pub; das großartige Zusammenspiel würde noch eleganter wirken. Doch auch das FZW wirkt sehr schnell noch kleiner als es eigentlich ist, da der ehemalige Raab-Schützling immer wieder Kontakt sucht: „Es ist so schön, heute Abend hier bei euch zu sein! Ihr macht mich so glücklich! Ich darf das hier machen und mit dieser unglaublich tollen Band auf der Bühne stehen, das sind die Fonks. Wir haben auch ’ne großartige Band als Vorgruppe dabei, bitte nochmal einen riesen Applaus für Damian Lynn!“, freut sie sich und fährt fort: „Heute Abend habt ihr mir diesen Laden ausverkauft und ich liebe euch dafür! Danke Dortmund!“, ergänzt sie und erzählt weiter davon, dass sie schon einmal im FZW spielen durfte und wie glücklich es sie macht, dass sie endlich wieder auf Tour sein darf, da man auf Festivals ja mehr zu Uptempo-Sachen ‚gezwungen‘ ist. Mit der nächsten Nummer, dem Albumtiteltrack „Chanfe Of Rain“, betont sie, dass Regentage uns weiterbringen und das Leben schön machen, was für ein Grinsen im Publikum sorgt, waren doch vorhin noch alle vom Regen genervt. Aber so ist sie, sie sieht alles positiv und bleibt dabei trotzdem voll auf dem Boden: „Und überhaupt wünsche ich euch viel Spaß heute Abend!“, betont sie noch einmal.

Neben dem Funk/Soul ist Heinzmann vor allem auch für Reggae bekannt und beliebt, den sie mit dem Song „Roots To Grow“ einleitet: „So, ihr Lieben. Bis jetzt sind wir noch im Chillmodus. Im Laufe des Abends werdet ihr aber merken, dass ich ein Teamplayer bin. Ich brauch jetzt mal eure Reggaearme!“ – und die bekommt sie natürlich sofort im Takt schwingend nach oben gestreckt. Nach weiteren Songs aus dem Genre, „Like A Bullet“ oder „No One (Can Ever Change My Mind)“ gibt es einen kleinen Akustikpart, bei dem nur Christoph Siegenthaler, der FonkyFonk-Keyboarder, mit ihr vorne sitzen bleibt, in ihrem kleinen Universum, das auch hinter ihr aufgebaut wird: „Das ist einer meiner wichtigsten Songs, der ist für meine allerbeste Freundin. Mit ihr kann ich einen Ort schaffen und all die nervtötenden Dinge draußen lassen. Viel Spaß in unserem kleinen Universum!“, lächelt sie glücklich und die Fans kommen in den akustischen Genuss der wunderschönen Ballade „Little Universe“. Noch immer sitzend geht es dann mit Bassist Martin Ziaja neben Stefanie weiter, die sich manchmal, wenn es mal nicht so läuft, alles aus der Entfernung vorstellt und darüber den Song „Closer To The Sun“ geschrieben hat. Insgesamt wirkt das Publikum zwischendurch leider ein bisschen antriebslos, man hätte noch mehr Energie vermutet oder sich erhofft, denn Stefanie Heinzmann und die Fonky Fonks geben wirklich 100% und hätten es verdient, noch mehr zurückzubekommen. „Ich bin für heute durch mit den ruhigen Nummern. Dortmund, habt ihr Bock zu tanzen?“, fragt Stefanie und mit Erklingen von „Diggin‘Stefanie Heinzmann live In The Dirt“ geht endlich mal richtig Bewegung durch die gut gefüllten Reihen: Die Arme strömen in die Luft. „Das ist mein heimlicher Lieblingspart“, lächelt das glückliche ‚Mädchen mit Brille und Sommersprossen‘, wie sie sich zuvor selbst beschreib. Stefanie Heinzmann hat definitiv Bock zu tanzen, denn auch „Show Me The Way“ und „Waterfall“ sorgen für Stimmung. Zu „Waterfall“ gibt es auch noch eine Geschichte, die sie natürlich loswerden möchte, wie immer mit einem glücklichen Grinsen. Kurz gefasst: Seit Jahren schleppe ein Fan immer wieder ihren Freund mit, der nicht so aussähe, als würde er Stefanie Heinzmann hören. Damals habe er mit einem Miesepeter-Gesichter in der ersten Reihe gestanden – und der Clou ist: „Heute steht er wieder in der ersten Reihe – UND ER LÄCHELT!“, freut sie sich und klatscht mit ihrem Schlagzeuger Pat gekonnt ab.

Ich weiß, ich bedanke mich sehr oft – und ich meine es wirklich genau so“, möchte sie zum Ende hin klarstellen. Sie bedankt sich noch einmal und freut sich, dass ihre Eltern sie mit sehr viel Liebe erzogen haben und verdeutlicht, dass sie froh ist, wohin sie das Leben getragen hat und dass sie jetzt hier vor so vielen spielen darf. Nach einem unfassbaren „Uptown Funk“ (Mark Ronson) und „Jam“ (Michael Jackson) Cover-Medley ist es wohl nach einem Powerabend langsam an der Zeit, sich zu verabschieden. „Die Zeit ist viel zu schnell vorbei gegangen mit euch“, leitet sie das Ende ein, „Und wenn man einen Song hat, der ‚In The End‘ heißt, ist es auch der letzte“ Und so schließt sie mit ihrem Radio-Hit „In The End“ das Konzert ab, um eigentlich auf der Bühne zu bleiben, denn schließlich gibt es mit „My Man Is A Mean Man“, „Stranger In This World“ und „Thank You“ noch drei Zugaben abzuliefern. Thank You ist das Stichwort – das Publikum bedankt sich bei einer unfassbar normal gebliebenen Stefanie Heinzmann für eine fantastische Show und umgekehrt bedankt sich die Sängerin für eine nahezu ausverkaufte Tour und erntet dafür auch zum Abschluss viel Applaus. Stefanie Heinzmann bietet den perfekten Mix aus Soul, Funk und Reggae, mal laut und auch mal leise, aber immer mit einer ehrlichen guten Laune und viel Lebensweisheit zwischen den Songzeilen.

➨ Fotogalerie: Stefanie Heinzmann | Damian Lynn | 30.01.2016 Dortmund FZW.

 

Stefanie Heinzmann live

 

(c) Fotos: C. Söhnchen

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