Revolverheld liveRevolverheld waren seit der Veröffentlichung ihres aktuellen Albums „Immer in Bewegung“ im Herbst 2013 pausenlos unterwegs auf den Bühnen des Landes und haben ihren Ruf als eine der besten und spielfreundigsten deutschen Bands einmal mehr bestätigt. Trotz aller Superlative und Lobeshymnen bleiben Revolverheld Musiker, die es ernst meinen und sich im letzten Jahrzehnt einen selten heterogenen Fankreis erspielt haben. Beim Zeltfestival Ruhr in Bochum hat man genau das wieder gespürt – wir waren für Euch dabei!

Ein Auftritt beim mittlerweile schon legendären Zeltfestival Ruhr in Bochum/Witten am Kemnader See ist für jede Band etwas Besonderes, auch wenn sie es vorher noch nicht immer alle ahnen: Das größte Zelt hat eine Kapazität, die auf 5.000 Menschen ausgelegt ist, was zwar nicht mehr ganz als intime Club-Atmosphäre zählen dürfte, jedoch gerade für Fans von Künstlern, die üblicherweise ganze Hallen und Arenen ausverkaufen, eine gute Chance ist, sie doch nochmal in einem kleineren Rahmen zu sehen. Revolverheld feiern dieses Jahr ihr Debüt beim Zeltfestival Ruhr und verkaufen gleich – als einziger Act – zwei Shows aus. Das schaffen nicht einmal das Farin Urlaub Racing Team, Rea Garvey, KRAFTKLUB, Anastacia FR8A3795oder Johannes Oerding, die in diesem Jahr ebenfalls Zelte bespielen dürfen.

Fünf Minuten vor Beginn, um 20:25 Uhr, betreten Johannes Strate, Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch und Jakob Sinn die Bühne, gefolgt von ihrer zur Verstärkung dienenden Live-Band. Ohne großes Trara stehen sie urplötzlich da, als hätte sie ein Flugzeug abgeworfen und ausgesetzt und alles was ihnen bleibt, sind ihre Instrumente. Doch scheint es zudem so, als bräuchten sie auch gar nichts anderes, sondern wären genau an diesem Ort und dieser Stelle wunschlos glücklich – als sei die Bühne tatsächlich ihr Zuhause. Der Titeltrack ihres aktuellen Albums „Immer in Bewegung“ eröffnet den Konzertabend mit viel Energie – die Nordlichter fühlen ihre jeweiligen Instrumente und verschmelzen regelrecht mit ihnen, sodass es für die Band aufgrund des tollen Miteinanders ein leichtes Zusammenspiel sein dürfte.

Das ansonsten recht leere Bühnenbild wird lediglich von der Bandabkürzung RH sowie ein paar Lichtern geziert. Etwas mehr Spannung bringt da schon eher die teilweise abgefahrene Lichter- und Laser-Show, die die Band schon seit ein paar Jahren mit sich trägt (in unserem Interview mit Niels und Kris erfahrt Ihr ein paar Details). Nach dem ersten Song gibt es bereits unglaublich starken Applaus seitens des Publikums, sodass der zweite Song „Das kann uns keiner nehmen“ eigentlich nur noch eins draufsetzen kann – die direkte Einladung „Come on, singt ’n bisschen mit uns“ nehmen die Besucher gern an und feiern ihre Lieblingsband von nun an noch intensiver, klatschen im Takt und erfreuen sich an der einzigartigen Stimmung, die natürlich auch den Jungs nicht entgeht: „Wir müssen eigentlich mal hier her kommen und Applaus und Euphorie aufnehmen“, grinst Strate zufrieden, bevor er eine offiziell Begrüßung einleitet: „Guten Abend Bochum. BOCHUM! Was ist denn hier los? Wie geil seid Ihr denn?“, in der er unter anderem auch erklärt, dass sie erst skeptisch waren, als es hieß, sie spielen in einem großen Zelt – die Skepsis schlug nach vier Wochen allerdings in Dankbarkeit um, als das FR8A3772erste Konzert bereits ausverkauft war. Der Frontmann holt weiter aus: „Wir mussten schon immer zweimal in Bochum spielen. Damals haben wir die Zeche 2-mal ausverkauft, während in München nur 50 Leute beim Konzert standen. Und nun verkaufen wir 2-mal das Zelt aus…“, kann der sympathische Sänger es kaum fassen.

