REVIEW: Lukas Graham | 26.09.2015 Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld

Veröffentlicht: September 28, 2015 in Live-Reviews
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FR8A4645Sein selbstbetiteltes erstes Album „Lukas Graham“ war eine impulsive Mischung aus HipHop und verschwitztem oldschool-Soul, mit lyrischer Finesse, Reife und Intelligenz. Er taufte seine Musik „Ghetto Pop“ und landete damit direkt ein #1 Hit-Album in Dänemark. Auch in Deutschland feierten Lukas Graham beachtliche Erfolge: mit „Drunk In The Morning“ landete die Band einen Riesen-Hit. Das neue Album „Lukas Graham (Blue Edition)“ (VÖ 23.10.) wurde bei drei exklusiven ClubShows live vorgestellt – wir waren in Köln dabei!

Das Konzert im Club Bahnhof Ehrenfeld, einem sehr urigen Club im Herzen Kölns, war schnell ausverkauft, als die Club-Shows von Lukas Graham angekündigt wurden – und das, obwohl die letzten Deutschland-Konzerte vor rund zwei Jahren stattfanden, Lukas Graham das zweite Album „Lukas Graham (Blue Edition)“ zwischenzeitlich in Los Angeles aufnahmen und sich deshalb eher rar machten. Vielleicht mussten all diese Faktoren zusammenkommen, um diesen Club-Abend so legendär zu machen!

Der Konzertabend fängt um 19:30 Uhr mit der Band elias, die auch damals schon als Support-Act fungierten, an. Elias Hadjeus und Max van Dusen treten heute als eingespieltes Duo auf, das vom Publikum herzlich und mit viel Applaus begrüßt wird. Den elias LIVEÜbergang von einem zum anderen Song nutzt Sänger und Songschreiber Elias für Erzählungen, die die Stimmung auflockern: „Wir waren vorhin Kebap essen. Das kann man hier in der Gegend bei 80 Kebap-Läden sehr gut. Wir waren in dem besten Laden und haben kurzerhand unsere Setlist auf die Visitenkarte geschrieben. Jetzt machen wir aus Dankbarkeit etwas Werbung„, scherzt er und zeigt auf die schwarze Visitenkarte mit Goldschrift, die an Max‘ Gitarre hängt. Eine halbe Stunde philsophiert Elias mit musikalischer Unterstützung von Max über Freundschaft, Liebe, Frauen, das Erwachsenwerden – und den Berliner Club „White Trash“, dem die Band einen Song gewidmet hat. Insgesamt überzeugen sie mit ihren ehrlichen und zugänglichen Texten, sodass das Publikum für ein Erinnerungsfoto gerne die Arme in die Höhe wirft und jubelt!

Nach einer kurzen Umbaupause ist es um 20:30 Uhr endlich soweit: Die vierköpfige Band Lukas Graham und die dreiköpfigen Bläser Rusty Trombones kommen auf die Bühne – mit dem sehr fröhlichen „Take The World By Storm“ geht es los und die Fans sind von Sekunde Eins an absolut und voll dabei, sodass das erfolgreiche „Drunk In The Morning“ als zweiter Titel ein leichtes Spiel hat: Der gesamte Club Bahnhof Ehrenfeld singt mit, ist voller Energie und jubelt der Band laut zu. Die Band tut dem Publikum gleich und ist ebenfalls schnell aus dem Häuschen – so erzählen sie, dass sie in letzter Zeit teilweise vor 40.000 Leuten spielen durften und froh sind, heute auch mal die Leute hinten sehen zu können. Ein sehr familiärer Abend wird eingeläutet Lukas Graham LIVE– fast wie zu Anfang der Geschichte von Lukas Graham!

Mit „Don’t You Worry ‚Bout Me“ stellt Lukas eine Seltenheit vor: Es ist ein positiver Song über den Tod seines Vaters. Sein Umfeld hat ihm damals geraten, eine Auszeit zu nehmen und nichts zu tun; doch das konnte er nicht tun, denn andere Leute, deren Väter sterben, müssen auch normal zur Arbeit gehen. Nach unglaublich viel positiver Energie, die das Publikum der Band entgegenbringt, werden sie mit „7 Years“ kurzzeitig etwas runtergefahren. Das ist die wohl emotionalste Nummer der Band, beschreibt sie das Erwachsenwerden und das (schnelle) Voranschreiten des Lebens an sich. Die sehr gute Mischung aus ruhigen und schnellen Songs sorgt vielleicht dafür, die Fans zum Ausrasten zu bringen: Nach fast jedem Song gibt es so lauten und nicht aufhörenden Applaus, was die Dänen ein wenig verlegen macht: „Are we allowed to continue?“, fragt Lukas mit seinem schelmischen Lächeln und gibt seinem Bandkollegen Magnus eine Art ‚Ghetto-Faust‘. Es ist den Jungs anzumerken, wie happy es sie macht und dass sie wissen, dass sie dafür Musik machen und um die Welt reisen: Für die Liebe der Fans; um ihnen etwas Liebe und Energie zurückgeben zu können.

Über den Abend verteilt werden Songs aus dem Debüt-Album „Lukas Graham“ sowie dem Nachfolger „Lukas Graham (Blue Edition)“ gespielt – das neue Album erscheint übrigens am 23. Oktober endlich auch in Deutschland. „Hayo“, „Criminal Mind Pt. II“ oder „Nice Guy“ dürfen bei dem grandiosen Set nicht fehlen – genauso wenig wie der Hit „Ordinary Things“. EinLukas Graham LIVE weiterer neuer Song, „Strip No More“, lädt Lukas und Magnus dazu ein, sich von ihren Shirts zu befreien und den Rest des Gigs oberkörperfrei zu spielen. Kein Wunder bei der Energie, die übrigens kaum in Worte zu fassen ist: Man muss Lukas Graham live erleben! Auch der letzte Song des Abends, „Mama Said“, beweist diese These: Lukas Graham sind eine absolut gigantische Live-Band, die man so schnell nicht wiederfinden wird. Die Harmonie zwischen der Bandmitglieder untereinander und zu den Rusty Trambones ist herrlich anzusehen. Und die Dankbarkeit: „It’s nice that 450 people can give us the same feeling as 40,000 – or even better!“, freut sich der sympathische Däne.

Der immer intensiver werdende Jubel hört gar nicht auf, alle Bandmitglieder werden vom Publikum und Lukas mit den Lockrufen „Kasper“, „Lovestick“, „Magnus“ und „Rusty“ für die Trambones zurückgeholt. Mit „Happy Home“ liefert die Band eine letzte Zugabe, Lukas kniet sich anbetend vor die Fans und ist sichtlich gerührt: „Would you come back if we’d play next week?“ – Die Antwort ist eindeutig: „YEEEEEEEEES!“ Nächste Woche wird es nicht soweit sein, aber wir hoffen sehr auf eine Deutschland-Tour 2016 – und dann kennt auch jeder Fan die neue Platte, wobei fast alle jetzt schon textsicher waren. Ein denkwürdiger Abend und vielleicht die bisher beste Lukas Graham Show ever!

Hier geht’s zur Foto-Galerie Lukas Graham / elias, 26.09.2015 Köln.

Lukas Graham @
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(c) Fotos: C. Söhnchen, R. Bektas

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