Aus dem langen Winterschlaf erwacht: ELIOT SUMNER veröffentlicht ihr neues Album „Information“ am 22. Januar

Veröffentlicht: Januar 19, 2016 in Neuerscheinungen
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Eliot Sumner - Information - VÖ 22.01.2016Nachdem Ende 2010 ihr erstes Studioalbum erschienen war, nahm sich Eliot Sumner eine mehrjährige Auszeit, um intensiv über sich und ihren Sound nachzudenken: „Ich habe einen längeren Winterschlaf eingelegt, um in mich zu gehen und mein wahres Selbst zu finden“, sagt sie mit einem deutlichen Anflug von Ironie. Und sie hat es offensichtlich gefunden, und zwar irgendwo im Lake District, einem riesigen Naturschutzgebiet im Nordwesten Englands: „Ich bin für fünf Monate dorthin gezogen: vollkommen isoliert; nur meinen Hund hatte ich dabei“, berichtet sie. „Ich habe dort mit unterschiedlichen Methoden und Ansätzen in Sachen Songwriting experimentiert.“ Nun stellen wir euch ihr neues Werk „Information“ (VÖ 22.01.) in unserer Rezension vor.

Als erste Single wurde der Titelsong „Information“ im Sommer 2014 ausgekoppelt: Ein episches Sechs-Minuten-Stück, das von Synthesizern und Streichern vorangetrieben wird, wobei sogar genügend Zeit für einen selbstbewusst-ausladenden Instrumental-Part bleibt. „Das ist übrigens ein Trennungs-Song“, erklärt Eliot Sumner, „und es geht darum, die Situation einfach nicht zu kapieren.“ Ein Trennungssong, der – sei es bewusst oder unbewusst – zwischenzeitlich gute Laune macht, weil er gefühlt ‚abhebt‘ und die Norm bricht, wenn Sumner vor allem im Refrain aus sich selbst ausbricht und sich von der tiefen Stimme in die hohe singt.

Information“ ist ein Album, dessen Bestandteil viele Geschichten sind – autobiografisch oder auch nicht. In das Cover zur CD kann man diesen Zwiespalt schon hinein interpretieren: Eliot Sumner, im Mittelpunkt, jedoch malerisch verschwommen, auf den ersten Blick fast wie ein Geist wirkend. Schwarzweißgrau. Diese Farben ziehen sich auch durch die gesamte Platte, wenn auch nicht alles düster ist; doch das Denken erfolgt in zwei Schichten und sorgt zwischenzeitlich für Eintönigkeit („Let My Love Lay On Your Life“, „Say Anything You Want“). Die raue und dunkle Stimme der 25-Jährigen sorgt im Zusammenspiel mit den Gitarren und Synths für wirklich gute Songs („After Dark“, „Dead Arms & Dead Eliot SumnerLegs“), die auch Assozitationen mit den Editors oder Death Cab For Cutie durchaus zulassen – abgesehen von der doch weiblichen Stimme, die weder Tom Smith, noch Benjamin Gibbard aufweisen können. Eliot Sumner liefert Indie Pop vs. New Wave at its best ab.

Im Verlauf der 12 Track starken Platte überrascht die Sängerin mit einem „Halfway To Hell“, das von Kirchenglocken eingeläutet wird und in lautstarken Gitarren und Bässen endet, wobei die Anlehnung an AC/DCs „Highway To Hell“ im Stückprozess immer deutlicher wird. Neben Indie und New Wave gibt es auch ganz einfachere Popsongs („I Followed You Home“), die zwar schnell zu Ohrwürmern, aber lange nicht zu Herzstücken von „Information“ werden. Diese Herzstücke sind eher im Titeltrack „Information“, im sehr ungewohnt warm-fröhlichen „What Good Could Ever Come Of This“ oder auf der im Kontrast dazu stehenden lyrisch-dunkleren Synthie-Nummer „Firewood“ zu finden, aus der heraus vielleicht auch die Idee zum Cover entstanden ist. Es sind eher Lyrikfetzen statt hochwertige Texte, die das Album besonders machen; und doch sind die Zeilen passend und treffend: „And if you come with me/ I will go with you“.

Der Sound von I Blame Coco (das ist eine Information, die an dieser Stelle noch gar nicht gefallen ist, für die Rezension aber auch völlig irrelevant war: Bei I Blame Coco handelt es sich um Sumners ehemaliges Bandprojekt, anno 2010) ist Geschichte und Eliot Sumner, die sich nun nicht mehr hinter einem Pseudonym verstecken muss, macht nun die düstere Musik, die auch irgendwie viel besser zu ihr passt. Der vorletzte Track „Species“ fasst das am besten zusammen und könnte als Spiegel vor die restlichen Songs gehalten werden, ehe mit „RealLife“ noch eine frische Pop-Hymne auf eben selbiges folgt („‚cause real life is awkward“).

Informationvon Eliot Sumner | VÖ 22.01.2016 | als Download, CD und Vinyl!

 

Fotocredit: Universal Music

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