Für ihre Verbindung zum Fußball ist die Band ebenfalls bekannt. Vielleicht wird sie deshalb, im Gegensatz zu anderen Männer-Bands, auch von selbigen ernst genommen, obwohl sie Songs wie „Ich lass für Dich das Licht an“ singen. „Würde mich freuen, wenn Ihr mal wieder in der ersten Liga vorbeischaut, ehrlich“, sammelt Herr Strate weitere Sympathiepunkte in der Stadt. Doch das ist wahrscheinlich nicht einmal gewollt, denn man merkt den Jungs an, dass sie das alles ernst meinen, was sie sagen. Durch das ganze Gerede, das einem vorkommt, als würde man grad mit ’nem Kumpel beim Bierchen sitzen, vergeht die Zeit wie im Fluge und „Bands Deiner Jugend“ (+ Akustik-Gitarre) oder „Ich werd die Welt verändern“ (+ Tamburin) ziehen nur so an einem vorbei – fast wie die Schunkelwellen, die das Publikum ganz von allein kreiert. Um nach den etwas akustischen Nummern wieder etwas Schwung ins Zelt zu bekommen, darf „Ich werde nie erwachsen“ schnell ran und kurzzeitig für absolute Extase sorgen. Revolverheld kreieren schon anfangs eine großartige Mischung aus Hits („Spinner“) und Album-Songs („Hamburg hinter uns“) – ein ausgewogenes Konzert sowohl für Radiohit-Fans als auch für echte Revolverheld-Liebhaber.FR8A3737

Ach, Bochum…“ liebäugelt Johannes mit dem Publikum als selbiges „Spinner“ ganz von alleine singt und ihn fast übertönt. Die Jungs genießen es sichtlich, bedanken sich mehrfach und bekommen zusätzlich noch einen „OHOHOHOHOHOOH…“-Chor aus der schwitzenden Menge. Der richtige Zeitpunkt für ein ruhigeres Set: Im April haben Revolverheld MTV Unplugged aufgenommen. Ja, tatsächlich. „MTV Unplugged stand auf der Liste der Kindheitsträume noch vor Feuerwehrmann“, lacht Strate und bringt auch die Zeltgäste zum Mitlachen, mal wieder. Weiterhin berichtet er, dass sie das gar nicht glauben konnten, als sie beim lockeren Bier trinken gefragt wurden: „Da mussten die Leute uns erstmal auf einem Bierdeckel unterschreiben, dass sie das ernst meinen“. Weiter wird verraten, dass die MTV Unplugged Reihe mit Revolverheld am 9. Oktober veröffentlicht wird und im März 2016 eine Akustik-Tour ansteht. Als Vorgeschmack spielen die Hamburger heute „Halt Dich an mir fest“ und „Hamburg hinter uns“ in dieser speziellen Unplugged-Version. Schöne Idee: Live ausgewählte Kids, die heute das erste Konzert ihres Lebens besuchen, dürfen auf die Bühne, um sich das Konzert aus dieser Sicht angucken zu können. Mit einem super lieben „Das habt Ihr sehr, sehr schön gemacht – Danke“ werden die Kinder nach zwei Songs wieder zu ihren Eltern geschickt und dürfen ein einzigartiges Erlebnis von ihrem allerersten Konzert überhaupt mit nach Hause nehmen. Das ist nicht nur Fannähe, sondern Charakter.

Neben ihren allseits bekannten Radiosongs (wirklich viele, wenn man das mal aufzählt), überzeugen Revolverheld aber auch FR8A3747insbesondere mit der „Halt Dich an mir fest“-Version in neuem Gewand oder mit dem tanzbaren „Darf ich bitten?“, das ganz schön viel Elektro-Rock mit sich bringt. Die Band bietet ein großes Spektrum und dürfte damit eigentlich Jedermann überzeugen. Ein Revolverheld-Konzert grenzt schon fast an Perfektion – es sitzt einfach alles, einen schlechten Tag scheint die Band nicht zu kennen. Am 28. August spielt die Band übrigens ihr zweites, natürlich ebenfalls schon restlos ausverkauftes, Konzert im Zelt – auch das wird wahrscheinlich ein unvergessliches Erlebnis für die Besucher werden. Nicht vergessen: Am 9. Oktober erscheint „MTV Unplugged: Revolverheld.

>> Hier geht’s zur Foto-Galerie Revolverheld, 23.08.2015 Bochum/Witten.

(c) Fotos: C. Söhnchen

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