Review: LEON FRANCIS FARROW lassen mit ihrem neuem Album “King Future“ die 60s wieder auferstehen!

Veröffentlicht: August 8, 2017 in Neuerscheinungen
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Mitten im vermeintlichen Sommerloch veröffentlicht da eine Band ihr neues Album, der man den Spaß am Musikmachen durchweg anhört: Leon Francis Farrow aus Berlin. Ganz bewusst lehnt es sich an Vorbilder aus den 60ern an – was „King Future“ allerdings von anderen Bands der Retro-Welle absetzt, ist, dass es sich nicht hinter der selbstverständlich schon im Titel mitschwingenden Ironie versteckt, sondern ganz offen Verletzlichkeit und Unsicherheit zugibt. Eine Rezension.

Bereits ihr Vorgänger konnte gute Kritiken abstauben und wurde von Musikliebhabern gefeiert: Endlich ist da wieder eine Band, die ihre Idole besingt und den 60s-Charme komplett aufleben lässt, sodass man sich direkt mit „I Don’t Want This Anymore“ wie in einer Zeitreise fühlt, die gerade beginnt. Wie ein Film klingen die Songs, ähneln sie doch einem Soundtrack vergangener Jahre und könnten von den 60s in die 80s wandern und wieder zurück – wild umher, denn wild ist diese Platte ohnehin durch und durch. So spielen sie mit Worten und Gedanken und besingen in „Liverpool Deceased“ John Lennon und George Harrison. Hätte die Netflix-Serie „Stranger Things“ nicht schon einen wahnsinnig grandiosen Soundtrack von S U R V I V E, würden einige dieser Songs des viel zu ungehypten Berliner Quartetts Leon Francis Farrow dort ihren völlig berechtigen Platz finden – und wenn nicht dort, dann vielleicht bei der abgesetzten Vampir-Serie „True Blood“ , die oftmals in der Vergangenheit spielt.

Indie und Alternative sind hier zwar Oberbegriffe, doch glänzen die Vier hier auch mit Americana („For The Common“), Rock („Plaything“ ) oder Folk-Balladen („Heavy Roller“), ohne auch nur bei einem Genre daneben zu liegen. Es ist alles voll auf den Punkt, jedes Instrument klingt mit 100%-iger Power aus dem Hintergrund heraus und man stellt sich automatisch zottelige Langhaarboys vor, die völlig aus dem Rahmen fallen – doch gerade das sind Leon Francis Farrow nicht, sie sehen aus wie unfassbar sympathische Normalos, die gängigen Indie-Pop machen; die Jungs leben offensichtlich innerlich das, wofür sie stehen und verarbeiten diese Liebe zu den früheren Jahren, gerade musikalisch gesehen, in ihrem Sound, der den Hörer wirklich absolut in die Vergangenheit zurücksetzt. Leon Francis Farrow machen Musik entgegen alledem, was sonst aktuell teils herzlos in die Welt gelassen wird und wie aus einer Maschine klingt; sie sind anders und authentisch, wie es Michael Jackson in Zeiten von Britney Spears war. Ein tolles Gefühl mit viel Liebe zum Detail, unüberhörbar; selbst, wenn man dann noch nicht gelebt haben sollte: Leon Francis Farrow machen Classic Rock wieder interessant! Gitarrenrifs, die sitzen. Rundum eine tolle Platte, die nicht nur eine wahre Sonne für Genre-Fans ist – „Harvest“ fungiert als perfekter Closer, der die Vibes des Albums dankbar einfängt. Würde es die Beatles nicht schon gegeben haben, wären Phil, Niels, Jacco und Lukas nun die legendären Pilzköpfe. Herzallerliebst.

King Futurevon Leon Francis Farrow | VÖ 11.08.2017 |
ANHÖREN // Download, CD, Vinyl & Spotify!

Fotocredits: Marie-Louise Häfner
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