Eine EP, die wir kaum erwarten können, ist „Avatar“ von FIBEL: Mit „Odyssee“ verkürzen die Indie-FIBELs die Wartezeit und lassen uns so gut viben. Track of the Day, mindestens!

Im März feierten FIBEL den Release ihrer Single „Winter“ .  Nun veröffentlicht das Quartett aus Mannheim mit „Odyssee“ einen weiteren neuen Track und kündigt damit die EP „Avatar“ an, die am 30. Juli 2021 erscheinen wird!

Der treibende IndieRock Song nimmt in seinen Lyrics Motive aus dem gleichnamigen Epos auf, erzählt von den Sirenen und den Meeresungeheuern Skylla und Charybdis, nutzt diese klassischen Bilder aber für sehr persönliche Zeilen (die kompletten Lyrics findet Ihr unter dem Musikvideo):

„Du fühlst dich an wie eine Landschaft/
in der ich oft verloren war
/
[…]
Mir ist warm mit Dir
/
im Eis
/
[…]
Ich schau verliebt ins Fadenkreuz
/
Die Sirenen singen mich in Trance
/
[…]
„Ich fühl mich wohl
/
wohl bei dir
/
im Fadenkreuz, im Visier.“

Eine assoziative Sprache, die eine ganz eigenen Traumwelt zu entstammen scheint. So beschreibt die Band den Widerspruch, sich nach einer Reise zu sehnen und gleichzeitig nie ankommen zu wollen und zu können. Es bleibt ein musikalischen Raum für die ganz eigene, persönliche „Odyssee“ . FIBEL liefern mit diesem Track einen wahren Indie-Ohrwurm, der die Vibes nur so mitschwingen lässt – ein lyrischer Erguss, der eine Story hat und uns träumen lässt. Und irgendwie sind wir plötzlich mittendrin und können uns dieser Stimme nicht mehr entreißen – eben wie in Trance. Ein Song wie ein Gedicht, Sturm und Drang; ein Song, der in andere Welt entführt – trotzdem keine Fabel, aber 100% FIBEL. (Ok, wow.)



FIBEL sind Jonas Pentzek (Gesang, Keyboards) Dennis Borger (E-Gitarre), Lukas Brehm (Gesang, Bass) und Noah Fürbringer (Schlagzeug). Die vier lernen sich 2017 während ihres Studiums an der Popakademie Mannheim kennen. Sie fangen an gemeinsam Songs zu schreiben und veröffentlichen eine erste Live-Session. Ihre Musik führt rasch zu einem Aufmerken auch jenseits von Mannheim. Es folgen zwei eigene Touren quer durch die Republik, Auftritte auf Festivals wie dem Maifeld Derby, Watt En Schlick oder dem Fusion Festival. Ein gutes Jahr nach Bandgründung wird die Band für den New Music Award nominiert. Das alles mit nur einer EP im Gepäck namens „Kommissar“ . Das Online-Musikmagazin Diffus nimmt den Titeltrack 2018 in seine Songs des Jahres auf, schreibt von einem „waschechten Indie-Hit“ . Und auch Medien wie der Musikexpress oder der Bayrische Rundfunk finden warme Worte für die Band.

Frei im Raum, wie die Melodielinien der Instrumente, schweben meist melancholisch vorgetragene Lyrics die zwei Dinge vereinen: Sie sind einerseits sehr assoziativ, scheinen aus einer Traumwelt zu stammen. Sie meiden die aus dem Pop bekannten Satz- und Reimmuster. Gleichzeitig sind die Zeilen sehr konkret in seinen Gedankenwelten verankert. Jonas besitzt die Fähigkeit, einen Gedankenstrom so zu kanalisieren, dass er als Song funktioniert, dabei aber niemals seine Tiefe verliert.

„Ich mag das Wirre, das Verspulte. Ich möchte manchmal auch eine Spur zu weit ausholen dürfen. Denn so fühlen sich unsere Gedanken doch oft an.“

Es passt gut dazu, dass Jonas eine Vorliebe für die Filme von Gaspar Noé und Nicolas Refn besitzt – die Bilderwelten ähneln sich. Man könnte FIBEL in eine Schublade stecken und sie mit anderen deutschsprachigen Bands vergleichen. Aber um diese Schublade geschlossen zu bekommen, müsste man schon arg schieben und drücken. Eher kommen einem bei den druckvollen Post-Wave-Sounds die britischen Foals in den Sinn, vielleicht auch die Band Editors – und manchmal sogar Ian Curtis und Joy Divison. Das Schöne an der Band, die ihre Mannheimer Wurzeln mittlerweile zugunsten von Berlin aufgegeben hat, ist aber etwas, das einem bei so jungen Musikern selten begegnet: FIBEL haben sich in gerade mal drei Jahren eine ganz eigene Welt geschaffen. Und wir sind so gerne Teil davon!




Für Fans von …
Betterov, Neufundland,
Drangsal


Fotocredit: Lea Bräuer

 

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