|| IM DIALOG MIT … YUKNO & GIRLWOMAN

Veröffentlicht: Februar 8, 2022 in Interviews, Musik
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Wir lieben Yukno, wir lieben GIRLWOMAN. Zwei Projekte, die uns gerade in der Corona-Pandemie mit passender Schwere und Melancholie zur Seite standen. & jetzt gibts mit „Regen“ eine Kollabo. Ohrwurm-Alert! Ein Interview – mit Yukno und GIRLWOMAN.

Das Wiener Indie-Pop Duo Yukno veröffentlichte letzte Woche zusammen mit der Rave-Pop Band GIRLWOMAN den Song „Regen“ via Humming Records: Eine bereichernde musikalische Kollaboration, welche Tanzbarkeit und tiefgründige Texte fusioniert und ein melancholisches Popmanifest entstehen lässt – natürlich gibts den Track auch hier in unserer NEWPiCKS-Playlist (Release Radar)!

Regen“ zeigt nicht nur die einzelnen Qualitäten von Yukno und GIRLWOMAN welche sich übrigens erst nach Fertigstellung des Songs zum ersten Mal persönlich getroffen haben – er beweist auch viel mehr, wie bereichernd musikalische Kollaborationen sein können – wer weiß, was da in naher Zukunft noch kommen könnte…?

Nachdem wir zuvor diverse Songs von Yukno und GIRLWOMAN rauf und runter gehört haben, unser Herz in Party-Melancholie getränkt haben und völlig verliebt in diesen Synthindie-Sound (denn ja, es ist wirklich eine Symbiose!) sind, mussten wir beiden dieselben Fragen stellen. Vorhang auf für einen schönen Talk mit Yukno und GIRLWOMAN! ❤ ❤ !


IM DIALOG MIT… YUKNO & GIRLWOMAN

Stellt Euch doch bitte mal vor –
vielleicht sogar gegenseitig; das macht das Ganze doch noch spannender…

Yukno: Girlwoman sind Axana und Rasmus, die letztes Jahr das großartige Album “Das Große Ganze” veröffentlicht haben. Wer das noch nicht gehört hat, sollte das unbedingt nachholen. Aber die beiden machen nicht nur Musik: Axana macht die Artworks für Girlwoman und arbeitet an einer Graphic Novel. Rasmus animiert gerade einen Film, in dem ein Meerschweinchen mit Erdbeerrucksack seine südamerikanischen Wurzeln sucht. Außerdem kommen sie aus Bielefeld, wenn man das glauben will.
GIRLWOMAN: Yukno, das sind Georg und Niko.
 Die beiden sind Brüder.
 Georg hat Locken und Niko nicht.
 Als Kinder hatten sie Meerschweinchen und exzessive Kindergeburtstage, auf denen wir auch gerne gewesen wären.  Außerdem sind sie auf einem Berg zwischen Kühen in der Steiermark groß geworden. Jetzt leben sie aber in der Stadt Wien, worauf man schon ein bisschen neidisch sein kann. Zusammen sind sie ein super Team und schreiben die schönsten Lieder. Wir möchten sehr gerne nochmal mit ihnen Taxi fahren.

Und Euer Lieblingssong vom jeweils anderen – und warum?
Yukno: “Die Nacht” , weil man dazu perfekt und in schönster Solitude mit dem Bus durch das nächtliche Wien heimfahren kann. Wenn man dann aus dem Fenster blickt, hat alles Sinn.
GIRLWOMAN: „Das Leben ist so schön“ von ihrem Album „Im Stream der Zeit“
 . Eines der tollsten Musikvideos der Welt und ein Lied, das einen einfach davon trägt. Träumerisch in so dunklen Zeiten!
 War damals in den ersten Corona-Monaten ein Song, der uns Mut gemacht hat.

Immer ein Hauch Melancholie. Wieso macht Melancholie das Tanzen und Leben noch schöner?
Yukno: Wir wissen nicht, ob die Melancholie das Leben schöner macht. Aber man kommt eh nicht um sie herum. Von allen traurigen Emotionen ist sie dann doch die schönste. Tanzen hat ja auch etwas Eskapistisches und mit der Melancholie hat man dann den emotionalen Hebel, der den Weg für die Flucht – zumindest für die Dauer des Songs – bahnt.
GIRLWOMAN: Weil sie so ehrlich ist. Sie bringt eine sanfte Tiefe mit, in die wir uns fallen lassen dürfen, in der wir schwelgen können.
 Die großen Radio Stations wollen ja meistens happy music… zumindest haben sie uns oft zurückgemeldet: zu melancholisch. Aber was nur wenige verstehen: 
Du brauchst nicht unbedingt happy music für happy times.
 Melancholie zu teilen ist etwas total Kraftvolles, das sehr glücklich machen kann.


