REVIEW: Kodaline | 03.03.2015 Köln, Gloria

Veröffentlicht: März 10, 2015 in Live-Reviews
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Kodalive liveIs it in you to be honest?“ – so eindringlich fragen uns Kodaline nach unserer Ehrlichkeit. „Honest“ heißt auch das erste Stück aus dem neuen, zweiten Album „Coming Up For Air“, das die Band Anfang Februar 2015 veröffentlicht hat. Produzent war Jacknife Lee, der auch schon für Robbie Williams, Taylor Swift oder Snow Patrol an den Reglern stand und der Kodaline einen neuen, vielschichtigeren, aber auch strengeren Klang verpasste. Nichtsdestotrotz sind Kodaline ihrem Sound treu geblieben, wie auch ihre Live-Shows beweisen. Wir waren in Köln dabei!

Andreas Moe, der Kodaline auf der kompletten Deutschland-Tour als Support begleiten darf, betritt um Punkt 20 Uhr mit schwarzer Jeans und schwarzem Shirt die Bühne – als man ihn auf seiner Gitarre klimpern hört, weiß man sofort: Dieser Sänger wird definitiv durch seine Musik, mit seinen Songs überzeugen. Aber sowas von! Bereits die simple Nachfrage „How are you doing tonight? Good?”, löst ein lautes Gejubel aus. Ansonsten spielt Moe seine Setlist runter, ohne groß zu reden. Aber das muss er auch nicht, denn man ist als Zuschauer und -hörer wirklich in seine Musik und Darbietung vertieft, wenn er auch „nur da steht und Gitarre spielt und singt“. Denn das macht er grandios.

Sein dankbares Lächeln übersieht man aber auch nicht: „Thank you so much! Are you excited to see Kodaline? My name is Andreas Andreas Moe liveMoe, I’m from Stockholm, Sweden. It’s great being here. It’s my last day with Kodaline – big thanks to them for the chance!”. Auch die Entstehung des Songs „How Do You Say It“ („It’s a song about breaking someone’s heart to save yours“) oder „Step Down From It“ („I met this girl about a year ago and I fell madly in love with her. She’s got this history of bad relationships, bad boyfriends. I wrote this song for her, about her, trying to convince her that there are some cool guys!”) wird von Moe ausführlich beschrieben. Nach einer halben Stunde, bedankt Moe sich noch einmal beim Publikum und ist sichtlich zufrieden. Ein Singer/Songwriter mit einzigartiger Stimme, dessen Headliner-Tour wir aktuell präsentieren dürfen.

Die übliche Umbaupause dient dazu, sich noch einmal mit Getränken zu versorgen oder zu besseren Plätzen vorzukämpfen, wie wir leider beobachten müssen, als Kodaline um kurz nach 21 Uhr die Bühne betreten und von einer Elektrostimme vorgestellt werden, die das Publikum zum Mitmachen animiert: „Clap your hands – clap your hands!“, heißt es immer wieder. Schnell wird klar, dass Frontmann Steve Garrigan eine absolute Livestimme hat und weiß, wie man das Publikum zum Kreischen bringt – hier reicht vorerst nämlich eine kurze „Guten AbendBegrüßung, gefolgt von der typischen „How is everybody doing?“-Nachfrage. „We gonna play some songs from our last album and some songs from our new album“, erklärt Garrigan, „We hope we all have a good night!”.

Die gute Nacht setzt definitiv spätestens ein, als die Band „Love Like This” anstimmt, einen DER Kodaline Hits. Natürlich gibt es hier auch einen Mitsingpart, denn da weiß das Quartett hundertprozentig, dass die Fans textsicher sind: „…as loud as you can“, brüllt der Sänger ins Mikro und die Besucher brüllen die Lyrics mindestens genauso laut zurück, überraschenderweise auch einige Männerstimmen. Vielleicht haben eben jene Männer genau solche Freundschaften wie die Iren selbst hinter sich: „We’ve known each other since we were young and we are still Kodaline livefriends which is pretty cool“, leiten sie den Song „Way Back When“ ein. Überhaupt ist die Interaktion mit dem Publikum verhältnismäßig häufig – und ehrlich. Natürlich und normal gebliebene junge Männer.

Steve Garrigan, der augenscheinlich jedes Instrument beherrscht, setzt sich für „High Hopes“ ans Keyboard und für „Coming Alive“, bei dem alle wild tanzen, nimmt er sich wieder eine kleine Gitarre zur Hand. Die Mundharmonika, die er unter anderem bei „Love Like This” perfekt spielt oder das Tamburin, das er sofort bei „Song 1“ spielte, nicht zu vergessen. Ein Allrounder!

Eine schöne Story wird zur aktuellen SingleOne“ erzählt: Phil, ein alter Schulfreund hat letztes Jahr geheiratet, die Jungs haben in der Hektik aber ein Geschenk vergessen. Spontan hat Steven den Titel am Piano geschrieben, den sie ihm dann zur Hochzeit geschenkt haben und seitdem ist es „Phil and Fiona’s Song“. Gänsehaut macht sich genauso breit wie die Lichter, die auf Garrigans Kommando erleuchten. „Most nerve wrecking song we’ve ever done!“. Dass dem Brautpaar das Geschenk gefallen hat, glauben wir gerne – und so hatten auch die Hochzeitsgäste noch etwas Besonderes, denn die Jungs haben ihn natürlich am Tag selbst zum Besten gegeben. Hach!

Mit dem Einsatz von „Play The Game“ oder „Love Will Set You Free“, also schnellen und lauten Songs, ist der ruhige Part beendet und somit gleichzeitig auch der eigentliche Teil des Konzerts, nach ungefähr 1 1/4 Stunden. „Cologne, thank you for being an amazing audience!“, bedanken sie sich und verschwinden von der Bühne. Kurz danach gibt es mit „Honest“ und einem Mash Up aus eigenen Songs („Big Bad Kodaline liveWorld“, „Talk“, „Perfect World“) und „All I Wantdrei Zugaben. Für letztere holt die Band ihren Support Andreas Moe auf die Bühne: „Give it up for Andreas Moe. Great singer and songwriter! … This is actually Andreas‘ last day on tour: Everybody go and buy his CD. He is great!”, unterstützt Garrigan Moes Karriere noch einmal, der wiederum die zweite Strophe von „All I Want” alleine singt.

Sowohl Kodaline als auch Andreas Moe sollte man sich live anschauen. Beide Künstler überzeugen mit tollen Singer/Songwriter-Qualitäten und einer sympathischen Bühnenpräsenz. All we want!

>> Hier geht’s zur Foto-Galerie Kodaline / Andreas Moe, 03.03.2015 Köln.

 

(c) Fotos: C. Söhnchen

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