CD-CHECK: „Sippenhaft“ von Herrenmagazin

Veröffentlicht: August 4, 2015 in Neuerscheinungen
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HerrenmagazinAllzu häufig liest man: Das neue Album ist das persönlichste, das diese Band jemals aufgenommen hat. Oftmals handelt es sich dann dabei um die Aufarbeitung gescheiterter Beziehungen oder die Auseinandersetzung mit seelischen Zwickmühlen. Doch selten traf diese Bezeichnung eines zutiefst persönlichen Albums so sehr zu wie auf „Sippenhaft“, das vierte Album von Herrenmagazin. Denn darauf konfrontiert sich die Band mit ihren Wurzeln als Mensch, Musiker und Individuum. Eine Rezension inklusive Videopremiere.

Mit „Sippenhaft“ veröffentlichen Deniz Jaspersen (Gesang, Gitarre), König Wilhelmsburg (Gitarre), Paul Konopacka (Bass) und Rasmus Engler (Drums) als Herrenmagazin am 7. August also endlich eine neue Platte, auf die die Fans sehnsüchtig gewartet haben. Die poetischen Pioniere aus Hamburg überzeugen bereits mit dem Opener „Ehrenwort“. Leicht theatralisch und stets sanft klingt das Quartett, das nach drei Vorzeigealben einfach ein viertes in die Diskografie einreiht. „Ehrenwort“ ist der perfekte erste Song, da er aufgrund seines Liedtextes schon eingangs unsere These aufgreift – die des persönlichsten Albums einer Band. Sanfte Pianotöne runden das Ganze ab und lassen den Hörer so in die Tiefen tauchen. Eintauchen kann man auch in das ganz frische Musikvideo, das just Premiere feierte:

An den ersten Track knüpft beispielsweise auch der sehr melancholische Titeltrack „Sippenhaft“, der nicht zuletzt durch Jaspersens weicher und ’stockender‘ Stimme berührt, die sich sofort mit Eurem Herz vereinen wird – insbesondere bei diesem höchst emotionalen Liedgut. „Was hab ich mir nur vorgemacht, als ich vom freien Leben sprach / Denn bei jedem kleinen Schritt / Beurteilst Du die Dinge mit„. Genau solche Titel sind es wahrscheinlich, für die Herrenmagazin von ihren Liebhabern gefeiert werden – mit jedem Konzert, mit jedem Album vielleicht ein bisschen mehr. Man muss zuhören, man wird eintauchen, man wird sich verlieben! Doch natürlich verschmelzen die sympathischen Nordlichter nicht nur mit den langsamen Nummern in perfekter Singer/Songwriter-Manier. Rasmus Engler vernachlässigt sein Schlagzeug natürlich keinesfalls und kommt in den Nummern „Wir bluten aus“ oder „Zwischen den Tätern“ zum Einsatz, auf denen auch Deniz Jespersen sein etwas lauteres Stimmwerk vorstellt – Ohrwurmgarantie. Ebenfalls mit von der Partie sind natürlich (gesellschafts-)kritische Themen, für die die Band ohnehin bekannt ist.

Sippenhaft“ ist ein Album, das beobachtet, ohne dabei eine klare Linie zu verlieren. Die gesamten fast 40 Minuten (11 Titel) Gesamtspielzeit beschäftigen sich ganz oberflächlich zusammengefasst mit dem Leben und all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Ein Teil des Refrains des letzten Titels „Bis Du mir glaubst“ lautet passenderweise: „[…] Ich treib die Lüge auf die Spitze / Da dreht sie um und sieht mich an / Und fragt ‚Wohin, wie geht es weiter?‘ Und ich sag ‚Ganz zurück zum Anfang‘ […]“. Ein emotionales Albumfinale eines emotionalen Albums.  Herrenmagazin sind Familie und man fühlt sich, als würde man mit den Jungs am Tisch sitzen. Das Album ist bittersüß und passend zu unserem diesjährigen Sommer. Was hatte man auch anderes erwartet?

Sippenhaftvon Herrenmagazin | VÖ 07.08.15 | als Download, CD und Vinyl!

Wer Herrenmagazin live sehen möchte, darf sie unbedingt auf ihrer Tour besuchen.
Alle Termine findet Ihr hier!

(c) Foto: Andreas Hornoff

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