CD-CHECK: „Marks To Prove It“ von The Maccabees

Veröffentlicht: Juli 29, 2015 in Neuerscheinungen
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The MaccabeesElf neue Songs gibt es auf der neuen Platte „Marks To Prove It“ von The Maccabees zu hören – das Quintett aus London beweist einmal mehr, warum es mit jedem neuen Album der britischen Chartsspitze näher kommt (ihr letztes Album ‚Given To The Wild‚ von 2012 stieg auf #4 ein und hielt sich in den sogenannten Midweeks zeitweilig sogar auf #1).  Eine Vorab-Rezension.

Ein Debüt ist so etwas wie eine Eintrittskarte, ein Personalausweis, denkt man. Das zweite Album ist das schwerste, munkelt man. Alle guten Dinge sind drei, heißt es. Über die vierte Platte gibts dann eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer: Es ist schön, dass Sie es bis hier hin geschafft haben. Doch bei den Maccabees ist ja sowieso einiges anders als üblich und deshalb hat man zu ihrem Viertling so einiges zu erzählen – und vor allem bekommt dort einiges zu hören. Ein ganz großes Spektrum.

Der ebenfalls als Opener fungierende Titeltrack „Marks To Prove It“ klingt wie ein roughes Lebenszeichen einer Band, die seit 2013 an dieser Platte arbeitete. Unmittelbar wird klar, dass im Vergleich zu dem Vorgänger „Given To The Wild“ eine erwähnenswerte Steigerung stattfindet – so schön Titel wie „Pelican„, „Forever I’ve Known“ und „Feel To Follow“ waren und natürlich auch noch sind, umso umwerfender erklingt hier bereits der erste Song: Aussagekräftig. Stark. Eigen. Speziell. Zeitweise etwas kantig und sehr detailliert, wodurch Orlando Weeks‘ eindringliche Stimme noch mehr an Geltung gewinnt. Lässt man sich in einem Moment auf diesen Sound ein (und das wird man!), steckt man im The Maccabees - Marks To Prove It - VÖ 31.07.15nächsten Moment ganz tief drin und weiß Hymnen wie „Spit It Out“ sehr zu schätzen – der Song beginnt sanft, leise, ruhig, um im Verlauf immer mehr an Dynamik hinzuzugewinnen, was zu einem Aufundab der Gefühle führt und letztendlich ein völlig abruptes Ende findet.

Dieses Album klingt fast so, als sei es in verschiedenen Gefühlslagen und Situationen entstanden. Neben hektischen Titeln findet man ebenso klassische, die zunächst nicht ins Konzept zu passen scheinen – zunächst; denn beim genaueren Hören und Eintauchen, entpuppen sich „Kamakura“ oder „WW1 Portraits“ als wahre Wunder. Es sind Tracks, die melancholisch und auf ihre Weise extrem klingen und eine nahezu unbeschreibliche Liebe zum Detail aufweisen, auf eine sehr gut erkennbare Art. Man hört wahrhaftig raus, insbesondere auf  „WW1 Portraits„, wieviel Mühe und Liebe Orlando Weeks, Hugo White, Felix White, Rupert Jarvis und Sam Doyle in dieses Werk gesteckt haben, sodass die Gänsehaut einen ungefragt überkommt. Was die Band übrigens auf dieser Scheibe auch noch mehr beherrscht als je zuvor: Hymnen schreiben, Wendungen erzeugen. Die aktuelle Single „Something Like Happiness“ ist ein Beweis dafür und mogelt sich auf dem Album als achter Track zwischen viele gigantische Nummernmajestätisch, auf den Punkt.

The Maccabees klingen auf „Marks To Prove It“ als seien sie nach all den Jahren an dem Ziel angekommen, das sie sich zu Anfang ihrer Bandgründung gesetzt haben, als hätten sie die drei vorherigen Alben jedoch unbedingt dazu gebraucht, um zu reifen. Vielleicht ist das Abschlusslied „Dawn Chorus“ mit seinen wundervollen Trompeten als Dankeschön zu sehen – als Dankeschön an sich selbst, an die Fans, die die Reise mit ihnen gegangen sind und weiterhin gehen. „Dawn Chorus“ bietet nämlich einen ganz speziellen Ausgang und fasst aus der musikalischen Sicht die Albenchronologie zusammen. Ein Album, das durch seine unperfekten Kanten ziemlich perfekt erscheint; ein Album, das die bisher beste Platte der Band ist (sorry, „Given To The Wild„); ein Album, das so manche Jahrescharts 2015 ganz weit vorne bestücken wird. Hier ist einfach alles stimmig – vom ersten bis zum letzten Lied, vom Artwork des Coverfotos (fotografiert von David Busfield) bis zu den Musikvideos zu den Singles. Meisterwerk!

Marks To Prove Itvon The Maccabees | VÖ 31.07.15 | als Download, CD und Vinyl!

Schon gewusst? Nach ihrer exklusiven Club-Show im Heimathafen in Berlin am 21.08.15, werden The Maccabees im Januar 2016 für vier weitere Konzerte nach Deutschland kommen. Wir präsentieren die Tour in Kooperation mit Selective Artists – alle Termine und Informationen findet Ihr hier.

(c) Foto: Pooneh Ghana

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