Will YoungDer britische Sänger und Entertainer Will Young veröffentlicht am 10. Juli sein brandneues Studioalbum „85% Proof” über Island Records (Universal Music). „85% Proof” ist das sechste Album des Singers/Songwriters, der bereits zwei Brit Awards gewann und dessen Songs sich millionenfach verkauften, und zählt bis dato als sein ausgereiftestes Werk. Das Album ist von Vielseitigkeit, Souveränität und großer Menschlichkeit geprägt. Wir sprachen Ende Mai mit Will Young im Telefon-Interview!

Produziert wurde „85% Proof” von Jim Eliot, der schon vorher mit Will Young zusammenarbeitete und auch Künstler wie Mikky Ekko und Ellie Goulding zu seinen Referenzen zählt. „85% Proof“ spiegelt Wills Erlebnisse der letzten Jahre wider und ist sein bisher ehrlichstes und persönlichstes Werk. Wir durften an einem Donnerstag Ende Mai exklusiv mit Will Young telefonieren und präsentieren Euch das nette und informative Gespräch nun im Rahmen der baldigen Album-Veröffentlichung am 10. Juli:

The Pick: Lass uns ein bisschen über Deine Musik sprechen!
Will Young: Yeah!

Du warst ja nicht ganz untätig nachdem Du Dein letztes Album „Echoes“ in 2011 herausgebracht hast – erzähl uns doch mal, was Du in all den Jahren bis jetzt so gemacht hast.
Ich habe in London für ca. 8 Monate Kabarret gespielt. Danach habe ich in Oxford studiert und Gesang gelehrt sowie Gesangworkshops geleitet und für verschiedene Websiten und Zeitungen geschrieben. Und natürlich meine Autobiografie geschrieben.

Wir haben gelesen, dass Du dich politisch engagierst. Du hast für Blogs wie z.B. die „HuffingtonPost“ geschrieben. Das ist ja schon etwas anders, als Musik zu schreiben und zu machen. Welche Themen interessieren Dich da am meisten, in politischer Hinsicht?
Ich schreibe ja nicht nur über Politik, sondern z.B. auch über das mentale Wohlbefinden, über soziale Dichtung – und in politischer Hinsicht natürlich über LGBT-Rights (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual), homophobes Verhalten in der Schule. Ich habe mich zudem auch mit den Bildungsministern getroffen. Das werde ich auch weiterhin neben der Musik tun, weil man als Musiker auch einfach dieses öffentliche Auftreten hat, was einem auch die Möglichkeit gibt, jungen Menschen, die selber keine Stimme haben, eine zu geben.

Das ist super! Irland war ja das erste Land, welches durch die Volksabstimmung offiziell die Homo-Ehe legalisiert bzw. eingeführt hat. Denkst Du, dass Irland damit ein Exempel für die restliche Welt statuiert hat?
Ich denke, dass so etwas immer ein Signal für die anderen Länder ist, hoffentlich auch für Deutschland. Die Politiker sind ja meistens immer etwas konservativer und wollen keine Aufregung unter ihren Anhängern verursachen. Es gibt da in Amerika ein gutes Sprichwort, das lautet wie folgt: „Turkeys don’t vote for Christmas“ – und so ist es auch mit den Poltikern. Sie werden nichts tun, was ihre Position im Parlament gefährden könnte. Aber ich hoffe, dass es eine Veränderung in anderen Ländern bewirkt.

Will Young Albumcover

Am 10. Juli erscheint Will Youngs neues Album „85% Proof“ auch in Deutschland!

Zurück zur Musik: Wieso hat es ganze 4 Jahre gedauert, bis Du nun endlich Dein neues Album heraus bringst?
Das liegt daran, dass ich diese anderen Dinge gemacht habe und ich wollte auch einfach eine musikalische Auszeit nehmen, um andere Dinge zu tun. Ich denke, das ist auch wichtig für mich, diese Zeit zu nehmen, um die Energie wieder zu gewinnen, mit der ich mich dann der Musik widme. Wenn ich non-stop Musik machen würde, würde ich wahrscheinlich die Liebe dazu verlieren und dann würde es mir auch keinen Spaß mehr machen.

