Musiktipp: TRISTAN BRUSCH

Veröffentlicht: April 19, 2021 in Musik
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Eine Bestandsaufnahme der Gegenwart – „Zwei Wunder am Tag“ von Tristan Brusch ist geprägt von gewohnter Ehrlichkeitstristesse und Poesie. Unser Musiktipp!

Songwriter Tristan Brusch lädt dazu ein, sich in seiner vielschichtigen Welt zu verlieren: Der Wahl-Berliner spielt mehr als nur Gitarre, er singt, haucht, spuckt, macht unendlich Schönes wie Hässliches sichtbar. Geschont wird man wo anders. Zwei Wunder am Tag“ ist das erste betörend-schaurige Stück des neuen Albums, das im Herbst erscheinen soll. Es ist beunruhigende Gegenwartspoesie, ein Wake-Up-Call zum Träumen – und macht vor allem Hörer und Künstler zu Komplizen.



Zwei Wunder am Tag“ von Tristan Brusch ist ein Song über die Überforderung, über das Ansammeln, das Aufstauen. Erfahrungen, Eindrücke, Gefühle, Dinge, alles muss in uns hinein. Das Richtige wird schon dabei sein. Nur wer permanent aufnimmt, kann Erfüllung erreichen: Zwei Wunder am Tag sind längst nicht genug.

Mit der expliziten Wortneuschöpfung und einem Noise-Ausbruch in diesem nur aufs erste Hören geschmeidigen Gitarrenstück erzählt Tristan Brusch in knapp vier Minuten soviel vom Hier und Jetzt, wie es acht Regalmeter „Tagesschau“ nicht schaffen würden. Das Musikvideo zum Song zeigt verstörende Bilder, die den Mulholland Drive wie das Paradies auf Erden wirken lassen: Regisseur Maximilian Wiedenhofer zeigt verschnürte Körper, deformierte Fratzen und beunruhigende Stilleben.


Für Fans von …
Dagobert, Betterov, Mia Morgan


Fotocredit: Steffi Rettinger

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