|| INTERVIEW + VERLOSUNG: PABST

Veröffentlicht: August 19, 2020 in Interviews, Verlosungen
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Mitte Juni haben PABST ihr zweites AlbumDeuce Ex Machina“ veröffentlicht. Kurz nach dem extremen Lockdown, mitten in der Corona-Krise. Wir sprachen mit PABST über ebendiese, Vergangenheit und Visionen. Ein Interview mit PABST!

Die Berliner Fuzz-Grunge-Rock Band PABST veröffentlichte mit „Deuce Ex Machina“ Mitte Juni ihr zweites Album – eine Platte, die die Gesellschaft mit Zukunftsmusik kritisiert und beschreibt, mit etwas (Selbst-)Ironie und vor allem mit Biss. Rock, Indie und Alternative – zurück in die 2000er und doch irgendwie genau im Jetzt. Und dabei immer zu 100% PABST!

In unserem Interview sprechen wir mit PABST über den Lockdown, die Corona-Krise, Deuce Ex Machina (natürlich!) und die Jungs haben sogar noch ein bisschen neuen Musik-Input für Eure Playlisten!

Kuscheltiere auf dem Pressefoto. Gruselig oder kultig – Eure eigenen von früher oder tatsächlich nur fürs Foto? Habt Ihr welche behalten?
Tore: Wir haben die alle von ebay Kleinanzeigen und lagern sie momentan auch noch alle im Proberaum. Ist das gruselig? Vielleicht schon. 
Erik: Frage mich manchmal was die dort machen wenn wir nicht da sind.
Tilman: Fun Fact: Wir haben alles in Berlin abgeklappert, wo Leute Kuscheltiere verschenkt haben. Bis auf den Riesenteddy waren die alle umsonst.

Wieso eigentlich ausgerechnet Ibuprofen? In dem Fall willkürlich oder sind das wirklich Eure bevorzugten Schmerztabletten?
Tore: Das sind unsere bevorzugten Tabletten wenn es um Schmerzlinderung geht. Wobei ich versuche so etwas so selten wie möglich zu nehmen. 
Erik: Auf Tour hat sich das als das Beste herausgestellt gegen den Kater, da sollte man auf jeden Fall tunlichst auf die anderen Optionen verzichten. 
Tilman: Wirken auf jeden Fall besser und zuverlässiger als Paracetamol, die ich in meiner Kindheit immer genommen habe.

Wie war der Prozess zu Deuce Ex Machina – welcher Song war zuerst fertig und wann war die Platte komplett? Hört Ihr Euch ein fertiges Werk dann nochmal gemeinsam an?
Tore: ich bin mir nicht sicher, aber Ibuprofen könnte der erste Song gewesen sein, den wir fertig hatten. 
Erik: Ich meine das war Skyline, den hab ich noch im Studio aufgenommen, den Rest der Songs dann etwas später bei Moses direkt. Aber so richtig fertig fertig waren die Songs ja lange nicht.
Tilman: Die Platte haben wir eigentlich in zwei Phasen aufgenommen. Wir waren zuerst Anfang 2019 mit Moses Schneider im Studio und haben in etwa die Hälfte der Songs eingespielt. Die andere Hälfte wurde erst Anfang diesen Jahres fertig. In der Zwischenzeit haben wir vor allem viel am Sound gefeilt und da hat uns Magnus Wichmann krass geholfen.

Die typische Frage nach dem Lieblingssong der neuen Platte mal anders gestellt: Welchen Song sollte man anspielen, um PABST erstmal kennenzulernen?
Tore: Eine schwierige Frage für mich. Ich sage mal Legal Tender 
Erik: Denke den würde ich auch wählen.
Tilman: Ich sag mal „Skyline“, da ist so einiges Pabst-typisches drin. Krachig, trotzdem melodiös und eine Prise Gesellschaftskritik. Vielleicht insgesamt aber etwas langsamer als der Durchschnitt.

Mega Cover übrigens. Wer war denn da so kreativ und was ist Euer Lieblings„sticker“?
Tore: Ein gemeinsamer Prozess mit Fabian Bremer, welcher sich auch für unsere anderen Alben bisher verantwortlich gezeichnet hat. Die Badewannen Figur ist schon toll. Ich habe zwar manchmal Probleme damit eine Waschung zu beginnen, aber wenn ich dann fertig bin, freue ich mich so wie die Figur. 
Erik: Jau, der Schwamm ist klasse. Ich meine, das ist ein Schwamm, der sich selbst wäscht! Man vergisst schnell, dass Schwämme das überhaupt tun.
Tilman: Ich finde auch all die personifizierten Figuren am besten, also der sich selbst waschende Schwamm, aber auch Schraubi das Schraubenmännchen vom „My Apocalypse“ Cover und natürlich das Tomatenmännchen von Ketchup Tracks.


