Ab auf den Pop-Zug: Eine Rezension zu ODEVILLEs sechstem Album „Phoenix“

Veröffentlicht: Januar 15, 2016 in Neuerscheinungen
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Odeville - Phoenix - VÖ 15.01.2016Kinderlachen. Gegen Drachen kämpfen. Sich nachts aus dem Haus schleichen und die Sterne bewundern. Träumen von Abenteuern in fernen Ländern. Held sein und gegen das Böse kämpfen. „Kind sein können ist eine Priorität. Doch Naivität wird leider oft als Schwäche dargestellt. Dabei ist sie eine unglaubliche starke Gabe, die wir uns bis ans Ende aller Tage erhalten müssen“, sagt Sänger und Texter Hauke Horeis über „Lichtblick“, die erste Single aus dem heute erscheinenden Album „Phoenix“ von Odeville, das wir euch in unserer Rezension vorstellen möchten.

Der Körper eines Menschen verändert sich alle sieben Jahre während eine Band ihrer Ausrichtung meistens treu bleibt – oder sich komplett verändert, was zum Vor- oder Nachteil werden kann. Im Fall von Odeville ist es sicherlich ein Segen, denn durch die deutsche Popmusik-Ausrichtung zur Veröffentlichung des sechsten Albums „Phoenix“ am 15. Januar springen sie auf eine sehr erfolgsversprechende Schiene auf, über die Erfolgsgeschichten von Silbermond, Revolverheld, Andreas Bourani und Luxuslärm nur so herangewachsen sind. Kein Wunder also, dass sie Arne Neurand für die neue Scheibe als Produzent verpflichteten, der bereits für die Guano Apes oder Revolverheld erfolgreich tätig war.

MainstreamPop, der von den Radiosendern mit Kusshand begrüßt werden würde, würden sich doch nur mehr trauen, Indie-Bands etwas mehr Airplay zu geben. Die Single „Lichtblick“ ist musikalisch wie fürs Radio gemacht, erweist sie eine Ohrwurmtauglichkeit und die angenehme Stimme des Sängers und Songschreibers Hauke Horeis, der textlich bestimmt hätte noch mehr rausholen können als viele Wiederholungen, die für das OdevilleIm-Ohr-Bleiben und Selbst-Mitsingen jedoch wiederum Gold wert sind. Neben sehr vielversprechenden Songs wie der zweiten Single „Leuchtreklamenpoesie“ (auch textlich sehr wertvoll!) und „Die Letzte deiner Art“ gibt es leider auch den ein oder anderen Titel, der nicht erwähnenswert ist, bei dem ein oder anderen Fan jedoch sicherlich dennoch für Luftsprünge sorgen wird. Der Titeltrack „Phoenix“ ist das, was man bei anderen Bands vielleicht vergeblich sucht: Ein Überraschungstrack mit weiblicher Stimmbegleitung, der für starke Gänsehaut sorgt, obwohl es sich um kein Liebeslied handelt. Unsere absolute Anspielempfehlung!

Insgesamt ist „Phoenix“ tatsächlich ein Album, das nicht besser in das Genre Mainstream passen könnte, obwohl es sehr Indie ist. Zwischenzeitlich wirkt es so, als würden Odeville auf den Deutsch-Pop-Zug aufspringen und die Nachahmung versuchen, weil es anders in den zehn Jahren Bandgeschichte nicht geklappt hat – andererseits hat die Band vielleicht einfach nur viele Versuche gebraucht, um sich selbst zu finden. Das werden wir wahrscheinlich nie erfahren, ist am Ende wahrscheinlich aber auch völlig egal, denn „Phoenix“ funktioniert auf der Pop-Schiene wunderbar und bringt mit „Feuertaufe“ und „Irgendwo im Nirgendwo“ noch ein bisschen (Punk) Rock mit. Anhören!

Phoenixvon Odeville | VÖ 15.01.2016 | als Download, CD und Vinyl!

Fotocredit: Melanie Biesenbach

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