HONNEDas Londoner Electro-Soul-Duo HONNE bestehend aus dem Sänger Andy und dem Produzenten James, berührt mit charismatisch-sinnlichen Vocals und minimalistisch-elektronischen Produktionen, die von klassischem Soul, aber auch von komplexen Synths inspiriert sind, wie ihre aktuelle EPCoastal Love“ beweist. Lest hier unser Interview mit HONNE!

Andy und James von HONNE haben sich zwischen dem ganzen Trubel um ihre grandiose Musik Zeit genommen, einige unserer Fragen zu beantworten. Ihre aktuelle EPCoastal Love“ ist seit dem 1. Mai erhältlich, zum Beispiel hier, mit dem Album wird es noch ein bisschen dauern – aber dazu erzählt James in unserem Q&A mehr, bitteschön:

Unsere allererste Frage: Was bedeutet Euer Name HONNE, wie habt Ihr ihn ausgewählt?
Es ist Teil einer zweiteiligen japanischen Redewendung, Honne und Tatemae. Grundsätzlich steht Honne für Deine wahren Gefühle; diese, die Du für Dich selbst behalten solltest oder nur mit Deinen engsten Freunden teilst. Tatemae ist das Gegenteil davon: Es sind die Gefühle, die Du in die Außenwelt und Öffentlichkeit trägst. Wir stießen vor einer Weile auf das Wort Honne und haben uns einfach in die Bedeutung verliebt und sofort gefühlt, dass es perfekt zu den Themen passt, über die wir singen.

Wo und wann habt Ihr Euch das erste Mal getroffen – und habt Ihr sofort über Musik gesprochen?
Andy war die erste Person, die ich an der Universität getroffen habe und innerhalb weniger Tage haben wir Musik zusammen geschrieben. Das ist jetzt sieben Jahre her. Seither haben wir immer an der Musik gearbeitet, aber es ist erst 18 Monate her, dass Honne geboren wurde.

Ihr seid ja keine Boyband im Sinne einer ‚Boyband‘, sondern echte Musiker. Bitte gebt uns doch ein paar Informationen zu den Köpfen, die hinter HONNE stecken:
HONNE besteht aus Andy und James. Wir leben beide in London, jedoch sind wir beide ursprünglich aus dem Südwesten Englands, kannten uns allerdings vorher nicht – erst als wir zum Studieren nach London gingen. Wir spielen beide Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug und produzieren unsere eigene Musik.

Wusstet Ihr schon immer, dass Ihr Musiker werden wollt oder hattet Ihr andere Träume, als Ihr jünger wart, z. B. im Kindergarten?
Von dem Moment an, als wir damit begonnen haben, Gitarre zu spielen, wurden wir ziemlich besessen und haben all unsere Aufmerksamkeit darauf fokussiert. In der Schule haben wir in zig Bands gespielt und ich habe meine ganze Zeit mit anderen Musikern verbracht. Ich Coastal Love_Cover_lowres(1)habe mir viel Zeug von den Leuten geliehen, die in meiner Stadt lebten, womit ich mir ein provisorisches Studio in unserem Wohnzimmer eingerichtet habe – was meine Eltern überraschenderweise gut fanden. Andy hat dasselbe auf dem Dachboden seines Hauses gemacht, es ist großartig da.

Wisst Ihr noch immer, welches die erste Platte war, die Ihr gekauft habt – und habt Ihr sie noch immer?
In der Tat erinnere ich mich nicht. Wahrscheinlich irgendwas Schreckliches aus den 90ern! Aber der erste Künstler, von dessen Musik ich total besessen war, war Michael Jackson. Ich erinnere mich daran, seine Musik schon dann gehört zu haben, als ich selbst noch keine gemacht habe – und ich war so umgehauen, wie großartig es sich anhörte.

Es wirkt so, als hättet Ihr etwas kreiert, was noch nie zuvor da war. Wie würdet Ihr den Sound von HONNE beschreiben?
Unser Ziel war es immer, mit etwas um die Ecke zu kommen, bei dem wir fühlen, dass es authentisch und einzigartig ist. Daher sind wir erfreut, dass Du das sagst – Danke. Wir mögen es, das so zu beschreiben: Es ist die Art von Musik, die Du auf einer Fahrt durch die Stadt um 2 Uhr nachts hörst, mit kaum jemandem sonst in der Gegend, in einer warmen Sommernacht mit heruntergekurbelten Fenstern.

Ich weiß nicht, ob Ihr von den elektronischen Sounds von James Blake und dem souligen Frank Ocean Sound beeinflusst wurdet, aber es klingt manchmal etwas so. Erzählt mal, wer Eure Soundkreationen beeinflusst?
Natürlich haben wir diese Künstler angehört und wir finden sie brilliant, aber wir haben an und für sich nicht wirklich viel von ihnen abgeschaut. Hinsichtlich der Produktion, obwohl man es vielleicht nicht so offensichtlich heraus hört, stammt meine Hauptmotivation, elektronische Musik zu machen, von einigen deutschen Elektrokünstlern – insbesondere Apparat und Modeselektor; und der Arbeit, die sie als Moderat zusammen gemacht haben. Aber von all den Künstlern abgesehen, die uns dazu inspiriert haben, diese Musik zu machen, ist der Sound jedes Songs eher konzeptionell gedacht – wir denken darüber nach, die der Song uns fühlen lassen soll und wie er aussehen würde, wenn er in einem Film gespielt werden würde. 