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Was ist denn das beste Plattencover für Euch, das Euch sofort in den Sinn kommt? Ist die Aufmachung einer Platte für Euch generell essentiell oder eher Beiwerk?
Tore: ich kann mich erinnern, dass „ the satanic satanist” von Portugal. The Man recht detailliert war. Das hatte was. Es gibt halt die und die Extreme. Alben, welche musikalisch super sind, man sich dann aber beim anschauen der Platte denkt die müssen wohl ihre ganze Kreativität in die Musik gelegt haben. Das ist für mich aber doch zu vernachlässigen, wenn die Musik ansonsten überzeugt. Schlimmer ist es, wenn man ein super stylisches cover zu Hause stehen hat und man sich die Musik wirklich nicht gut reden kann. Natürlich top wenn beides zusammen kommt.
Erik: Puh, da gibt es zu viele, als dass mir jetzt alle einfallen. Aber ich mag es generell, wenn das Cover einen optisch auf eine falsche Fährte lockt. Das ist vor allem bei “härterer” Musik mega erfrischend. Ich denke da z.B. an “The Body – I Shall Die Here” wo das Cover und die Musik im ersten Moment nicht zusammenpassen, aber das dann doch total gut funktioniert, gerade weil es nicht so klischeemäßig ist. Ähnlich ist es bei “TODD – Big Ripper”. Designtechnisch finde ich auch die ganzen Cover vom Blue Note Label heftig.
Tilman: Wo Musik und Cover wirklich gut zusammenkommen, ist für mich „Merriweather Post Pavilion“ von Animal Collective. Da fand ich das Cover mit der optisch wabernden Illusion damals so geil, dass mir die Musik irgendwann einfach gefallen musste. Auch top: Die samtige Oberfläche vom Beach House Album „Depression Cherry“. Ansonsten ist es aber auch immer wieder lustig, wenn gute Alben schlechte Cover haben. Ich hab z. B. früher viel The Offspring gehört und dieses „Ignition“ Cover gehört eigentlich verboten…

Ihr habt Euren verlorenen Festivalsommer in einem Stream gespielt. 1 Stunde PABST Live-Feeling vorm Green Screen. Wie geil oder ernüchternd war diese Erfahrung? Erzählt mal ’n bisschen, wie es zu der Idee kam und wie die Umsetzung war.
Tilman: Insgesamt wollten wir auf irgendeine Art und Weise unser leider nicht stattfinden dürfendes Releasekonzert nachholen. Klar, macht man halt einen Stream aus dem Proberaum heutzutage – irgendwie ist uns dann aber im gemeinsamen Brainstorming zu lahm geworden und dann kam die Idee mit dem Green Screen. Außerdem hätten wir dieses Jahr knapp 30 Festivals oder so gespielt und das wollten wir dann miteinander verbinden. Die Situation in so einem großen Studio war eher einschüchternd als Konzert-like. Wir spielen dann doch lieber auf richtigen Bühnen als vor Kameras…
Erik: Ja das war schon etwas komplett anderes als tatsächlich auf einem Festival zu spielen. Das war komplett neu für uns, so etwas zu machen. In diesem großen Studio, es war extrem heiß und hell und überall standen Kameras und so. Dazu kam, dass wir selbst als wir es aufgenommen haben nicht wussten, wie es aussehen würde. Also niemand wusste das. Da kam so einiges zusammen, wodurch es wirklich tricky wurde. Aber, hey, die Idee ist nach wie vor super und wir haben ja auch einiges gelernt, haha.

Der Lockdown ist jetzt schon einige Zeit her. Wie seid Ihr anfangs mit der Lage im Land umgegangen und wie hat sich das Feeling bis jetzt verändert?
Tilman: Ich denke am Anfang war man aufgrund der neuen Situation noch ein bisschen getriggert dem auch kreativ zu entgegnen. Neue Sachen Kochen, mehr Gitarre spielen, mal was puzzlen… Zwischenzeitlich hat sich aber die Routine wieder eingeschlichen und jetzt ist ja in weiten Teilen schon wieder fast Normalzustand.
Erik: Total, bis auf diese kleine Sache mit den Konzerten. Also ein wenig unausgelastet bin ich gefühlt immer noch. Ich merke, dass ich ganz schnell pissig werde und so. Zu tun gibt es schon genug, aber das beschränkt sich eben größtenteils auf Rumsitzen und auf den Bildschirm Starren. Ich bin richtig froh, dass ich nen Hund hab, der jeden Tag durch den Wald gescheucht werden will.


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Viele haben den Release ihrer Platte verschoben, weil es ihnen durch Corona zu unsicher war. Hat man Euch dazu auch geraten – und wieso habt Ihr die Platte doch jetzt veröffentlicht?
Tore: Wir hatten das eigentlich nur ganz kurz angesprochen, den release zu verschieben und dann doch schnell gemerkt, dass es für uns eigentlich nicht in Frage kommt und wir das album auf jeden Fall veröffentlichen wollen.  
Erik: Ja, gerade weil so viele größere Künstler*innen verschieben, hat man als kleinere Band gefühlt ein wenig mehr Raum. Doof ist halt auch für uns, dass wir die Platte nicht Touren können. 

