immanu_el_hibernationEs hat sich viel getan bei Immanu El. Sie sind mit weit offenen Armen in der Glitterhouse-Familie aufgenommen worden, ”Hibernation“ , ihr erstes Album seit 2011 zeigt die schwedischen Pioniere des Dream Pops gereift. Sie entwickelten den Sound der Band weiter, verwendeten Synthesizer und vermehrt rhythmische Phrasierungen innerhalb der Melodien, um die an Pop und Postrock geschulten Songs noch intensiver klingen zu lassen. Entstanden ist eine träumerische und mitreißende Platte. Eine Rezension.

Nicht von ungefähr gaben Immanu El live mehr als 300 Konzerte in 30 Ländern, spielten auf Festivals wie dem SXSW, dem Filter’s Culture Collide Festival in LA, dem CMJ, der Canadian Music Week oder dem Strawberry Festival in Beijing/Shanghai und erarbeiteten sich so den Ruf eine der vielversprechendsten Bands Skandinaviens zu sein.

Immanu El sind mitreißend und verblüffend, wurden als eine Mischung aus Sigur Rós, Explosions in the Sky und Logh beschrieben, verarbeiten ihre Melodien zu fast psychedelischen Werken. ”Voices“ als Opener gibt dem Hörer genau dieses Gefühl. Ein Gefühl von Freiheit, bei dem man nicht unterscheiden kann, ob diese Freiheit im Traum oder in der Wirklichkeit besteht, wird man doch von der Musik mehr und mehr eingesogen. Zwischen Traum und Wirklichkeit fühlte sich die Band vielleicht auch nach einem energiesaugenden, zweijährigen Rechtsstreit, an den eine Crowdfunding-Aktion via Kickstarter angeschlossen werden musste, um die finanziellen Möglichkeiten zur Fertigstellung von ”Hibernation“ zu erhalten. Ein Erfolg, der letzten Endes die nötige Energie (zurück)brachte, um nach fünf Jahren eine immanu-elneue Platte zu veröffentlichen. Zum Glück!

Hibernation“ ist kein Album, sondern ein Ort. Ein Ort, der Geschichten erzählt und ein Ort, an den man sich gerne zurückzieht, wenn einem die Welt mal wieder zu viel wird. Jeder einzelne Titel fängt den Hörer auf und nimmt ihn mit auf eine kleine Reise, ganz sanft und eben in dem typischen Immanu El-Dreampop-Sound, den wir alle so lieben und vermisst haben. Ein Interlude wie ”Dvala“ ist mittig eine perfekte Ergänzung, um das bisher Gehörte Revue passieren zu lassen und sich auf die drei letzten Songs mental vorzubereiten. Denn so dreamy der Pop auch ist, so viel Aufmerksamkeit gehört ihm dennoch geschenkt. Das Genre Postrock, in das die Band eigentlich eingeordnet wird, erweist sich mit dieser Platte jedoch als fälschlich, ist sie in ihrer Gesamtheit doch eher poppiger als rockiger – Dreampop, Postpop oder Mysticpop treffen die Richtung eher. Alles wirkt so zerbrechlich, so wie im Ruhezustand, Winterschlaf, würde man ”Hibernation“ direkt übersetzen. Eigentlich jedoch haben Immanu El ihren ganz persönlichen und teilweise erzwungenen, langen Winterschlaf genutzt, um aus selbigem zu erwachen – und und endlich wieder mit mystischen Popzärtlichkeiten zu beschenken. Hibernation“ kann nahtlos an den Vorgänger ”In Passage“ anknüpfen und wird jedes Indie-Dream-Pop-Herz erfreuen. Und durch den Winter beruhigen. Live zu sehen ist die Band im Übrigen im Februar 2017 in Dresden, Berlin, Hamburg, Köln und München auf der ”Hibernation“ Tour sowie auf dem Orange Blossom Festival 2017 im Juni, Tickets gibt es bereits hier.

Hibernationvon Immanu El | VÖ 25.11.2016 | als Download, CD oder Vinyl!

Fotocredits: Viktor Ragnemar
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