|| IM DIALOG MIT … STILL SANE

Veröffentlicht: Januar 27, 2022 in Interviews, Musik
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Mit „The Morning“ hat still sane einen weiteren Indie-Pop-Song mit Electro-Vibes. Wir stellen Euch das spannende Projekt still sane vor!  Ein Interview!

Auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf irgendwo in Baden-Württemberg aufgewachsen „gab es einfach nicht so viel was man tun konnte“ , erzählt Michel Stirner (aka still sane). Fasziniert vom gesamten Produktionsprozess beschäftigte er sich viel mit Producing und Recording, kaufte sich seinen ersten Synth auf eBay und begann damit Songs auf seinem Laptop aufzunehmen. Vor allem inspiriert von Künstlern wie Bon Iver, Ben Howard oder Sylvan Esso findet Michel Stirner seinen eigenen Stil zwischen akustischen und elektronischen Elementen und vereint diese in organischen, emotionalen Indie-Pop Songs – daraus entstanden ist „Not Yet“ und nun „The Morning“ :

The Morning“ ist ein Indie-Pop Song über das tiefe Gefühl einen Weg für sich zu finden, Ziele im Blick zu haben und der Erkenntnis, dass sich alles in einem Kreislauf befindet – und trotz des Fokus lässt dieses Lied uns unheimlich stark in eine Traumwelt abdriften:


IM DIALOG MIT… STILL SANE

Du hast früher schon Songs unter Deinem echten Namen veröffentlicht.
Wieso die Änderung zu einem Pseudonym? 

Früher war ich immer viel alleine unterwegs, habe als One-Man-Band Shows gespielt und ein paar Songs veröffentlicht. Jetzt hatte ich Lust auf Veränderung – mittlerweile habe ich ein paar tolle Menschen um mich rum, die mich begleiten bei all dem was ich mache. Da wollte ich nicht, dass nur mein Name drauf steht – so ist alles viel offener. Außerdem sind die neuen Songs bei Weitem das Professionellste, das ich bisher gemacht habe; vom Aufnahmeprozess bis hin zum Release, da hat sich ein neuer Name irgendwie richtig angefühlt. 

& wie kam der Künstlername zustande? Are you still sane – or is anyone in this world? 😉
Yes, irgendwie so. Ich mag es, dass man in den Namen viel rein interpretieren kann. Ich neige dazu, mir über alles viele Gedanken zu machen. Also so richtig viele. Manchmal nervt mich das, denn es führt oft dazu, dass ich mich nicht gut fühle. „still sane“ spielt damit – und kann viel bedeuten. Für mich ist es eine Erinnerung daran, dass es okay ist, zu denken und davon etwas zu fühlen.

Aber jetzt mal eben zu Dir – für alle die, die Dich vielleicht noch nicht kennen.
Ganz simpel gefragt: Wer bist Du?
Ich bin Michel und ich hab die Serie „FRIENDS“ schon bestimmt 5 mal durchgeschaut. Ach ja, wenn ich gerade nicht Friends schaue, mach ich Musik, produziere viel und beschäftige mich mit Synthesizern & Sounds. Ich mag eigentlch alles, was mit Kunst zu tun hat, bin fasziniert von Natur, Fotografie und Film. Und ich mag Regen lieber als nicht Regen.


„Ich neige dazu, mir über alles viele Gedanken zu machen.
Also so richtig viele.
Manchmal nervt mich das, denn es führt oft dazu, dass ich mich nicht gut fühle.“


Du produzierst noch immer in Deinem „bedroom studio“ in Stuttgart. Weißt Du noch, wann und wie Du darauf kamst, Musiker zu sein und Songs zu kreieren? 
Uh, ja! Ich kann mich noch an einen Moment erinnern: Ich war zusammen mit meinem Papa auf einem Konzert von Ed Sheeran. Nicht der heutige Weltstar, sondern die Tour nach dem ersten Album. Die Arena war trotzdem schon relativ groß und ich kann mich erinnern, wie ich an dem Abend raus gelaufen bin und gedacht habe: Das will ich auch machen! Mich hat es wahnsinnig fasziniert, wie eine Person einen so großen Raum mit so viel Emotion füllen kann. Am nächsten Tag hab ich angefangen Gitarre zu lernen und meine ersten Songs zu schreiben.



Damals hast Du Dir Deinen ersten Synth via eBay ersteigert. Hast Du das Teil noch und erinnerst Du Dich noch an die ersten Bausteine – gibt es die noch irgendwo? 
Aber klar! Das war ein OP-1 (für die Nerds) und ich hab damals abartig viel Zeit mit ihm verbracht. Ich hab auf meinem Laptop einen Ordner der heißt „Schnipsel“ – und da sind alle Song- und Produktionsideen drin, die ich gemacht hab seit ich anfing, Dinge aufzunehmen.