Und woher nehmt Ihr die Inspiration für Eure Songtexte?
Andy: Ich ziehe sehr viel Inspiration aus meinem Umfeld; Situationen, in denen ich bin – oder in denen meine engen Freunde sich befinden. „Coastal Love“ beispielsweise wurde von einer langen Fernbeziehung inspiriert, in der ich mich zu der Zeit befand. Meine Freundin hat für sechs Monate in Japan gelebt, also wollte ich über die eher positive Seite weiter Entfernung schreiben, der oft nicht so viel Beachtung geschenkt wird.

Wenn Ihr einen Track produziert, sitzt Ihr dann zusammen wie in einer Jam-Session in Eurem Studio oder wie entsteht ein neuer HONNE Track?
Es variiert, aber meistens startet es damit, dass ich ein Instrumental in meinem Heimstudio schreibe. Dann schicke ich es an Andy, der die Lyrics schreibt und Melodien entwickelt. Danach kommen wir zusammen, um noch ein bisschen mehr an der Produktion zu arbeiten und den Song fertigzustellen.

Wie lange braucht Ihr dafür normalerweise?
Das ist wirklich unterschiedlich. „Warm On A Cold Night“ war innerhalb von zwei Tagen komplett fertig, und es ist wirklich super, wenn ein Song so einfach entsteht wie dieser. Für manch andere Songs brauchen wir wesentlich länger als bei diesem und Du verbringst die Zeit damit, dieses kleine Extra zu finden, das den Track später ausmacht. Beide Prozesse haben ihre Vor und Nachteile – etwas leicht oder schwer zu finden ist schön, solange wir am Ende einen Song haben, mit dem wir glücklich sind. Wir lieben den ganzen Prozess ohnehin.

Ihr habt wirklich tolle Arbeit mit den Musikvideos zu „All In The Value“ und „Warm On A Cold Night“ geleistet. Wer hatte die Ideen zu der Cinematograife der Videos?
Wir haben „Warm On A Cold Night“ an eine Regisseurin namens Geej Ower geschickt, der sodann mit einer verblüffenden Bearbeitung um die Ecke kam. Wir hatten einige Besprechungen darüber und es passte einfach alles sehr schön zusammen. Danach haben wir uns dazu entschlossen, für das „All In The Value“ noch einmal auf sie zurückzukommen – und das verhalf uns zum ‚Best Music Video‘ beim London Independent Film Festival, was unglaublich ist.

Ihr habt Eure „Coastal Love“-EP im Mai veröffentlicht und stellt zwischendurch immer neue Tracks online. Wann dürfen wir mit einem Album rechnen?
Ihr solltet irgendwann gegen Mitte des nächsten Jahres mit einem Album rechnen können.

Was ist Euer liebster Track, den Ihr bisher geschrieben habt?
Mein Favorit ist wahrscheinlich der Track, den wir als nächstes veröffentlichen werden. Er ist ziemlich Uptempo. Zudem spielt einer unserer engsten Freunde auf dem Track abgefahren Bass (sogar ein Bass-Solo). Es war einfach witzig, ihn aufzunehmen.

Ihr habt Songs von Rae Morris, Tei Shi und vielen anderen geremixed. Von wem hättet Ihr gerne einen Remix für einen HONNE Song, um ihn mal anders erklingen zu lassen?
Wir würden es gut finden, wenn Apparat einen Remix machen würde. Es wäre interessant zu sehen, was er aus einem HONNE Track machen würde.

Kürzlich habt Ihr einen ausverkauften Gig in Berlin gespielt und es verkaufen sich sowieso fast alle Eurer Konzerte schnell aus. Was gefällt Euch am besten an ausverkauften Konzerten in kleinen Clubs?
Die Atmosphäre. Es ist das beste Gefühl, in einem heißen, brechend vollen Raum zu spielen und die Leute zu Deinen Songs singen zu hören.

Dann wiederum habt Ihr beim Radio 1 Big Weekend neben anderen hochgeschätzten Newcomern und großen Acts gespielt. Hattet Ihr Zeit, Euch ein paar Konzerte anzuschauen und wen würdet Ihr wärmstes empfehlen?
Um ehrlich zu sein, hatten wir nicht wirklich die Chance, jemanden live spielen zu sehen. Aber wir werden dieses Jahr in London beim Field Day Festival spielen und freuen uns sehr auf Tei Shi und Shura und natürlich auf Caribou.

Bevorzugt Ihr denn kleine Clubs oder große Festivals?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Wir haben bisher noch nicht so viele große Festivals gespielt, aber ich kann mir vorstellen, dass es sich sehr toll anfühlen muss, wenn die Leute Deine Songs kennen. Deshalb entscheide ich mich jetzt noch für kleine Clubs, aber lasst uns auf große Festivals in der Zukunft hoffen.