Großstädte, Betonklötze, Baukräne – „Skyline“ . Was war die Inspiration zu dem Track? Tatsächlich Berlin? Habt Ihr zu der Stadt so eine Hassliebe – was hasst, was liebt Ihr an Berlin? Und welche Stadt liebt/hasst Ihr vielleicht noch mehr?
Tore: Im Moment nervt mich Berlin schon sehr. Das liegt auch daran, dass ich gerade in Mitte wohne. Eine unangenehme Gegend mit unangenehmen Menschen. Schnell weg da. Mhmm an Berlin liebe ich dass ich hier Menschen finde die ich im Dorf evtl nicht so leicht finden würde und mit denen man gemeinsam etwas teilt. Hassen tu ich momentan aber trotzdem zu viel, sorry. München ist auch noch scheisse. 
Tilman: Prinzipiell ist Berlin natürlich nicht schlecht und gibt einem einfach tausende Möglichkeiten, sonst würden wir hier sicherlich nicht wohnen. Allerdings suckt es natürlich, wenn einem und der Stadt selbst nach und nach alle Möglichkeiten weggenommen werden. Das ist in den letzten Jahren in so vielen Städten geschehen und da wünscht man sich, dass man diese Entwicklung hier vielleicht zumindest noch etwas blockieren kann.

2020 hat schon einige starke Tracks und Alben rausgehauen. Was sind so Eure Top 5 bislang?

  • Tore:
    • Idles – Grounds
    • The Weeknd – in your eyes
    • Rina Sawayama – comme des garcons (like the boys)
  • Erik (Reihenfolge beliebig):
    • Idles – Grounds
    • The Garden – Hit Eject
    • Arca – Rip the Slit
    • Phoebe Bridgers – Kyoto
    • Rina Sawayama – STFU
  • Tilman:
    • Deeper – Lake Song
    • Alex The Astronaut – I Think You‘re Great
    • Andreya Casablanca – Talk About It
    • Happyness – Vegetable
    • Odd Couple – 10 Bier Bitte

Hat sich Euer generelles Konsumverhalten durch den Lockdown verändert – Serien suchten, Musik hören, lesen, online shoppen – was ist Euer Alltag und habt Ihr Empfehlungen für Serien oder Filme?
Tore: Ich lese mehr. Mein Alltag sieht so aus das ich aufstehe etwas esse, vielleicht etwas lese, dann etwas arbeite dann wieder etwas esse. Dann spiele ich vielleicht ein bisschen Schlagzeug. Meistens esse ich danach nochmal etwas. Dann lege ich mich ins Bett. Vielleicht lese ich noch etwas. Momentan schaue „ Im Zeichen des Verbrechens”, eine deutsche Krimiserie, die ausnahmsweise mal wieder etwas stilvoller ist, dafür dass sie relativ neu ist…. und deutsch. 
Erik: Ich hab gemerkt, dass ich überhaupt nichts mehr empfinde, wenn ich mich mal dazu aufraffe “shoppen” zu gehen. Ich gehe nirgends mehr rein, vielleicht hab ich mir das einfach abgewöhnt. Auch sonst hat sich viel vom Real-life auf den Laptop verlagert bei mir. Ich hatte eigentlich die gesamte Zeit über bisher immer etwas zu tun, nur halt eben eher online. Was Lesen und Schauen angeht bin ich tatsächlich gerade eher davon angetrieben, mich selbst in Punkto “-ismen” weiterzubilden. Also z.B. “Alice Hasters – Was weiße Menschen…”, “Tupoka Ogette – Exit Racism”, oder Ähnliche. Ich schaue auch gerade viel aus der Youtube Philosophy-/Left-bubble. 
Tilman: Ich glaub durch den Lockdown hat sich bei mir nicht viel verändert im Konsumverhalten. Beste Serie weiterhin: „Zu Tisch…“ von Arte.


& wer jetzt noch nicht genug PABST erlebt hat,
bekommt hier einen virtuellen Festivalsommer, et voilá:


VERLOSUNG
Gewinnt 3x 1 CD:
PABST – „Deuce Ex Machina

Mailt uns einfach bis zum 30.08.2020, 23:59 Uhr unter dem Betreff “PABST CD” an win(at)the-pick.de und gebt bitte Eure vollständige Anschrift für den CD-Versand an. Unvollständige Mails und Mehrfacheinsendungen können wir leider nicht berücksichtigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

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Fotocredit (Titelbild): Max Hartmann
Fotocredit (Bild im Text): Constantin Timm

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