Musik-Empfehlung der Woche: LESLIE CLIO – „Darkness Is A Filler“

Veröffentlicht: Februar 23, 2017 in Musik
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leslie-clioImmer noch sie selbst und dennoch so viel weiter: Leslie Clio ist mit ihrem Album PURPLE ein gewaltiger musikalischer Schritt gelungen – es ist Dokument einer künstlerischen Entwicklung, wie sie in diesem Land nur wenigen gelungen ist. Ihre erste Single „Darkness Is A Filler“ ist eine pure Überraschung – unser Musiktipp für die Woche!

Es ist erst vier Jahre her und es ging rasend schnell: schon 2013, mit ihrem Debüt GLADYS, gelingt Leslie Clio der Durchbruch. Das Album erreicht Platz 11 der deutschen Charts, Clio wird als beste nationale Künstlerin für den Echo nominiert und ihre Musik ist im Fernsehen (ua. Inas Nacht, Schlag Den Raab) und in Filmen (zB. „Der Schlussmacher“) zu hören, sie spielt jede Menge Festivals (zB. beim Maifeld-Derby, Rock Am Ring, Rock Im Park, Dockville, Immergut, Reeperbahn Festival, Eurosonic). 2015 folgt der Zweitling EUREKA. Wieder Top 15, Monate intensiven Tourens, insgesamt 100.000 verkauften Platten und 20 Millionen gestreamte Songs.

Ende 2015 nimmt sich Leslie Clio die nötige Zeit, um ein bisschen Abstand vom Pop-Geschäft zu bekommen. Leslie Clio kehrt ihrer Wahlheimat Berlin für eine Weile den Rücken und begibt sich nach Hawaii. „Ich habe mich von vielen Menschen verabschiedet“ , sagt Clio, „und habe einfach alles verkauft: jeden Teller, jede Gabel, jeden Löffel, der eine Bedeutung in meinem Leben hatte. Es war ein radikaler Neuanfang. Auf Hawaii habe ich in einem Haus mit fünf anderen Leuten gewohnt, die ihr Gemüse selbst angebaut haben und denen ich bei der Ernte helfen konnte. Aber vor allem habe ich dort in einem längeren Prozess wieder herausgefunden, wer ich bin und was ich will.“

Diese Selbstsicherheit und entspannte Klarheit dringt nun aus jeder Note von PURPLE. Nach einem weiteren halben Jahr in Stockholm und ihrem eigenen Studio in Berlin, wo sie die Ideen und Fragmente von Hawaii auskleidete und zu Songs verdichtete, begab sie sich mit den Produzenten Olaf Opal und Willy Löster ins Studio. Dort entstand ein Werk, auf dem der Charakter und die vielen musikalischen Farben, die diese Frau ausmachen, erstmals zur vollen Blüte gelangen. „Es war bei Weitem die reibungsloseste Produktion meiner bisherigen Karriere“, sagt sie. „Weil ich diese Platte komplett für mich selbst gemacht habe, aus einer absoluten inneren Notwendigkeit heraus und frei von irgendwelchen Erwartungen.“ Und das hört man!

PURPLE ist durchaus symbolisch gemeint: Während die Farbe Lila, deren einzelne Komponenten für Energie und Stabilität stehen, in unterschiedlichen Kulturen als Zeichen von spirituellem Bewusstsein, Ambition oder Mut gilt, ist sie ebenfalls: ein Symbol für die Zukunft und für Unabhängigkeit. Und ja, auch darauf deutet PURPLE hin: Die Zukunft gehört der unabhängigen, souveränen Sängerin Leslie Clio.

Und auch wenn PURPLE Zeugnis einer persönlichen und musikalischen Entwicklung ist, handelt es sich hier doch immer noch ganz klar um ein Leslie Clio-Album. Thematisch knüpft das Album mit Leichtigkeit an ihre vorherigen Werke an: „Es geht immer noch um Liebe, Herzschmerz und Idioten“, sagt sie lachend. „Aber auch um Einsamkeit und Isolation, und was es bedeutet, eine Frau zu sein. Ich bin erwachsen geworden und ich denke, das spiegelt sich in PURPLE wider. Schreiben und Musik machen sind mein sicherer Hafen, ohne den ich verrückt werden würde.“ Die Musik hat sie nicht im Stich gelassen – und der Prozess, dem die große deutsche Popsängerin Leslie Clio diese Erkenntnis verdankt, führt nun weiter zum bislang besten Album ihrer Karriere: PURPLE. Souverän und unabhängig eben.

Fotocredits: Sophie Krische
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