Danger Dan hat mit „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ eine Platte gemacht, die zwischen den kritischen Zeilen vor allem aber auch wohltuend leicht ist. Eine Album Review.

Auf dem Album schwingt sich Danger Dan (Antilopen Gang) zum Randy Newman des Rap auf, obwohl es gar kein Rap-Album ist. Elf ergreifende Klavierballaden, die Comedian-Harmonists-Chöre mit Hannes Wader, Antifaschismus mit Liebesliedern und kluge Zeitgeist-Diagnostik mit gen Himmel schwebenden Streichern vereinen, die von der Musikerin Mine komponiert und arrangiert wurden.

Danger Dan ist ein Phänomen, kann man so sagen – wortgewandt und interessiert, wie er ist, gibt er sein Wissen in Form von Songtexten wieder; und die sind mal konstruktiv kritisch, mal ziemlich böse, mal ironisch und lustig und dauerhaft stark und in-your-face. Pengpeng, aber in soft. Dass das Ganze nicht in Rap-Attitüde gepackt ist, sondern von Klaviertönen begleitet wird, lässt die Lieder noch einmal intensiver wirken. Genau darin steckt schon die kleine Revolution von Rebell Danger Dan: Weit (weit weit weit!) weg von der Norm spielt der Komponist und Sänger hier vor allem konsequent nach seinen eigenen Regeln und sorgt dafür, dass seine Zuhörerschaft reflektiert, nachdenkt und vielleicht sogar philosophiert. Storytelling at its best – und wie wir es von Danger Dan gewohnt sind. Poetisch wird Danger Dan nicht, dafür müsste man zum Kollegen Dagobert fliehen – doch hier wird man von Realismus mit Rap-Phrases erschlagen (musikalisch meist ganz zärtlich, worttechnisch mit Karacho), jedoch eben in eindeutiger Liedermacher-Manier minimalistisch mit Piano und Streichern. Das Sprichwort „weniger ist mehr“ tritt hier klar in den Vordergrund und beschert Danger Dan eine eindrucksvolle Platte, die man zwischendurch hören kann und über die man später nachdenkt. Ehrliche Worte und ein Auseinandersetzen mit Dingen wirkten halt schon immer besser als Phrasen und Blabla.

Klug, politisch und intellektuell, voller Melodien. So kann man Danger Dans Zeitgeist-Beobachtung „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ beschreiben. Sturm und Drang der Neuzeit, ein junger Wilder, dieser Danger Dan. Viel mehr bleibt da auch gar nicht zu sagen, außer: Wir wussten nicht, dass wir es brauchen, aber da ist es – ein Klavieralbum von Danger Dan!


>> DAS IST ALLES VON DER KUNSTFREIHEIT GEDECKT von DANGER DAN hören!

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ANSPIELTIPPS FÜR DEN ERSTEN EINDRUCK
EINE GUTE NACHRICHT //
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Fotocredits: Jaro Suffner

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