DAUGHTER übertreffen sich mit ihrem zweiten Album „Not To Disappear“ selbst – eine Rezension

Veröffentlicht: Januar 12, 2016 in Neuerscheinungen
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Daughter - Not To Disappear - VÖ 15.01.2016Frage: Wie erfüllt man die Erwartungen an ein zweites Album, wenn das Debüt bereits so viele Menschen berührt hat, wie es „If You Leave“ 2013 getan hat. Ganz einfach: Man investiert noch mehr Herzblut und Leidenschaft in den Nachfolger: „Not To Disappear“ ist ein musikalisch hochemotionaler Seelenbrecher geworden. Das Londoner Trio Daughter um Sängerin und Gitarristin Elena Tonra, Gitarrist Igor Haefeli und Schlagzeuger Remi Aguilella schafft es wie keine andere Band Intimität in einen voluminösen Sound zu verpacken, der in großen Hallen genauso nahbar wie im stillem Kämmerlein klingt.

Seit 2013 musste die Musikwelt wie bereits erwähnt auf einen Nachfolger des einnehmenden und zu Recht erfolgreichen Debüt-Albums „If You Leave“ warten – am 15. Januar 2016 erscheint mit „Not To Disappear“ endlich die zweite Platte und die kann zweifelsohne an ihren Vorgänger anknüpfen, ihn vielleicht sogar übertrumpfen.

Melancholisch, emotional und deutlich wird das bereits mit „New Ways“, dem ersten Track des Albums. Die Klänge laden zum Träumen und Nachdenken ein, wie wir es von der Band kennen. Kaum eine Band schnürt dem Zuhörer ihre eigene Melancholie in kürzester Zeit so sehr um den Hals und verteilt sie gleichermaßen im Magenbereich so intensiv wie Daughter. Genau diese Intensität ist auf dem Zweitling noch einmal mehr geworden: „Not To Disappear“ ist ein Album, das sich einerseits der Melancholie verschreibt, andererseits aber sehr direkt und hoffnungsvoll ist. „Doing The Right Thing“ ist einer dieser Songs, der mit klaren Worten spricht und die Metaphorik, die wir von „If You Leave“ kennen, außen vor lässt. Neben der Textklarheit werden Daughter auch in ihrer Melodie noch ein Stück weit ausdrucksstärker und verbinden Electronica mit Singer/Songwriter-Elementen und viel Hallorchester auf einer ganz neuen Ebene, die wunderbar Daughterfunktioniert und harmoniert. Wie sehr Elena Tonra weiterhin mit ihrer Stimme verwöhnt, muss gar nicht erwähnt werden.

Wer mit einem vermeintlich untypischen Daughter-Song starten möchte, der möge sich „Alone / With You“ anhören – und sicherlich positiv überrascht sein. Nicht nur, dass hier die oben genannte Direktheit im Text deutlich wird („[…] I hate sleeping with you (…) I hate living with you(…) I hate dreaming of being with you […]“), nein, es wird auch musikalisch etwas Neues ausprobiert, sodass die Nummer fast wie ein eigener Remix eines eigenen Songs klingt. „No Care“ bleibt auf dieser Schiene, wenn auch auf einer vollkommen anderen Schiene; völlig unüblich hören wir Tonras Stimme sehr schnell und der Song könnte ein absolut gelungenes HipHop/Rock-MashUp sein.

Not To Disappear“ bewegt sich insgesamt auf einem großen Feld und fühlt sich überall heimisch an. Daughter schaffen es, dass es niemals so wirkt, als würden sie über das Dachgeschoss hinausgehen – im Gegenteil: Sie befinden sich mit ihrer Musik in einem großen Haus und gehen mal die Treppe rauf, mal wieder runter. Vom Keller bis zum Obergeschoss fühlen sie sich überall wie zu Hause und das hört man, wodurch man sich schnell in diesen Bann ziehen lässt und am Ende gar nicht sagen kann, mit welchem Track man sich am wohlsten fühlt, wobei der Abschluss mit „Made Of Stone“ sicherlich der ist, der am meisten Gänsehaut erschaffen kann, wenn er auch, auf den ersten Blick, am einfachsten gestrickt scheint.
Not To Disappear“ ist groß – darauf haben wir gerne fast 3 Jahre gewartet.

Not To Disappearvon Daughter | VÖ 15.01.2016 | als Download, CD und Vinyl!

 

 

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