CD-CHECK: „Silence/Win“ von Kim Churchill

Veröffentlicht: August 10, 2015 in Neuerscheinungen
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KimChurchill_02Die Monate der Albumaufnahmen waren die ersten in ganzen 5 Jahren, in denen Kim Churchill ein Dach über dem Kopf hatte. Der bisherige Straßenmusiker und Surfer, der mit 18 sein Elternhaus verließ, reiste lieber und lebte in umgebauten Vans. 2009 gewann er den australischen Straßenmusiker-Wettbewerb Byron Bay Bluesfest und kehrt seitdem Jahr für Jahr auf dessen Mainstage zurück. Nun ist sein Debüt-Album „Silence/Win“ erschienen. Eine Rezension.

Kim Churchill, der auf den ersten Blick aussieht, als sei er ein US-Surferboy, Charmeur und Lieblingsanwärter zum Schwiegersohn des Jahres, ist in Wirklichkeit ein sehr ernstzunehmender Musiker, der kürzlich durch seine Single „Window To The Sky“ viel Aufmerksamkeit und damit verbundenes Lob einheimsen konnte – nicht mehr nur vom Berliner Radiosender FluxFM, die ihn bereits seit einiger Zeit supporten.

Neben dem bereits durch Funk und Fernsehen bekannten Titel „Window To The Sky“ hält das Debüt des australischen Musikexportes noch einige weitere Leckerbissen bereit. Los geht es mit dem ersten Track „Single Spark„, einem weiteren Ohrwurm, der an eine edle Mischung aus den lauteren Passenger und den leiseren Mumford & Sons Nummern ist. Eine leichte Folk-Rock-Brise ziert das gesamte Album, die besonders bei „Only Time Can Take You On“ zum Vorschein kommt und den Hörer gleichzeitig träumen und mitschunkeln lässt – wie gemacht also für ein Live-Konzert des sympathischen Singer/Songwriters aus Down Under, der ein Händchen dafür hat, fantastische Melodien mit seinen starken Vocals und seiner lyrischen Kunst zu kombinieren. „Don’t Leave Your Life Too Long“ beispielsweise bedarf keiner Interpretation, so klar dürfte die Message für jeden Hörer sein, sind auf die eine Weise die Zeilen sehr einprägsam und deutlich, auf die andere Weise das Auf und Ab der Instrumente und Klänge. Kim Churchill ist „ein Architekt, der mit seinen Instrumenten eine Landschaft zur textlichen Untermalung kreiert“, heißt es in seiner Biografie sehr wahr. Doch nicht nur der Folk-Rock-Churchill überzeugt, sondern auch die stillen Songs („Rage„, „Some Days The Rain May Fall„), die durch ihre extreme Bildsprache große Emotionen hervorrufen.

Backwards Head“ ist nicht nur unser Anspiel-Tipp (neben „Window To The Sky“ und „Dying Sun #7„), sondern auch der Song, der wohl am ehesten dazu einlädt, sich den jungen Songschreiber unbedingt live anzuschauen – seine Konzerte spielt er übrigens größtenteils barfuß. Vielleicht, um die Energie besser zu spüren und nicht ‚gefangen‘ oder ‚eingeengt‘ zu sein. „Canopy“ ist ein weiterer Live-Song, der nicht zuletzt durch die klangvolle Mundharmonika und das Tamburin im Ohr bleibt. Kim Churchill bringt sich mit seinem nahezu perfekten Debüt sicher in die Singer/Songwriter-Szene ein – als hätte man auf dieses Kerlchen gewartet.

Silence/Winvon Kim Churchill | VÖ 07.08.15 | als Download und CD!

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