Inwiefern haben Deine anderen Tätigkeiten (als Schauspieler, Autor, etc.) Dein Songwriting beeinflusst?
Das ist das Tolle am Songwriting: Egal, was ich in der Zwischenzeit mache, es wird meine Art zu schreiben immer irgendwie beeinflussen und meine Sicht auf die Dinge verändern. Alles, was ich in der Zwischenzeit gemacht habe, hat mir auf eine Art auch geholfen, dieses Album zu schreiben.

Wie war es, mit Jim Eliot zusammen zu arbeiten? Kannst Du uns da etwas drüber erzählen? Du hast das ganze Album ja in Kürzester Zeit aufgenommen.
Ja, wir haben die Songs in nur 10 Tagen geschrieben. Ich, Jim Eliot und seine Frau; sie haben selber auch eine Band und mit ihnen habe ich auch schon für mein letztes Album geschrieben. Das macht so viel Spaß, weil wir auch so gut befreundet sind. Sie leben eher ländlich. So komme ich auch mal raus aus London. Ich wohnte bei ihnen im Garten in einem Caravan, brachte ihre Kinder zur Schule und schrieb anschließend ein bisschen, dann aßen wir zu Mittag. Es ist also alles echt sehr relaxed gewesen und das Schreiben ging schnell von der Hand. Dieses Mal waren wir auch alle einfach selbstsicherer als zuvor, weil wir uns so viel besser kennen. Es war ein sehr intensives und konzentriertes Arbeiten, wenn wir einen Song geschrieben haben, aber es war wundervoll. Jim hat die Platte dann anschließend produziert. Das war das erste Mal, dass er ein Album in seiner Gänze produziert hat und ich bin so stolz auf ihn.

Du hast das Album „85 % Proof“ genannt – was fehlt zu den vollen 100%, wieso hast Du diesen Titel gewählt?
Ich dachte, dass „100% Proof“ vermutlich zu arrogant klingen würde. Ich wollte die 15% Spielraum lassen. Man kann es mit dem Prozentgehalt im Alkohol vergleichen. Ich habe da mit meinem Bruder während des Kickboxens drüber gesprochen. Wir haben über die verschiedenen Prozentanteile im Alkohol gesprochen und er sagte, ich solle mein Album doch einfach so nennen – und die Idee gefiel mir echt gut.

Dein Album wurde ja bereits in der UK veröffentlich. Wie fielen die ersten Reaktionen aus?
Sie waren gut. Ich lese allerdings keine Reviews. Ich habe in den letzten 10 Jahren keine Rezension mehr gelesen. Ich halte das nicht für notwendig. Ich gebe immer mein Bestes und glaube an meine Alben und hoffe, dass so viele Menschen wie möglich es mögen. Denn dafür mache ich es – ich möchte, dass die Leute meine Songs hören. Wenn ich z.B. einen Schuhladen aufmachen würde, würde ich auch daran glauben, dass es den Leuten gefällt und sie was von den Schuhen haben. Egal, um welches Produkt es geht, man sollte immer selbst davon überzeugt sein und voll und ganz dahinter stehen. Ich liebe meine Songs und möchte, dass die Leute sie hören, denn ich denke, dass es wundervolle Songs sind.

Wir durften uns das Album ja schon anhören und es gefällt uns echt sehr, sehr gut! Du machst immer noch Popmusik, aber auf eine spezielle Art und Weise. Wir würdest Du Deine eigene Musik beschreiben?
Das ist nur schwer zu beantworten. Wenn es einfach so aus einem rauskommt, ist es schwer, es stilistisch zu beschreiben. Ich würde sagen, meine Musik ist sehr ehrlich und authentisch. Ermutigend. Zum Beispiel „Brave Man“ und „Love Revolution“, die sagen „lasst uns zusammen kommen und zusammenarbeiten gegen ein System, das es uns nicht erlaubt, so glücklich zu sein, wie wir es könnten“. Dieses Einheitsgefühl spielt eine große Rolle auf dem Album.

