Video & Song der Woche: MINE – UNFALL

Veröffentlicht: Januar 29, 2021 in Musik
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Mine veröffentlicht mit „Unfall“ einen starken Song mit einem fast noch stärkeren Video, das uns vor Augen führt, was schief läuft auf dieser Welt. Unser Musiktipp – und das erste beste Video des Jahres!

Was ist Freiheit? Wer beengt mich? Was ist Arbeit? Wer beschenkt mich? Wer hat stets genug für sich? Wer starrt hungrig auf den Tisch?“ Mit diesen Worten beginnt die neue Single von Mine. „Unfall“ kommt in viereinhalb aufwühlenden Minuten zu dem wenig schmeichelhaften Fazit: Die Welt ist ein Unfall. Wo soll ich anfangen? Die Welt brennt!Die Musik dazu bäumt sich auf, schmeichelt sich ein, wirft einen durch den Raum, um einen dann ganz behutsam auf tieftraurige Streicher zu betten. Unfall“ ist trotzdem eingängig, ergreifend und dabei: lyrisch ungemütlich, aber auf den Punkt.


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Mine feuerte ihre „Unfall“ -Zeilen ursprünglich bereits direkt in die Weihnachtszeit hinein, mit einer jener Aktionen, für die sie von ihren Fans so geschätzt wird: Auf der Website singminesong.de konnten Fans und befreundete Musiker*innen Noten und Text für „Unfall“ bekommen und eigene Versionen des Songs hochladen. Über 60 Interpretationen sind inzwischen auf der Website zu finden. Einige – wie die der Mannheimer Künstlerin Satarii oder von der Gießenerin Balu – sind dabei ähnlich stimmgewaltig und musikalisch nah an Mines jetzt erscheinendem Original. Viele gehen stilistisch in andere Richtungen und zeigen gerade damit die Qualität von Mines Songwriting. Denn „Unfall“ funktioniert in verschiedensten Sound-Gewändern: Hysterisch, apokalpytisch und verfremdet von Mali Kami, als futuristischer Indie-Pop von AB Syndrom, als dunkel-brodelnder Popsong von KLAN oder auch als straight rausgefeuerter One-Man-Punk von Ole.

„Ich bin sehr happy eine Zuhörerschaft genießen zu dürfen, die ich als sehr musikalisch einschätze. Ich bekomme fast täglich sehr nette Anfragen, ob ich mal die Noten für einen Song oder gar die Playbacks schicken könnte. Das hat mich zu der Idee inspiriert.“

Jetzt also erscheint Mines eigene Version. Und nicht nur in Musik und Text arbeitet sie mit Widersprüchen und gegenläufigen Motiven. Auch durch das jetzt erscheinende Video in Photoshop-Ästhetik zieht Mine dieses Motiv, um sich selbst und ihrer Zuhörer*innen zum Blick auf das große Ganze zu zwingen.

Das neue Album „HINÜBER“ erscheint am 30. April!

„2020 war natürlich wie gemacht dafür, ein wenig mehr nachzudenken, weil man viel Zeit mit sich selbst verbringen musste. ‘Unfall‘ fasst sehr gut zusammen, wie ich mich gefühlt habe, als ich das Album aufnahm. Es ist die richtige Zeit, um Revue passieren zu lassen, was im letzten Jahr los war und wie privilegiert wir trotz allem leben können, während anderswo – zum Beispiel an den EU-Grenzen – die Situation verheerend ist.“

Ein unfassbar starker Song, der am besten ultralaut gehört werden muss, um die Intonation aufsaugen und jedes Wort verstehen zu können. In absolut gängiger Melodie verpackt Mine leider noch immer viel zu selten angesprochene Themen, natürlich wie immer in Mine-Manier mit einer fantastischen Rhetorik, die es schafft, uns allen den Spiegel der Wahrheit in weniger als 5 Minuten vorzuhalten, ohne dabei mit dem obligatorischen Zeigefinger zu wedeln und verbessern zu wollen – vielmehr bekommt Mine es hin, zum Nachdenken anzuregen, das vielleicht wiederum zum Umdenken führt. „Unfall“ bewegt, „Unfall“ rührt, „Unfall“ weckt (hoffentlich) und „Unfall“ macht entschlossen (hoffentlich für länger), sich mit diesen Themen zu befassen und selbst zu verändern.

Wer Mine von ihren Live-Konzerten kennt, weiß, dass sie sehr gerne auch unangenehme Themen anspricht – wer nun das Video sieht, der weiß noch deutlicher: Man muss auch mal hinschauen und sich die Probleme der (Um-)Welt vor Augen führen, um dann in die unbequeme Wahrheit zu erkennen: „Die Welt ist ein Unfall. Wo soll ich anfangen? Die Welt brennt!“ Ergreifender, mitreißender und verletztender als „Unfall“ könnten ein Pop-Song und ein Musikvideo nicht sein. Gänsehaut und Kunst vereint! Schwere Kost, die sein muss. Und wir schauen und hören immer mehr, damit es nicht aufhört, zu schmerzen … nie wieder! In diesem Sinne: Tränen wegwischen, geweckt bleiben, fühlen, (um-)denken und machen. Wir alle. Dieser „Unfall“ ist immerhin das, worin wir leben.



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Fotocredit: Simon Hegenberg

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