Mitten in einer Pandemie Konzerte spielen, obwohl alle nur von „Corona“ reden – manche haben das Glück und bekommen die Chance, ihrem Beruf endlich wieder nachzugehen – so auch Joris, der ua. ein Picknick Konzert in Köln gegeben hat – wir waren dabei und zeigen Euch Fotos und erzählen ein bisschen was.

Hast du eigentlich nur die Musik im Kopf?“ Ja, hat er. Niemals ankommen. Das war schon immer Joris´ Lebensmotto. Neugierig bleiben. Offen. Sich ein kleines bisschen von dieser kindlichen Naivität bewahren. Joris ist bisher nicht angekommen. Im Gegenteil. 2020 geht seine Reise weiter. Joris wird zur festen Größe innerhalb der deutschsprachigen Popmusik. Mittlerweile hat er hunderte Konzerte auf der Uhr und nimmt die wichtigsten Festivals wie das Hurricane, Southside, Highfield, Open Flair und viele andere mit. Geblieben ist seine innere Zerrissenheit, das Nachdenkliche, Introvertierte und auf der anderen Seite der aus sich raus gehende Typ, der bei seinen Shows regelmäßig bis zur Erschöpfung die Musik und das Leben feiert – so auch in Köln beim Picknick Konzert am 30. August:

Regen, Gewitter, etwas kühler – alles war exakt so angekündigt, wie es eben nicht kam: Der Abend mit Joris fand einen wundervollen Einstieg, sämtliche Picknick-Decken und die Tribüne sind mit Menschen von Jung bis Alt belegt, die dem Konzertbeginn um 18:30 Uhr entgegenfiebern. Um die Zeit zu vertreiben, snackt man selbstmigebrachtes Zeug oder gönnt sich Jim Beam Ice Tea, der kostenlos verteilt wird – oder auch ein Kölsch oder Heineken, was vor Ort angeboten wird, vielleicht auch eine leckere Bratwurst dazu. Peng. Joris und seine Band kommen pünktlich auf die Bühne und schmettern direkt ein fast akustisches Brett hin, bilden eine Gemeinschaft und tragen ein Strahlen gen Publikum, was sie prompt erwidert bekommen. Man merkt schnell: Hier hat jeder Bock auf das letzte Picknick Konzert in Köln – ein Konzept, das wahrscheinlich nicht die große Kohle bringt, aber Menschen in schwierigen und unsicheren Pandemie-Zeiten sehr happy macht. (Übrigens: Es gibt noch 4 Picknick Konzerte in Münster: 18.09. Meute, 19.09. Mando Diao, 20.09. Helge Schneider, 20.09. Provinz – wir empfehlen einen Besuch sehr!)



Insgesamt ist Joris sichtbar dankbar, endlich wieder das machen zu dürfen, was er liebt und worin er aufgeht – und das mit der für ihn besten Band an seiner Seite: Bino Engelmann (Schlagzeug), Constantin ‚Conne‘ Krieg (Keyboard), Tobias Voges (Bass) und Wolfgang Morenz (Gitarre) stellt er abermals vor und bietet ihnen ausreichend Möglichkeiten, ihr Talent am jeweiligen Instrument unter Beweis zu stellen – zur Freude der Fans, die ordentlich mitgrooven. Joris hat aber auch eine schöne Band – schön im Sinne von wirklich hübsch (Boyband-Alarm!), aber vor allem auch im Sinne von sehr sympathisch wirkend. A propos Sympathie: Joris bedankt sich an dem Abend mehrfach ehrlich und unter viel Applaus, dass es auch in diesen Zeiten funktioniert, Konzerte zu spielen:

„Ich bin sehr froh drum, dass sich ’n paar Leute in der ganzen Republik so viele wundervolle Gedanken machen, so viele Städte und Gemeinden sich Gedanken machen, wie man auf vernünftige Art und Weise, ohne sich gegenseitig zu gefährden, zusammenkommen kann, schöne Abende verbringen kann – vielleicht sogar wieder ’n bisschen spüren kann, wie gut und wie wichtig das ist, dass wir alle zusammenkommen – egal wo wir herkommen. Ich wünsche uns allen einen ganz, ganz besonderen Abend – vielleicht einen Abend, auf den wir in 20 Jahren, alle Arm in Arm, zurückblicken und sagen werden: Das war eine verrückte Zeit, eine Zeit, die wir uns alle nicht zurück wünschen – aber an diesem Abend in Köln ist etwas ganz, ganz Besonderes passiert und wir haben uns einen kurzen Augenblick nicht ganz so allein gefühlt wie die restlichen Abende in dieser Zeit. Würde mich sehr freuen! Vielen lieben Dank, dass Ihr alle da seid!“

Vieles ging an diesem Abend nur im Kopf: Keine Pyrotechnik, kein Konfetti oder Derartiges – nur ein bisschen Buntlicht im Hintergrund. Das tat dem Ganzen aber nichts ab, denn Joris weiß sehr genau, wie man Stimmung auch ohne Technik auf ganz hoher Messlatte anbringen kann: Beim Track Song „Sommerregen“ gibt es einen gefühlt unendlich langen „Rave-Techno-Part“ , der unter freiem Himmel tausendfach so krass wirkt; die Menschen bewegen sich leicht und genießen die Freiheit, das minimale Tanzen und das Gefühl von Dankbarkeit, endlich wieder ein bisschen Kultur erleben zu dürfen – ob die Augen geschlossen sind oder der Blick Richtung Himmel wandert, alle fühlen dasselbe, das spürt man. Fühlen wird groß geschrieben, ob mit schnellen Beats oder vor allem zu Joris´ Hit „Glück Auf“ , der absolut perfekt in diese Zeit passt – nur Joris selbst und eine Grubenlampe auf seinem Piano sind zu sehen und das geht mitten ins Herz. Hachja. Der Akustik-Part ist nicht nur wunderschön, sondern hat auch einen Zweck: Da Joris nicht in Festivalsommer-Übung ist, gönnt er sich so eine kleine Verschnaufpause zwischen all der Bewegung. Zwischen all den Songs gibt es auch ein paar Stories – unter anderem, wie Joris im Frühjahr 2015 Aki Bosse beim ECHO getroffen hat, der seine Hand auf seine Schulter legte und sagte: „Weißt Du was, ich hab Deinen Song ‚Im Schneckenhaus‘ gehört und das ist ein unfassbar guter Song.“ Dieser Moment hat Joris damals sprachlos gemacht – und er erinnert sich mit kleinen Geschichten an die Anfänge. Natürlich gibt Joris auch seine Hits zum Besten – von „Herz über Kopf“ über „Signal“ bis hin zu „Nur die Musik“ , den er besonders einleitet:

„Tragt die richtige Message im Herzen. Und die Antwort auf alles ist sowieso nicht nur 42, sondern NUR DIE MUSIK, Ladies and Gentlemen.“

Ein rundum perfekter Abend, den Joris und seine Band, die Leute im Hintergrund sowie alle Beteiligten hier abliefern: Picknick Konzerte sind wahrhaftig die beste Idee seit Ewigkeiten. Für unseren Teil können wir sagen, dass wir am liebsten jeden Tag dort gesessen hätten, um endlich wieder Live-Musik erleben zu dürfen. Wahnsinn! 

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Danke an prime entertainment & Picknick Konzerte!

Bilder: Christin Söhnchen (Insta: @christbellchen)
Worte: Rebecca Bektas (Insta: @iwishilivedinberlin)

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