EP-CHECK: „MMXV“ von ROMN

Veröffentlicht: Juli 9, 2015 in Neuerscheinungen
Schlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , ,

ROMNROMN, das sind Dominik (24), Yannis (22) und Patrick (22) – drei Jungs, die aus ihrem Proberaum in der Südpfalz nun zum großen Wurf in die weite Welt ansetzen; mit einem Sound, der die Dualität atmet: Tiefe Bässe treffen auf hohe Erwartungen, große Gefühle auf kleine Details, intime Innenansichten auf weitschweifende Soundscapes. Mit ihrer Debüt-EP »MMXV« und Tracks zwischen verwinkeltem Indietronica und geradlinigem Pop setzen ROMN ein erstes laustarkes Ausrufezeichen, das ihren Bandnamen tief in die verursachte Gänsehaut brennt und bereits die Richtung vorgibt, die das Trio einzuschlagen gedenkt: nach oben. Eine Rezension.

Die Jungs kommen aus verschiedenen Bands, trafen sich igendwann irgendwo und wurden eine Einheit – deutlich zu hören ist das bereits in dem als Opener fungierenden Spitzentrack „Collide„, der trotz – oder gerade wegen – seiner ungeschliffenen Ecken und Kanten voll ins Schwarze trifft und somit zu einem musikalischen Edeldiamenten wird. Teilweise klingt es, als würden wir mit einem uralten Kabeltelefon mit Drehscheibe im Studio der Jungs anrufen und beim Aufnehmen lauschen, ohne dass sie es merken. Kurzum: Hätte die NSA ROMN abgehört, hätten sie das niemals geheim halten können, denn sie hätten Jedermann davon erzählen müssen. Getrieben vom Beat, der zwischendurch nach Justin ROMN - MXXV - out nowTimberlake und Bilderbuch klingt, landet man in einer Unendlichschleife des Repeat-Drückens, wenn auch man die EP weiterlaufen lassen sollte.

Es wartet nämlich unter anderem das entzückende „Traveller„, das einen so starken internationalen Appeal hat, dass es gleich für einen Soundtrack eines Hollywoodfilms entdeckt werden könnte – und wenn das nicht der Fall ist, dann sollte zumindest mal bitte jemand Matthias Schweighöfer für seinen nächsten Film darauf aufmerksam machen. Beim Hören entschwindet man schnell aus dem Alltag, taucht in eine Fernsucht ein und möchte am liebsten sofort ans Meer fahren und dort joggen als gäbe es kein Morgen mehr. ROMN machen Musik, die sowohl in den Kopf, als auch in den Magen und bis ins Mark und in die Tanzbeine geht, so beispielsweise auch „Kissin The Fist„, das noch ein bisschen düsterer daher kommt. Auch der letzte Titel „Cause You Care“ überzeugt mit (s)einem Bass, der teils bedrohlich erklingt inklusive abgehackter Roboterstimme, die sich plötzlich zu einer Piepsstimme wandelt und von Ton zu Ton atmospährischer wird.

Die Herzfrequenz schlägt bei dem Minialbum auf jeden Fall höher – man möchte am liebsten noch weitere Tracks hören und sofort wissen, wann der EP denn ein Album folgt. Diese musikalische Introduktion ist der Band ROMN auf jeden Fall gelungen, sodass der Appetit angeregt ist. Und fast schon in Hunger, Gier ausschlägt. Indie Electronica in ganz eigener Herstellung, unverkennbar gut, ein ungeschliffener Diamant.

MMXV von ROMN | VÖ 03.07.15 | als Download!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.