CD Review: Bombay Bicycle Clubs Bassist Ed Nash liefert mit Soloprojekt TOOTHLESS und Debüt „The Pace of the Passing“ positive Überraschung!

Veröffentlicht: Januar 27, 2017 in Neuerscheinungen
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toothless-the-pace-of-the-passing-voe-27-01-2017-rezension-reviewEs gibt wohl nichts, was MusikerInnen auf die merkwürdigen Umstände vorbereitet, die sich einstellen, wenn sich die eigene Band auflöst. Immerhin ein ganzes Jahrzehnt lang, seit Ed Nash zarte 16 Jahre alt war, haben Bombay Bicycle Club sein Leben bestimmt. Nun beißt er sich mit seinem Soloprojekt Toothless durch – und überrascht auf unerwartete Art und Weise. Eine Review.

Skeptisch ist man irgendwie immer, wenn irgendjemand aus einer erfolgreichen Band, die nicht mehr existiert – oder pausiert – Solosachen auf den Markt bringt. Und in dem Fall von Ed Nash ist es auch noch ausgerechnet der Bassist und nicht einmal der sich mit den Texten befassende Frontmann des Bombay Bicycle Club. Fans der großartigen Indie-Formation, deren Songs für immer weiterleben werden, können aber aufatmen und sich an 1/4 der Band erfreuen. Fakt: Bassist Ed Nash hat mit Toothless ein Soloprojekt gegründet und selbiges veröffentlicht heute sein unglaublich gutes Debüt-Album mit dem Titel „The Pace of the Passing.

Vorab muss man sagen: Diese Platte ist keine leichte Kost und erfordert volle Aufmerksamkeit. Fokussiert sich das Gehör gerade auf einen Sound, so ertönt das nächste Geklingel oder eine gedoppelte Stimme im Hintergrund; zu hören auf „Sisyphus“ , einer der Uptempo-Nummern auf einem sonst eher zurückhaltend-schüchternem Debüt, fast schon introvertiert-träumerisch – doch auch die fantastisch-märchenhaft-schnelle „Sisyphus“ -Melodie entführt den Hörer in eine andere Welt. Ein Teil dieser Welt sind – neben Geschichten, die nicht aus Eds Leben stammen, sondern allgemein von Liebe, Tod und Beziehungen handeln – auch besondere Gäste wie The Staves, Marika Hackman, Liz Lawrence und Tom Fleming von Wild Beasts, deren Stimmen nahezu perfekt in die Arrangements passen. Zu den textlichen Inhalt sagt Ed: “I was quite comfortable writing music and melody, but I’d never written lyrics. And going out and doing this by myself I knew it was do or die, I couldn’t bottle it. But I also knew I couldn’t write about my life — I’m fairly happy, I’ve been in a successful band, I live with my girlfriend in North London. No one wants to hear about that. So I needed something to write about and I found those themes of astronomy and mythology and the passage of time interesting.

Friede, Freude, Eierkuchen hält die Platte auf der „Party For Two“ (feat. Liz Lawrence) ebenfalls bereit – fast schon blumenhafte Musik, perfekte Harmonien und wieder zahlreiche Einflüsse, die auf den Hörer einprallen – man fühlt sich fast so, als würde es erst nur wenig regnen, bis es plötzlich schüttet und dann sogar hagelt und man gar nicht weiß, wovon man zunächst getroffen wird, so sehr strömen die Melodien aus den Songs und überfordern manchmal, verlangen im Endeffekt jedoch einfach nur die volle Aufmerksamkeit und wünschen kein unkonzentriertes Hören. Toothless ist detailverliebt, vielleicht sogar besessen vom Detail und der Perfektion.

Was soll man sagen: Er hat alles erfüllt und hat sich, den Bombay Bicycle Club Fans und Mitgliedern bewiesen, was er kann. Ob er es nun beweisen wollte oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ob die Pause auf unbestimmte Zeit eine Pause für immer bedeutet, weiß man nicht; vielleicht müssen die damaligen Jungs und aktuell jungen Erwachsenen sich erst einmal selbst finden und ihre Möglichkeiten ausprobieren, ohne immer „stuck in a successful indie-rock band“ zu sein. Ed Nash ist mit bestem Beispiel vorangegangen und davor ziehen wir unseren Hut. Das Album ist wirklich die Vielfältigkeit in sich und eine pure Freude vom ersten bis zum zehnten Song. Fans des Bombay Bicycle Club sollten höchst erfreut sein – und auch solche, die der Band vorher nichts abgewinnen konnten, denn das hier ist ein unabhängiges und sehr spannendes Werk – Toothless und dennoch mit starkem Biss.

The Pace Of The Passingvon Toothless | VÖ 27.01.2017 | als Download, CD, Vinyl oder Spotify!

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