PRADA MEINHOFF zeigen mit ihrem s/t Debüt-Album, dass Pop auch Punk sein darf! (Album Review, Verlosung)

Veröffentlicht: April 3, 2018 in Neuerscheinungen, Verlosungen
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Elektrische Chansons, Punk-Attitüde, noch Drama, Schnaps-Schorle, Synapsen in Flammen. Prada Meinhoff aus Berlin stellen nicht nur Tanzflächen auf den Kopf, sondern veredeln mit ihrem gleichnamigen DebütAlbum ab Freitag auch die langweilige Musiklandschaft – eine Liebeserklärung in Form einer Rezension.

Hinter dem attraktionsbeladenen Erstkontakt verbirgt sich bei Prada Meinhoff ein Act, der es bei allem Feuerwerk nie nötig hat, sich mühsam interessant zu machen – sondern der tatsächlich genau das einlöst, wofür Pop einfach viel zu selten steht: Ekstase, Phantasie und Abriss. Mund auf, Augen zu! Und genau so findet der Hörer den Weg ins Debüt. Bitte einmal zurücklehnen und sicherheitshalber doch anschnallen – wobei: die Sicherheitsgurte werden mit der steigenden Euphorie wahrscheinlich ziemlich schnell superheldenmäßig zerrissen und zerfetzt, wie es sich bei Prada Meinhoff gehört. Zwischen dem Hau-drauf-Electro-Punk-Pop gibt es immer wieder seichte Momente, die zur kurzen Besinnung einladen, bevor es dann doch wie mit einer Rakete immer getreu des Mottos „schneller, weiter, mehr“ nach oben geht. Jetzt aber mal langsam: Wer Prada Meinhoff noch nicht kannte, hat bislang ganz schön ordentlich was verpasst und dem sei genau jetzt die Chance gegeben, das noch rechtzeitig aufzuholen.

Prada Meinhoff laden auf ihrem s/t Debüt zu einer Reise ein, die es in sich hat – Luft anhalten und eintauchen ist angesagt, bis auf die seltenen Erholungsphasen á la „Schluss“ oder „Eisbär“ , die trotz der ruhigeren Töne unglaublich in die Tiefe gehen und den Hörer in eine andere Welt entführen. Letzterer ist übrigens ein Cover der New-Wave-Postpunk-Band Grauzone; wenn man genau hinhört, ist dieser Eisbär“ vielmehr eine unfassbar gelungene Hommage, die dem Song ein völlig neues Gewand gibt – Prada Meinhoff wissen offensichtlich genau, wie sie auch fremde Songs zu ihren eigenen machen können (haben sie doch auch Kraftwerks Model schon gepradameinhofft), denn diese Version ist ein emotionales Wirrwarr der Gefühle: René Riewer umwirbelt Christin Nichols‘ hier sehr intime Stimme mit seinem Bass und den Synthesizererzeugnissen und so entsteht die perfekte Symbiose, der man am liebsten non-stop lauschen möchte. Unglaublich, unglaublich! Diesem Vibe bleibt das Duo auch auf dem unmittelbar darauffolgenden Song „Komplizen“ treu, der beim intensiven Lauschen tiefe Gefühle weckt – lyrische Finesse wurde nie schöner eingepackt. Gänsehaut! Und die bekommt man auch bei „Express“ und „Dilemma“ , die irgendwie klingen, als hätten sie den Weg für „Komplizen“ geebnet. Ein Album, das kein Konzeptalbum im klassischen Sinne ist und doch irgendwie einen roten Faden hat und mit seinen Geschichten und Beats aufwühlt.

Die vorpreschenderen Tracks sind eindeutig „Maske“, der Opener „Brand“ , der heimliche Hit „Gold“ und „Cocktail“ (noch so ein Hit! wird die nächste Single!). Hier beweisen Prada Meinhoff, dass Pop nicht immer ‚lame‘ sein muss, sondern mit Electro-Punk kombiniert sogar ziemlich fantastisch klingen kann, weil er dann nicht mehr aalglatt ist – und vor allem haben wir hier kein Blabla, sondern teilweise echte Poesie. Würde das Radio sich mal was trauen, hätte dieses Duo einen enormen Airplay. Verdient? Sowieso! Denn die Songs sitzen. Was auch zu den erwähnenswerten und wichtigen Highlights dieser vielfältigen Scheibe gehört, sind die Titel „Krieg“ (Hallo Bert Brecht!) und „Sieben“ (was für ein Brett!) – die Songs schreien insgeheim danach, live erlebt zu werden; kein Wunder, dass Prada Meinhoff bereits vor Größen wie Peaches, Fischer-Z und DAF gespielt haben und auch Bands wie Milliarden, The Garden oder MiA. (ab 05.04.) auf ihrer Tour begleiten durften. Wer übrigens die gesamte Platte hören möchte, kann dies beim Album Release Konzert am 18.04. in Berlin – mit krassen Special Guests: Frank Spilker (Die Sterne), Juse Ju, Ben (Milliarden), Nisse, Sind, Caro Korneli.

Wer denkt, dass Prada Meinhoff mit ihrem Debüt ‚einfach nur‘ 11 Songs in die Welt hinauswerfen, hat sich getäuscht, denn erstens versteckt sich exklusiv auf der CD beim Ausspielen noch eine Überraschung und zudem sind die einzelnen Lieder so intensiv (und lang!), dass diese Platte alles andere als kurzweilig ist. Ein einzelnes Highlight hevorzuheben, ist schwierig und höchstwahrscheinlich sogar unmachbar, sind Geschmäcker doch absolut verschieden – aber zum Glück befriedigen Riewer und Nichols hier jegliche Art. Chapeau, Prada Meinhoff sind im Haus und mischen ordentlich auf. Es wirkt so, als hätten sie sich niemals gesucht und zufällig gefunden; nur, um gegenseitig das Beste aus sich herauszuholen und das Unmögliche möglich zu machen – der deutschen Popmusik die volle Portion Charme (und Electro-Punk-Rock) zu geben. & weil die Band irgendwie extravagant ist, gibt es hier Release-Grüße von DJane Pilocka Krach, Pierre M. Krause, Nico Suave und Fischer-Z. Und natürlich eine pinke Vinyl. Geil!

Prada Meinhoffvon Prada Meinhoff | VÖ 06.04.2018 |
ANHÖREN // Download, CD, Vinyl und Spotify!
AUF TOUR // im April mit MiA. >> Tickets!

VERLOSUNG
Gewinnt je 1x 1 CD oder Vinyl:
Prada Meinhoff – „Prada Meinhoff

Mailt uns einfach bis zum 15.04.2018, 23:59 Uhr unter dem Betreff “Prada Meinhoff CD” oder “Prada Meinhoff Vinyl” an win(at)the-pick.de und gebt bitte Eure vollständige Anschrift an und schreibt uns doch bitte, warum ‚Prada Meinhoff‘ von Prada Meinhoff nicht in Eurer Sammlung fehlen darf. Unvollständige Mails und Mehrfacheinsendungen können wir leider nicht berücksichtigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Fotocredits: Christoph Neumann

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