Die sympathische LESLIE CLIO verrät im Interview: „2016 gibts neue Musik!“

Veröffentlicht: September 27, 2015 in Interviews
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Leslie ClioMit ihren beiden Hitsingles „Told you so“ und „I couldn’t care less“ legte sie zwei absolute Hit-Singles vor, die ihr Auftritte bei Festivals wie Rock am Ring und Fernsehshows wie TV Total sicherten. Waren die bestimmenden Themen auf ihrem letzten Album „Gladys“ noch von Herzschmerz, Trauer und Liebeskummer bestimmt, entschied sich die Popsängerin nun neue musikalische Pfade zu beschreiten. Sie selbst ist ihr Kompass. Wo dieser Kompass bei „Gladys“ noch in Richtung Soul-Hoffnungsträgerin, zeigt er bei „Eureka“ ganz klar auf’s Pop-Firmament. Leslie Clio hat uns in einem Interview ein paar Fragen beantwortet!

Nicht oft entwächst dem Underground ein Talent, das die große Bühne verdient hat. Leslie Clio ist so ein Fall. Die junge Wahlberlinern muss den Vergleich mit den Großen ihrer Branche nicht scheuen. Adele, Joss Stone und Amy Macdonald stehen für selbstbewussten Soul. Man addiere die blauen Augen und erhält Blue-Eyed Soul-Pop á la Leslie. Mit Humor. Vom Feinsten.

Lest hier unser Interview mit Leslie Clio

Dein Album „EUREKA“ ist an verschiedenen Orten der Welt entstanden. Über welchen Zeitraum hast Du die Platte insgesamt aufgenommen oder waren es immer nur Etappen?
Ich habe Eureka eigentlich 2 Jahre lang geschrieben. Nach der Gladys-Tour im Herbst 2013 bin ich das erste Mal rüber in die USA und habe 2014 komplett damit verbracht, die Platte zu schreiben. Dann ist sie ja Anfang 2015 rausgekommen. Also bin ich im Prinzip das ganze Jahr 2014 immer am Schreiben gewesen. Mal eine Woche hier, mal eine Woche da.

Bei welchem Song wusstest Du sofort ‚der MUSS auf die Platte!‘?
Bei „Be With You“. Der war sofort da und ich dachte „Das ist ja ein Geschenk des Himmels“, der muss sofort drauf.

Wie viele Songs sind zunächst entstanden und wie war das Auswahlverfahren, welche es aufs Album schaffen? Wie gehst Du da vor?
Das Schlauste ist, dass man immer so Contemplate Songs hat; das heißt, das sind so 5 Songs, quasi wie bei einer EP, mit denen LC3_credits_Robert_Winter_verklman anfängt. Diese Titel sind so die 5 Essentials und um diese 5 herum baut man dann den Rest zusammen und guckt einfach in der Produktion, was da am meisten Sinn macht. Aber man fängt mit 5 Songs an. Da war „Be With You“ natürlich dabei, da war „Eureka“ bei, „My Heart Ain’t That Broken“ und „All The Other Fools“. Und noch ein Song! (lacht)

Was war bisher das witzigste Erlebnis der „EUREKA„-Tour?
Es ist eigentlich jeder Tag witzig. Jeder Tag ist einfach ein einziger Witz (lacht). Wir haben viel Spaß, wir ernähren uns gesund, wir essen Karotten im Backstage (jetzt zum Beispiel), machen Soundcheck und lachen sehr viel. Aber ein bestimmtes Erlebnis gab es da jetzt nicht.

Worauf freust Du Dich am meisten, wenn es heißt: Es geht auf Tour.
Auf jeden Fall auf das Auf-Der-Bühne-Stehen. Einfach auf das Konzerte geben. Für Menschen singen! Der Rest ist Bonus, das kommt alles dazu und gehört auch alles dazu, aber worum es beim Touren geht, ist der Moment, in dem man auf der Bühne steht und das darf man auch nie vergessen (lacht). Wenn man 8 Stunden im Stau steht, dann weiß man trotzdem, wofür man es macht.