Welche Tracks oder Künstler*innen haben Dich dazu inspiriert, Electro-Bedroom-Indie im Songwriter-Stil zu schreiben?
Fancy Genre Beschreibung, find ich gut! 🙂 Eine der größten Inspirationen für mich war immer schon Bon Iver, wie er es schafft, Klangwelten zu erzeugen, ist für mich einfach das Krasseste! Ben Howard fasziniert mich auch schon seit Jahren, vor allem sein erstes Album begleitet mich schon lange. Seit ca. einem Jahr komm ich nicht mehr von Sylvan Esso weg. Wie deren Songs mit so wenigen Elementen auskommen und dabei so viel ausdrücken packt mich extrem!


„Wie deren Songs mit so wenigen Elementen auskommen
und dabei so viel ausdrücken packt mich extrem!“
[still sane über Sylvan Esso]


Du scheinst sehr kreativ zu sein und viel Output zu haben. Woher kommt der Input dafür – persönliche Erlebnisse, self-therapy?
Klar – alles, um das es in den Songs geht, ist eigentlich ziemlich persönlich. Ich schreibe viel über Dinge, die mich beschäftigen, das hilft mir sehr. Produktionsideen kommen viel durch rumspielen mit Sounds und Technik. Und ich versuche immer aufmerksam im Alltag zu sein. Einige Klänge in meinen Songs habe ich unterwegs mit meinem Handy aufgenommen und später irgendwo verwendet.

Es wird bei Dir viel Wert drauf gelegt, dass Dein Kreativteam aus Freund*innen besteht – ist das eine Vertrauenssache?
Total! Mit Freund*innen zusammen zu arbeiten macht einfach am meisten Spaß, da versteht einfach jede*r, um was es geht. Mein Traum wäre irgendwann mal mit einem kleinen Label zu arbeiten, das nur aus Freund*innen besteht – wo jeder einfach seinen Part macht und man zusammen an den unterschiedlichsten Projekten arbeitet.

Rund um einen Song ist bei still sane alles andere ebenfalls on point: Texte, Fotos, Videos, Social Media. Entsteht genau das daraus, dass Euer kleines Team wie eine family ist? Legst Du selbst beim Musikkonsum auch Wert auf das Drumherum?
Unser Ziel ist es immer, dass alles was man sieht dasselbe Gefühl auslöst wie wenn man die Songs hört. So entsteht ein Gesamtbild, das man genau so gestalten kann, wie man es sich vorstellt. Wenn ich Künstler verfolge, interessiert mich genau das, wenn alles aufeinander abgestimmt ist und mich abholt und woanders hin mitnimmt und alles am Ende irgendwie Sinn macht.


„Einige Klänge in meinen Songs habe ich unterwegs mit meinem Handy aufgenommen
und später irgendwo verwendet.“


«„The Morning“ ist ein Indie-Pop Song über das tiefe Gefühl einen Weg für sich zu finden, Ziele im Blick zu haben und der Erkenntnis, dass sich alles in einem Kreislauf befindet.» heißt es in der Pressemitteilung. Welchen Weg möchtest Du für still sane finden, welche Ziele hast Du im Blick?
In „The Morning“ geht’s darum, dass man sich oft sehr in Dinge reinsteigert. Ich hab oft das Gefühl, dass ich vielleicht nicht die richtigen Sachen mache, um dort hin zu kommen, wo ich gern wäre und fühle mich dann ziemlich verloren. Jedoch erkenne ich dann oft, dass so viele Dinge sich irgendwie in einem Kreislauf befinden, dass es nicht immer einen Anfang und ein Ende gibt, sondern dass auf dem Weg so viel passiert. Es lohnt sich, aufmerksam zu sein und den Weg zu genießen. Mit still sane hab ich einfach große Lust viel auszuprobieren. Es ist viel cooles Zeug geplant in den nächsten Monaten! Ein Ziel von mir ist auf jeden Fall nicht so viel zu zweifeln, und mehr von den Ideen umzusetzen die ich hab.

Und zum Schluss noch eine random Frage: Welchen Song hörst Du so oft wie nur möglich?
Zur Zeit? Eindeutig: „Bathroom Door“ von Byelian. So wie dieser Song hat mich schon lange nichts mehr gepackt, da passt einfach alles! Und ich hab durch das Video den Plan gefasst, bald mal nach Island zu reisen!




Fotocredits: superlifepromo

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