Ellie GouldingDelirium“ ist ein selbstbewusstes Popalbum, das mindestens so international klingt, wie die Orte, an denen es aufgenommen wurde: Die Arbeiten fanden in London, Herefordshire, Schweden und Los Angeles statt. Unterstützung holte sich Ellie Goulding dafür erneut von dem schwedischen Produzenten Max Martin (Backstreet Boys, Bon Jovi, Katy Perry u.a.), dem amerikanischen Multiinstrumentalisten Greg Kurstin, Ryan Tedder (OneRepublic), dem schwedischen Songwriter Klas Åhlund, Guy Lawrence (Disclosure) und ihrem langjährigen Kreativpartner Jim Eliot. Eine Rezension.

Ein sanftes, intensives, fast 2-minütiges Intro führt uns in „Delirium“, das neue Album von Ellie Goulding. „Delirium“ ist das Werk einer Künstlerin, die genau weiß, wo sie damit hin will. Selten klang Ellie Goulding so selbstbewusst, wie hier. Den Albumtitel wählte sie, weil das Wort „Delirium“ ihre Erlebnisse als Musikerin am besten zusammenfasse: „Es kann sich auf einen absolut euphorischen, fast schon verrückten Gefühlszustand beziehen – oder eben auf das genaue Gegenteil davon. Ich befinde mich permanent in diesem Zustand“.

Intensiv ist das Gefühl, das sich wie ein Leitfaden durch die Platte zieht. Auch der zweite Titel „Aftertaste“ lebt von eben jener Euphorie, mit der Ellie die Platte beschreibt: Man möchte einerseits nur zuhören und genießen, andererseits gleichzeitig aufspringen und durch die Welt tanzen, die man danach auch direkt umarmen möchte, weil die Glückshormone den Hörer überfluten. Wie ein Wirbelwind kommt jeder Song auf uns zu. Ein Wirbelwind, der stark um sich wirbelt und sein ganzes Drumherum in seinen Bann zieht. „Something In The Way You Move“ verlässt den Pop etwas und bewegt sich sehr gekonnt auf einer ElektroDance-Schiene, die der 28-jährigen Britin sehr gut zu Gesicht steht. Das fesche und teilweise orientalisch-internationale „Keep On Dancin‘“ schließt sich dem direkt an und ist ein echter Geheim-Tipp des Albums, wenn er auch ganz anders klingt als die sehr poppige Ohrwurm-Singleauskopplung „On My Mind“.

Kein Song unterschreitet die Grenze von 3 Minuten, der ein oder andere ist sogar länger. Auch hierdurch wird die Intensität noch einmal klar, die Ellie GouldingDelirium“ mit sich bringt: Nicht nur der ultimative MegaHitLove Me Like You Do“ ist ein Hit der Platte, sondern wirklich jeder Song auf seine Art und Weise. Ellie Goulding ist seit ihrer ersten Scheibe für grandiose Singles UND Albumtracks bekannt; eine Perfektion, die sie hier noch besser fortführt, sodass man bereits nach der Hälfte des Hörens fast sagen möchte: Es IST ihr bestes Album! Die unterschiedlichsten Aufnahmeorte (von London bis Los Angeles) und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Produzenten (von Max Martin über Ryan Tedder bis hin zu Jim Eliot) sorgen für eine fantastische Varietät, die Ellies Spektrum verdeutlicht: Sie kann eine der besten Pop-Balladen („Love Me Like You Do“) des Jahres veröffentlichen, gleichzeitig kann sie aber auch FunkDance-Nummern („Around U“), UptempoPop-Tracks („Codes“) raushauen und alles auf einem Album zusammenwürfeln, ohne dass es in irgendeiner Art zu gewollt klingt.

Die stärksten Nummern des Albums sind neben dem überragenden „Love Me Like You Do“ wahrscheinlich „Holding On For Life“, „Don’t Panic“ sowie das wunderschöne und aussagekräftige „Army“, ein Song für Ellies beste Freundin Hannah. „Delirium“ ist aber zweifelsohne eines der wenigen Alben, auf dem jeder Titel grandios ist – und so wird jeder wahrscheinlich individuell drei andere Titel nennen, wenn es um die besten Albumtracks geht. „Lost And Found“, „Devotion“ und „Scream It Out“ bieten einen perfekten Abschluss und fassen „Delirium“ noch einmal kurz zusammen – euphorisch, liebenswert, perfekt, emotional. Selbst das Tracklisting ist also wunderbar angepasst. Abschließend bleibt es uns daher nur, Ellies Worte noch einmal zu zitieren: „Es kann sich auf einen absolut euphorischen, fast schon verrückten Gefühlszustand beziehen – oder eben auf das genaue Gegenteil davon. Ich befinde mich permanent in diesem Zustand“. Check.Ein Teil von mir sieht dieses Album als Experiment, als den Versuch, ein wirklich großes Pop-Album aufzunehmen. Ich habe den bewussten Entschluss gefasst, damit auf ein neues Level zu kommen.Well done, Ellie, Willkommen auf dem nächsten Level. Noch einmal zur Verdeutlichung: Es IST ihr bestes Album!

Deliriumvon Ellie Goulding | VÖ 06.11.15 | als DownloadCD und Vinyl!

(c) Foto: Universal Music

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