„Aber was nur wenige verstehen: 
Du brauchst nicht unbedingt happy music für happy times.
 Melancholie zu teilen ist etwas total Kraftvolles, das sehr glücklich machen kann.“
GIRLWOMAN


Wir haben Yukno schon immer mit einem happy-melanchlolic-dance im Sommerregen verbunden – die Kombi mit GIRLWOMAN jetzt ist der Wahnsinn: Und dann auch noch Regen als Titel. Wie kam die Kollabo zustande – seid Ihr Fans voneinander?
Yukno: Ja!
GIRLWOMAN: Erstmal danke für das Kompliment!
 Georg und Niko haben uns im Herbst 2021 gefragt, ob wir uns vorstellen könnten gemeinsam zu songwriten und wir waren super happy über die Anfrage! (Wir sind nämlich voll Fan! :-D)
 Die ersten Demos haben dann sofort geklickt und wir haben in den folgenden Wochen „Regen“ geschrieben. Alles natürlich digital :/ In Österreich war zu der Zeit ja auch wirklich alles zu. Naja, und dann haben wir uns im Januar bei Henne im Studio in Kreuzberg getroffen und den Track gemeinsam fertig gemacht.
 Das war ein so schöner Vibe dort und wir waren total froh, dass wir uns noch vor der Veröffentlichung in echt kennenlernen konnten. Ich glaube wir haben alle eine sehr ähnliche Weirdness. Deshalb funktioniert das so gut 😀



So krass, dass Ihr Euch erst nach Fertigstellung des Songs persönlich getroffen habt. Wie hat das funktioniert – wie war der virtuelle Vibe zwischen Euch? Ist der Song auch irgendwie zwischen WhatsApp, Zoom und Telefon entstanden?
Yukno: Als wir bei Spotify über GIRLWOMAN gestolpert sind, haben wir gleich gehört, dass hier ein Act Musik ähnlich versteht wie wir. Wenn sich die Vorstellungen von dem wo man hinwill decken, ist dann auch das Mittel der Kommunikation nicht so entscheidend. Der virtuelle Vibe war dementsprechend vollkommen entspannt. Es wurden die Bestandteile des Songs Schäuflein für Schäuflein zusammengetragen, ohne dass irgendetwas überarbeitet oder korrigiert worden wäre. Und so ist der Song zwischen DMs und Dropbox zu dem gewachsen, was er heute ist.
GIRLWOMAN: Ja, das ist im Moment die Realität. Alles läuft über Mail, WhatsApp, Zoom, Instagram usw. 
Das kann sehr Kräfte zehrend sein. Aber umso cooler, wenn man sich dann in Wirklichkeit trifft.
 Es hat so ein Für und Wider. Man ist zuhause – die ganze Situation ist irgendwie intimer, aber auch isolierter. Regen hat uns aber vor allem unfassbar berührt und inspiriert. Und er hat uns miteinander verbunden über all die Kilometer.

Was ist Euer Funke Euphorie in Zeiten der Konzertlosigkeit?
Yukno: Wir machen und veröffentlichen einfach gerne und immer schon Musik. Das ist für uns Euphorie in kleinen Dosen, die uns als Band gut durch die letzte Zeit gebracht hat. Aber umso mehr freuen wir uns jetzt auf die schon so lang verschobene Tour.
GIRLWOMAN: Malen, Musik schreiben & hören, Super-Mario-Kart auf 200 ballern


„Als wir bei Spotify über GIRLWOMAN gestolpert sind, haben wir gleich gehört, dass hier ein Act Musik ähnlich versteht wie wir.“
Yukno


Welche drei Songs dürfen in einer Melancho-Indie-Disco nicht fehlen?
Yukno: Feist – My Moon My Man (Boys Noize Remix)
Porches – Be Apart
MorMor – Heaven’s Only Wishful
GIRLWOMAN: Schwefelgelb – Zu Zweit
Isolation Berlin – Kreatur der Nacht
All diese Gewalt – Erfolgreiche Life
Oehl, Yukno – Brumm Brumm
AB Syndrom – Highspeed
Tristan Brusch – Am Rest
Düsseldorf Düsterboys – Oh, Mama
Sorry, es gibt zu viel Gutes!

A year from now. Was hättet Ihr als Künstler*in bis dahin gern erlebt? Darf auch uptopisch sein; ist ja immerhin Pandemie und wer weiß, was kommt.
Yukno: Albumtour gespielt!? It’s time. 😉
GIRLWOMAN: Dass ich endlich genug Geld mit der Musik verdiene, um meine Miete zu bezahlen. (KAUFT MEIN ALBUM!!!!!)

:-D


„Ich glaube wir haben alle eine sehr ähnliche Weirdness.
Deshalb funktioniert das so gut!“
GIRLWOMAN über den Vibe mit Yukno



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Fotocredits: NEUBAU Music

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