Nach welchen Kriterien entsteht eine Setlist nach zwei Alben? Wirfst Du das zwischendurch mal um, hast Du nun beim zweiten Tourteil auf eventuelle Wünsche der Fans Rücksicht genommen oder Songs rausgeworfen, die vielleicht live nicht passten?
Genau – wenn ein Song live nicht passt, dann spielt man ihn auch nicht. Das ist natürlich das Gute, dass man mit zwei Alben einfach auch mehr Auswahl hat. Bei der ersten Tour hatten wir noch eine längere Setlist, die haben wir jetzt noch ein bisschen gekürzt, dafür hab ich zum Beispiel einen Song wieder reingenommen, der am Anfang nicht dabei war; den habe ich sehr vermisst, deswegen habe ich ihn jetzt wieder mit dabei. Man teilt die Konzerte auch immer in verschiedene Etappen ein: Der Anfang, die Mitte, das Ende. Wie ein Theaterstück – dramaturgisch aufbauen, in Wellen. Und so wie die Setlist jetzt ist, funktioniert sie ausgesprochen gut.

Welchen Song spielst Du aktuell am liebsten live – was macht am meisten Bock?
Eigentlich alle. Ich singe sehr gerne „Only A Fool“, weil das nur mit Klavier funktioniert und dadurch immer ein schöner Moment ist. Ich spiele wirklich einfach alles gerne, das kann ich jetzt so gar nicht sagen. „Make Things Better“ ist immer das letzte Lied, das ist auch immer besonders schön. Aber eigentlich wirklich alle! Jedes, auf seine eigene Art.

Welche Stadt hat Dich nachhaltig am meisten beeindruckt (Publikum, Drumherum, Backstage, Bühne, …)? Wo bist Du immer wieder gern?
Wir haben z. B. vor ein paar Tagen in Erlangen gespielt, im E-Werk. Und genau auf der gleichen Bühne haben wir vor zwei Jahren schon einmal gespielt, es war brechend voll und es war eine herzige Stimmung von Sekunde Eins an. Wir sind aber ja gerade noch mitten in der Tour, deswegen wäre es ungerecht, das jetzt zu sagen, aber das war auf jeden Fall ein sehr schönes Konzert.

Du interagierst ja während eines Konzertes schon sehr viel mit Deinen Fans. Wie wichtig ist es Dir, Dich danach auch noch mit ihnen am Merch auszutauschen, Fotos zu machen? Wir haben bei Instagram ein paar witzige Fan-Fotos gesehen, cool!
Auch das macht Spaß! Sich nach dem Konzert einfach nochmal rauszustellen, finde ich immer ganz schön und mache ich gern, das macht mir Spaß.

Leslie Clio - EUREKA - out nowWenn Du hier und jetzt spontan einen Song schreiben würdest – welchen Titel hätte dieser und welche Thematik würde er behandeln?  Kann man das so pauschal sagen oder würdest Du einfach erst einmal „drauf los skizzieren“ und Titel und Thema würden sich im Verlauf ergeben?
Tatsächlich fange ich immer mit dem Titel an. Ich habe 1-2 Zeilen und einen Titel und dann schreibe ich den Song drumherum. Ich fange immer mit Titeln an und habe so neben dem Titel ein Thema, was mir immer irgendwo einfällt, egal, wo ich bin. Fahrrad, Dusche, Autobahn… und der Text und die Melodien etc. – das kommt dann immer dazu, aber es fängt immer mit einem Titel an.

Welche Zeile hast Du jetzt gerade im Kopf?
Wenn ich die jetzt verrate, ist das ist blöde. Das ist zu precious, die zu verraten (lacht). Ich habe vorhin etwas geschrieben. Das sage ich lieber nicht, das ist zu wertvoll.