Wieso hast Du „Love Revolution“ als erste Single ausgewählt?
Es fühlte sich so an, als sei es der richtige Song. Er macht Spaß, ist ein Dance Track und hat einfach eine positive Message.

Wenn Du an Dein allererstes Album und an Dein jetziges denkst, was ist für Dich der größte Unterschied und was hat sich Deiner Meinung nach in der Musik und in dem Musikbusiness generell verändert?
Der Unterschied zwischen dem ersten und diesem Album ist, dass ich viel weiser und selbstbewusster bin als Songwriter. In Bezug aufs Musikbusiness würde ich sagen, dass das Internet den Künstlern da viel weiter hilft. Es gibt dir die Möglichkeit, deine Musik zu verbreiten, ohne vorab groß in Zeitschriften oder Magazinen publiziert worden zu sein. Du kannst einfach ein Video machen und es ins Internet stellen und die Leute können es sich anschauen. Ich finde das einfach wunderbar. Du kannst direkter mit den Fans in Kontakt treten. Das ist für mich die größte Veränderung.

Zurück zu Deinen Songs – „Promise Me“ ist ein Song über die Liebe. Würdest Du uns vielleicht ein bisschen über die Story dahinter erzählen?
Ja! Es geht um das Vertrauen innerhalb einer Beziehung. Ich habe einen Film mit Nicole Kidman gesehen – da hing ein Junge in einem Baum im Garten fest – und ich hatte dieses Bild vor Augen und dachte mir, das ist so ein trauriges Bild. Also begann ich mit den Lyrics. Es geht darum, dass jemand sagt „Ich bin bei dir, ich bleibe bei dir“. Ich denke, das ist das, was du hören willst, wenn du in einer Beziehung bist und dich an die Nähe des anderen gewöhnst. Zusammen mit der Angst, dass die Person vielleicht doch eines Tages gehen könnte. Darum geht es in dem Song.

Alle Songs haben wirklich tiefgründige Lyrics. Nehmen „I Don’t Need A Lover“ z.B. Es fühlt sich so an, als käme der direkt aus Deinem Herzen – emotional und dramatisch. Wieso hast Du diesen Song an letzter Stelle auf dem Album platziert?
Ich wollte das Album mit einem nachdenklichen Song beenden. Es ist ein eher trauriger Herzschmerz-Song, in dem eben nach mehr als nur einem Lover gefragt wird. Das ist auch mein Standpunkt. Ich bin jetzt 36 Jahre und möchte heiraten und Kinder haben, also möchte ich mehr als nur einen Lover. Jeder Song ist voll mit Emotionen wie Hoffnung, Trauer und Stärke und dieser beinhaltet sie alle.

Es sind insgesamt 10 Tracks auf dem Album und 14 auf der Deluxe-Version. Wieviele Songs hast Du generell geschrieben und Will Younggab es auch Songs, bei denen Du Angst hattest, sie zu veröffentlichen, oder gab es tatsächlich nur diese 10 Songs?
Nein, ich habe 15 Songs geschrieben. 2 von denen waren einfach nicht gut genug. Jeder Song, den ich veröffentlichen wollte, habe ich auch veröffentlicht.

Spielst Du vielleicht auch bald ein paar Headliner Shows in Deutschland? Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
Ich bin ja bei „Island Records“ unter Vertrag und es ist super, dass sie es mir ermöglichen, auch wieder mehr internationale Sachen zu machen wie z.B. dieses Interview. Ich glaube an dieses Album und daran, dass es auch Menschen in anderen Ländern gefällt. Ich liebe es, die Welt zu bereisen und wenn ich das mit meiner Musik machen kann, ist das ein doppelter Bonus.

So kannst Du Dir ja auch viel Inspiration für ein nächstes Album holen!
Exakt! (lacht). Ich möchte ein multilinguales Album machen. Ich möchte Songs in verschiedenen Sprachen aufnehmen! Das ist ein Plan für die Zukunft.

Wir bedanken uns bei Will Young, Peter G. und Univesal Music für die Koordination und das nette Interview.

(c) Fotos: Universal Music

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