CD-CHECK: „Fernweh“ von Klanghelden

Veröffentlicht: November 25, 2015 in Neuerscheinungen
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KlangheldenEs begann im März 2012. Getrieben vom Fernweh, frisch ausgestattet mit Führerschein und Omas altem Ford Fiesta, fuhren die zwei Freunde Max Gorny und Sebastian Stachorra für ein Wochenende an die Nordsee. Ziel der Reise war ein Campingplatz – der bei nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt natürlich noch geschlossen hatte. Mit Decken, Einweggrills und Gitarre zogen die Beiden zum Strand, stiegen auf den alten Leuchtturm in Westkapelle, stets von dem Gefühl begleitet, dass nur der Moment zählt. Niemand würde sich an sie erinnern können und so blieb der Ausflug auch immer ein wenig unwirklich. Die Klanghelden und „Fernweh“ war geboren! Eine Rezension.

Am schönsten sind doch die Songs von den Bands, die noch nicht die Masse erreicht haben, die noch nicht totgehört sind und die man in Ruhe für sich entdecken kann während sie sonst kaum noch jemand kennt: Die Klanghelden haben nun ihr DebütAlbum veröffentlicht, obwohl sie sich als Band erst einmal eine Auszeit genommen haben, da die Entfernung Bochum-Münster eine weitere gute Zusammenarbeit derzeit nicht möglich macht. Aber gute Geschichten entstehen meistens durch Einbrüche und wir hoffen, dass die Klanghelden eines Tages wieder zusammenfinden.

Freundschaft ist das wichtigste Startkapital im Songwriting-Prozess und das wichtigste Kapitel im weiteren Verlauf einer Band. Von „Fernweh“ getrieben entstand der Titel gebende Song vor einigen Jahren – Max Gorny baute den Song, Sebastian Stachorra ergänzte mit seinen eigenen Klanghelden "Fernweh" out nowIdeen. Vergänglichkeit, Heimat, Leben, Freundschaft, Einsamkeit, Fernweh – das sind Themen, die die beiden Ruhrpott-Jungs behandeln und die sie genau so bewegen wie den Rest der Generation. Einfache Songzeilen, die aber genau deshalb aus dem eigenen Mund stammen könnten und die man sich vielleicht sogar gern tätowieren lassen würde, weil sie eben so lebensnah sind und, im wahrsten Sinne des Wortes, unter die Haut gehen, was durch die akustischen Klänge von Keyboard, Gitarre, Drums und Claps noch einmal bestärkt wird.

Die Klanghelden schreiben alles selbst, sie nehmen selbst auf, sie produzieren selbst aus und sie leben für ihre Songs und Texte, das merkt man. Auch die Songs, die einen etwas schnelleren Beat („Museum“) vorweisen können, sind sehr emotionale und schöne Liebeslieder. Was für manche schwierig ist auszusprechen, geht den Klanghelden leicht von den Lippen, weil es ihre echten Gefühle sind, die sie niedergeschrieben haben. Neben dem Wunsch nach „Fernweh“, gibt es auch den ausgesprochenen Wunsch, „Heimatlos zu sein“. Das Spektrum der beiden Songschreiber ist also sehr groß („Freundschaft denkt an alles, Liebe lässt vergessen“).

Ein Duo, das mit einfachsten Mitteln ein verhältnismäßig sehr gutes Album produziert hat, das verschiedene Geschichten erzählt, die man sich immer wieder anhören kann – eben weil sie das Leben widerspiegeln und das Leben an sich aufgreifen und mit klaren Worten bestücken und den Hörer in eine nachdenkliche Phase versetzen. „Fernweh“ hervorrufen. Das ist echter Pop, das ist das Leben!

Fernwehvon Klanghelden | VÖ 19.11.15 | als Download und via Spotify!

(c) Foto: Maximilian Tonk
Kommentare
  1. Bernd sagt:

    Die CD ist ein Hammer !!!
    Selbst nach vielem Hören entdeckt man immer wieder neue Facetten.
    Wer ruhige, nachdenkliche Musik mag, ist hier genau richtig.

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