Alle guten Dinge sind drei und so veröffentlicht MOLA mit „Psychogirl“ (VÖ 27.11.) nun ihre dritte EP innerhalb von vier Jahren und wir könnten euphorischer und glücklicher kaum sein. Unfassbar gut!
MOLA ist unser Musiktipp – die etwas andere Review.

MOLA hat „paar kleine Psychoschäden“ (und wie gut das ist, ey – welcome to our lives), wie sie selbst in ihrem Song „Antiheld“ rapsingt – und das war der erste von vielen Hammer-Tracks, die in diesem Jahr rauskamen und die Reise zur „Psychogirl“ -EP ebnete – direkt in die Vollen, von 0 auf 100. Das ist MOLA.

Mit einer Fuck-Everything-Attitüde, trotzig-rotzig und authentisch-selbstbewusst, spricht die Münchener Sängerin das an, was sie verletzt und bleibt dabei stets auf dem Boden, denn alles klingt so nachvollziehbar, unverzerrt, echt. Wer also eins auf den Deckel oder sein Selbstbewusstsein stärken will, sollte mit „Antiheld“ direkt einsteigen und sich mal ordentlich durchnehmen lassen. Denn: Das ist erst der Anfang. Wer sich jetzt noch traut, in die (eigenen) Emotionen einzutauchen, um am Schluss das Fundament zu festigen, der darf den Weg jetzt unbedacht gehen und sich mindfucken lassen. (Und mal so ganz am Rande erwähnt: „Antiheld“ ist einer der 2020er-Nummern, die wir unendlich oft gehört und immer wieder aufs Neue ins Unermessliche gefeiert und an Freund*innen geschickt haben – so WOW einfach. Ja, wir sind voll derbe MOLA-Fans, seit wir „GROSS“ 2017 zufällig auf Facebook [ja, da gabs mal was] entdeckt haben. Jetzt isses raus.)


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Superlative. Euphorie. Tanzherz. Irreslächelgesicht. Pureliebe. Glückglückglück. Frohvoninnen. Vibesvibesvibesss. Das sind ein paar der Dinge, die MOLA in uns auslöst. Fachlich kann man kaum was reviewen, wie denn auch? Meckern auf hohem Niveau, ist ja Blödsinn. Das wäre dann aber ohnehin nur: Fuck, wieso nur eine EP. Wir wollen mehr. Wo ist das Album? Und das … ach, was reden wir. Gerade startet „Licht“ (und damit immer mehr Euphorie) und wir hätten so heftig Bock, irgendwo im Lieblingsclub zu hängen, MOLA da vorne auf der Bühne, wir mit ’nem Bierchen in der Hand, die besten Menschen um uns herum und einfach ein bisschen rumraven, springen, Augen schließen, dancen, Arme in die Luft, Schluck Bier nachkippen, immer mehr Schweiß spüren, die Hitze durchdingt unseren Körper, die Perlen tropfen von der Stirn … „Licht, Licht, Licht, Licht, Licht“ … utz, bäm, peng, utzutzutzz, uff … und dieser Tagträumer-Moment im Teil-Lockdown brennt sich gerade so sehr ein, dass wir ihn quasi erleben und mit der Musik wie eine Rakete hochfliegen, schweben, stage-diven, WAHNSINN. Was war das eine Eskapade im Kopf. Escape adé, der Moment ist im Hier und Jetzt, so wichtig. Und ganz ehrlich: Wer braucht irgendeine Art von Drogen, wenn es Musik gibt, die Dich so high werden lässt? Und Du schwebst weiter, immer höher, Eskalation pur – mehr, mehr, mehr – so hoch, dass fallen sich wie fliegen anfühlen würde. Inhalieren. Kein Stopp. Du steckst mittendrin … „ich glaub, ich glaub an nichts“ … Wortrausch, Klangrausch, „ich will immer noch ’n Zug – zu viel ist nicht genug“ … RAUSCHINANDERENSPÄHREN. Chaos.

Neben all dem Impulsiven kann MOLA aber auch vor allem eins: Die ganz großen Pop-Hits schreiben, die Rio Reiser, Jan Plewka, Kim Frank, Annette Humpe, Udo Lindenberg und Ina Müller stark bejubeln, ja schon zelebrieren, würden, mit absoluter Sicherheit: „Alles Gelogen“ (feat. MAJAN) ist einer davon: Du hörst einfach nur zu, lauscht den Worten und fühlst Dich irgendwie gerade irre romantisch, irgendwie als hättest Du eine Party gefeiert und der Tag danach umhüllt Dich mit halben Erinnerungen – das deutsche Pendant zu Billie Eilishs „when the party’s over“ mit einem Hauch Provinz oder Tiemo Hauer, aber nein, das ist eben MAJAN und das ist eine sehr gute Entdeckung nebenbei. Ein – vor allem im Vergleich zum Chaos-Rest – schwerer Track, der sehr tief geht. Ein Ende, das kein Ende sein will und noch etwas Hoffnung mitschwingen lässt, obwohl die Melancholie automatisch überwiegt – bedrückt, schwermütig, fast schon trist – und das Herz mit Steinen beschwert wird.

Und wenn man es jetzt noch nicht zwischen den Zeilen lesen konnte, nochmal ganz klar formuliert: „Psychogirl“ von MOLA ist das, was Gegenwartspop ausmachen sollte – Inspiration aufsaugen, neu interpretieren, eine große Prise Eigenes, Ego-Attitude und Girlpowerrr dazu, ein paar große Teelöffel derben Fuck You Mood mit einem noch größeren Schuss Liebe verrühren, im Chaos schwimmen und tauchen gehen, mit Produzent Markus Sebastian Harbauer diverse Gerichte ausprobieren, Synthies, 80s, spährische Gitarren und Drums, bisschen Dancehall und Electro, TRAP und natürlich ’n ultra-gutes Feature angeln und zack – das Ergebnis ist ein 8-Gänge-Gourmetmenü mit Pommes (oder Weißwürstl) als Vorspeise. Ohne Dresscode. Einfach Du selbst sein. Gedankenlos drauf los. Perfekt unperfekt. Und immer schön Richtung Liebe. Eh klar. Die Seifenblase kann man sich im alltäglichgängigen Deutscheinheitspopsuppenmix holen, hier gibts Anti-Pop mit Stärke und Ästhetik!


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Fotocredit: Laila Bierling

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