Welches Album hast Du Dir zuletzt selbst gekauft?
Die erste Platte von „Street Lake Dive“. Ich weiß jetzt grade nicht, wie sie heißt, aber es ist ein sehr schönes Album.

Gerade wurden die EMMYs verliehen, im Februar stehen die OSCARs wieder an. Durch Netflix und Co. sind Serien und Filme ständig verfügbar. Bist Du ein Serien- und/oder Film-Junkie oder interessiert Dich das eher weniger?
Ich bin kein Serienmensch, das habe ich mir jetzt selbst verboten, weil das immer zu viel Zeit kostet, weil ich gerne Sachen zu Ende bringe. Und bei Serien ist man dann immer sofort zwei Tage ausgeknocked und die Zeit habe ich nicht. Deswegen gucke ich immer nur Filme. Filme gucke ich tatsächlich sehr, sehr gerne. Zu Hause im Bett, abends noch einen Film gucken… das mache ich eigentlich jeden Tag. Auch gerade im Hotel, das ist etwas Schönes, da kann man abschalten (lacht). Ich gucke viele Klassiker, viele 80-er Filme, Komödien, alles Mögliche; aber eher so Klassiker und 80-er. Eher wenig Neues. Manchmal aber auch einfach nur ein bisschen leichte Kost. Es gibt viele schöne Filme, ich bin auf jeden Fall ein sehr filminteressierter Mensch.

Falls ja: Was sind Deine aktuellen Lieblingsserien, -schauspieler, -filme?
Meine aktuelle Lieblingsschauspielerin ist Kristen Wiig (von Saturday Night Live), die mag ich sehr gerne – oder Amy Poehler. Meine ‚All Time Favourite Schauspielerinnen‘ sind Goldie Hawn, Meryl Streep, Meg Ryan – ich mag im Prinzip die ganzen 80-er Schauspieler, muss ich sagen. Michelle Pfeiffer mag ich sehr gern. Ich mag auch Ben Affleck sehr gern. Oder Casey Affleck. Oder Jim Carrey, Bill Murray.

„Jetzt ist so die Hick-Hack-Phase“ sagtest Du in einem Interview im Juni. Dauert diese Phase noch immer an oder in welcher befindest Du Dich aktuell?
Jetzt gerade bin ich an einer Kreuzung: Ganz im Jetzt bei der Tour, aber diese Tour ist natürlich auch in ein paar Tagen zu Ende und dann habe ich ein Ticket nach New York und werde 2 1/2 Monate in Amerika sein. Das heißt, ich bin jetzt schon ein bisschen am Planen während der zwei Wochen, in denen ich noch in Berlin bin, nochmal alle Freunde zu sehen, zwei Tage zu meinen Freunden aufs Land fahren, ein bisschen bei meiner Mum abhängen, bei meiner Familie sein und Sachen in Berlin machen (Gesangsunterricht blabla). Und dann packe ich meinen Koffer und bin dann erstmal 2 1/2 Monate in Amerika. Das ist die nächste Phase, sich einfach treiben lassen, entspannen und nachdenken und gucken, was kommt. Ich werde auch Songs schreiben. Einfach, weil ich auch in Nashville sein werde. Aber da besteht kein Druck. Ich mache das Gegenteil von Druck – das ist die Phase!

Du reist ja viel und gerne – gibt es denn einen Ort, an dem Du noch nicht warst, aber unbedingt noch hin Leslie Clio livemöchtest? Ein buddhistisches Kloster in Indien, die Chinesische Mauer, der Mount Everest, …?
Ja, ich würde sehr gerne auf den Machu Picchu. Ich werde auch auf den Machu Picchu nach Peru, aber erst im Januar oder Februar. Das möchte ich gerne machen! Ich möchte gerne in die Berge nach North Carolina, das werde ich jetzt im November machen. Ich möchte mal nach Hawaii, auch das werde ich machen. Ich fackel da gar nicht lang. Die paar Sachen, wo ich noch hin will, die mache ich jetzt einfach. Das ist dann die nächste Phase (lacht).