Ihr habt auch ein paar Support-Gigs für Kwabs gespielt. Denkt Ihr, dass es hart für einen Support ist, das Publikum für den Headliner aufzuwärmen – oder ist es ein dankbarer Job? Oder beides?
Ich denke es ist ziemlich hart; aber ich mag es. Unsere Musik ist sehr soulig und groovig, so, dass es hoffentlich nicht so schwer für das Publikum ist, sich dafür zu begeistern, obwohl sie die Songs noch nicht kennen. Glücklicherweise hat das Kwabs-Publikum sehr gut reagiert  – wir hatten eine tolle Zeit. Und natürlich war Kwabs großartig, wie zu erwarten war.

Seid Ihr aufHONNEgeregter, wenn Ihr in in fremden Ländern spielt oder wenn Ihr in London spielt?
Es ist ein unterschiedliches Gefühl. Es ist immer aufregend, an einen neuen Ort zu kommen und ihn zu entdecken. Aber es ist sehr überraschend, wenn Du merkst, dass ein Gig in einem anderen Land ausverkauft ist, das ist sehr besonders. In London zu spielen ist auf eine andere Art und Weise besonders, weil es unser Zuhause ist.

Was war das beste, was Ihr bisher mit HONNE erlebt habt?
Ich denke, die verrückteste und unvergleichbarste Erfahrung war es, Stromae bei unserem zweiten Gig in Hammersmith Apollo in London zu supporten. Dieser Ort ist absolut gewaltig!

Was macht Ihr, wenn Ihr ein bisschen kostbare Freizeit habt?
Wenn wir ein bisschen Freizeit haben, gehen wir oft in ein Lokal am Ende der Straße, um etwas zu essen. Das Lokal heißt ‚Hackney Wick‘ und befindet sich am Kanal von London. Wenn Ihr in London seid, empfehlen wir Euch, dort vorbei zu schauen. ‚Crate‘ ist unser Liebling – grandiose Pizza. Davon abgesehen mögen wir es beide, zu reisen. Ich war kürzlich zum zweiten Mal in Kopenhagen, während Andy durch ganz Skandinavien gereist ist.

Wie spät ist es jetzt und was habt Ihr bisher heute so gemacht?
Gerade ist es 11:47 Uhr morgens. Bisher war ich heute Morgen am Kanal joggen, habe mir Frühstück gemacht: Avocados, Pilze, Tomaten, Speck und Toast. Außerdem habe ich einen neuen Song, den ich gestern geschrieben habe, an Andy geschickt und, endlich, einige Antworten auf diese Fragen geschrieben.

Welche Musik hört Ihr und wie hört Ihr sie am liebsten – MP3s oder CDs, Kopfhörer oder Boxen?
Aktuell finden wir ehrlich gesagt Jamie XX sehr gut. Wir bevorzugen es, Musik über Lautsprecher zu hören. Wir haben z.B. auch Studiomonitore. Obwohl wir in der Vergangenheit viele CDs gekauft haben, kaufen wir heutzutage MP3s, oder Vinyl, wenn wir etwas besonders gut finden.

Bitte nennt uns doch die Alben, die ihr zur Zeit regelmäßig hört:
Bon Iver – For Emma, Forever Ago
Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly
Jamie XX – In Colour

Wenn Ihr in einer WG wohnen könntet – mit wem würdet Ihr am liebsten dort wohnen?
Ich denke, wir beide würden da leben, wo wir jetzt leben, um ehrlich zu sein. Mitbewohner zu haben, mit denen Du friedlich leben kannst, ist nichts, was selbstverständlich sein sollte!

Wo wir gerade von Wohnsituationen sprechen: Bevorzugt Ihr es, in einer Wohnung zu leben, in einem Haus oder eher isoliert?
Wir haben beide alle von diesen Optionen ausprobiert. Im Augenblick ist eine Wohnung in der Stadt das, was wir mögen. Aber vielleicht ist es etwas isolierter in einem Haus mit ein bisschen mehr Platz schöner, wenn man älter wird.

Was hält Euch warm in einer kalten Nacht?
Das können wir Euch nicht verraten 😉


Gibt es einen Witz, über den Ihr noch immer lachen könnt, obwohl er alt ist und Ihr ihn bereits kennt? Erzählt uns doch zum Abschluss Euren Lieblingswitz, bitte:
Patient: Doctor, Doctor, I can’t say the letters F, T, H or N.
Doctor: Well, you can’t say fairer than that.

or

Knock Knock…
Who’s there?
Dishwasher…
Dishwasher who?
Dishwashn’t the way I shpoke bevore I got my falsh teef.

Wir danken HONNE für die Zeit (sie dankten uns übrigens auch mit einem bescheidenen „thanks for having us“) und verweisen gerne noch einmal auf ihre Soundcloud– und Facebook-Seite.

(c) Fotos: Will Coutts, Warner Music

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