Du triffst Dich ja mit diversen anderen Berliner Musik-Mädels gerne mal zum Sport – wie habt Ihr zusammen gefunden (kennt Ihr Euch schon länger oder habt mal musikalisch miteinander zu tun gehabt) und wer läuft da alles so mit?
Das kam über Nike. Nike hat uns angefragt. Wir sind eine Gruppe von ca. 16 Leuten. Da gab es ein erstes Vorstellungstreffen und dann haben wir jetzt einen festen Wochentag, an dem wir immer Sport zusammen machen. Meistens sind dann nur 1, 2 oder 3 da – ich war auch ewig nicht mehr da, weil ich einfach nicht immer an diesem Tag der Woche vor Ort bin. Aber wenn ich in Berlin bin, dann passiert das durchaus, dass man mal irgendwem bei WhatsApp schreibt „Ey, willst du mit laufen kommen?“ und das ist cool. Aber wie gesagt: Wir sind alle viel unterwegs.

Im Social Media Bereich bist Du unheimlich aktiv und kreativ, so wie wir Dich ‚in echt‘ auch auf der Bühne erlebt haben. Sprudelt das einfach so aus Dir heraus oder überlegst Du Dir die Ideen schon längerfristig?
Das sprudelt einfach so aus mir raus. Über sowas mache ich mir gar keinen Plan. Spontaneität muss wohl überlegt sein, aber in diesem Fall tatsächlich nicht. Das mache ich einfach.

Die Supermärkte bieten seit ein paar Wochen bereits Weihnachtskram an. Kommst Du bei dem tristen Wetter auch schon in herbstlich-winterliche Stimmung und zählst die Tage bis Weihnachten, kaufst erste Geschenke, planst alles rund um Weihnachten oder kann Dir das am liebsten noch fern bleiben?
Das habe ich noch gar nicht so mitbekommen, ich war schon ewig nicht mehr in einem Supermarkt, so traurig das klingt. Ich freue mich auf Weihnachten. Ich freue mich auf die Vorweihnachtszeit, die ich ja in Amerika verbringen werde. Ich steh auf Weihnachten, ich freu mich drauf. Aber ich bin da noch gar nicht angekommen. Ich bin noch mitten im Herbst und ich finde den Herbst auch sehr schön. Ich mag jede Jahreszeit. Ich bin sehr dankbar, dass Mutter Natur uns die Jahreszeiten gegeben hat.

Bist Du über Silvester in New York oder wirst Du in Deutschland feiern – oder planst Du soweit auch noch nicht bzw. bist Du da eher spontan, nach Lust und Laune?
Ja, da ich zu Weihnachten nach Deutschland zurück komme, werde ich Silvester wahrscheinlich auch hier sein. Aber es kann auch sein, dass ich dann sofort wieder zurück fliege. Das weiß ich noch nicht, keine Ahnung.

Warum sollen sich die Leser des Interviews unbedingt ein Ticket für Deine Tour kaufen – was erwartet sie, was sollten sie also auf keinen Fall verpassen?
Wir machen schon Spaß live. Das möchte ich behaupten. Wenn ich ein Konzertgänger wäre, dann würde ich mich freuen, dieses Konzert besucht zu haben, das ist ja der Anspruch und soweit bin ich da mit der Umsetzung komplett zufrieden.

Und was dürfen wir 2016 von Leslie Clio erwarten?
Das ist der Plan. Aber wie gesagt, ich bin gerade in der Phase, wo ich mich komplett treiben lasse und mir den Kopf ein bisschen freidenken werde. Aber 2016 gibt es natürlich neue Musik.

Leslie Clio „EUREKA“-Tour:
28.09.2015 Krefeld Kufa
29.09.2015 Freiburg Jazzhaus
30.09.2015 CH-Solothurn Kofmehl
01.10.2015 CH-Luzern Schüür
>> Tickets kaufen!

 

(c) Fotos: Robert Winter

 

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