EWIGVor zwei Jahren legten Jeanette Biedermann, Jörg Weißelberg und Christian Bömkes ein bemerkenswertes Debüt vor: „Wir sind EWIG“ – eine klare Ansage, dass man mit ihnen in Zukunft rechnen muss. Die Songs wurden nicht nur allesamt selbst geschrieben, sondern auch im eigenen Studio allein produziert und auf eigenem Label veröffentlicht. In jeder Hinsicht erweist sich ihr am 23. Januar erscheinendes neues AlbumIndianerehrenwort“ als Quantensprung. Lest hier unser Interview mit EWIG.

In den Lyrics zeigt sich die Band deutlich gereift, manch musikalische Idee fasziniert durch Reduktion. Vieles ist dabei sparsam instrumentiert, nicht übertrieben minimalistisch, aber nirgends mehr als unbedingt nötig. Nichts, was den Liedern die Transparenz nehmen kann und der Stimme ihre Tiefe: EWIG präsentieren sich zugleich stark und verletzlich, kraftvoll und sanft, ohne Schnörkel und doch artifiziell.

Bevor wir das Album „Indianerehrenwort“ (VÖ 23.01.) vorstellen, möchten wir Euch unser Interview mit der sehr sympathischen Band nicht vorenthalten. Aber lest selbst.

Wir haben uns gerade die Promo-CD Eures Albums „Indianerehrenwort“ angehört und festgestellt, dass es ja schon wieder über 2 Jahre her ist, seit das Debüt erschienen ist, von dem wir ‚damals‘ übrigens schon ziemlich positiv überrascht und begeistert waren. Habt Ihr konstant an Songs für EWIG gearbeitet oder auch andere Projekte wahrgenommen?
Wir haben schon konstant an unseren Liedern gearbeitet, haben aber auch andere Projekte zwischendurch gemacht. Es ist ja grundsätzlich auch gut, Dinge mal für einen Moment wegzulegen, um dann wieder frisch heranzugehen. Verschiedene Dinge zu machen hält den Geist frisch.




Kann man sich Eure Bandgründung so vorstellen, dass Ihr irgendwann einen Song für einen anderen Künstler geschrieben habt und dann gemerkt habt: „Oh, das passt vielleicht nicht zu dem. Das passt viel mehr zu uns… das sind wir, wieso gründen wir keine eigene Band?“ – oder wie kam es zu EWIG?
Im Prinzip genauso. Wir haben miteinander Musik gemacht und da hat es einfach „gefunkt“. Wir konnten uns am Ende des Tages nicht mehr von diesen Liedern trennen und haben dann daraufhin beschlossen, eine Band zu gründen und diese Musik einfach selber zu veröffentlichen.




Im Vergleich wirkt das neue Album ein wenig reduzierter, wenn man mal nur die Musik betrachtet, insbesondere z.B. „Geschenk“ oder „Wie Weit Noch“ scheinen musikalisch auf’s Notwendigste reduziert zu sein, wodurch die Lyrik der Nummer unter die Haut geht. Wird es auf Eurer Tour eine Art Akustik-Set für solche Titel geben?
Das kann gut passieren. Wir achten sehr darauf, dass die Stimmung immer perfekt getroffen ist. Da auf der Bühne das Musikalische, das Visuelle und die Lyrics ausnahmslos zusammen passen müssen und stimmungsvoll sein sollen. Nichts ist schöner, als wenn man simultan alle Sinne in einem Punkt vereint.

Ist schon eine Tour geplant und könnt Ihr bereits mehr sagen?
Wir machen jetzt erst mal zur Veröffentlichung unseres neuen Albums einer Radio Tour. Und danach werden wir unsere große Tour planen. Aber ich denke, diese wird erst in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Wir freuen uns wahnsinnig darauf, denn das ist worum es geht, auf der Bühne zu stehen und live zu spielen…




Eure Thematik ist vielschichtig – von Liebesliedern über Hymnen an den besten Freund, Lieder über introvertierte Menschen und auch Verlust. Wenn man das überhaupt beantworten kann, dann sicher nur jeder individuell und stimmungsabhängig; was ist heute Euer Lieblingslied von der Platte und warum?
Jeanette: Diese Frage ist toll, aber auch nicht leicht zu beantworten. Da wir schließlich 13 unserer Lieblingslieder veröffentlichen mit diesem Album. Aber wenn ich nun die Frage beantworten soll, würde ich sagen: „Wie weit noch“ ist ein Song der mich tief berührt. Wenn man viel arbeitet und viel unterwegs ist, hat man manchmal ein wenig Sehnsucht nach dem Ende der Suche.
Jörg: Kraftwerk“ – weil es für mich einfach ein Lebensmotto ist.
Christian: Ich habe momentan jeden Tag ein anderes Lieblingslied. Das ist mal „Kraftwerk“, mal „Das Leben meiner Träume“, dann wieder „Ein EWIGGeschenk“…



„Indianerehrenwort“ ist der Titeltrack. Die Idee ist sehr schön, diese Leichtigkeit der Kindlichkeit zu nehmen und daran zu erinnern, wie unbeschwert unser aller Leben mal war (und eigentlich ja auch noch immer ist). Findet Ihr, dass man sich öfter daran erinnern und ‚leichter leben‘ sollte?
Auf jeden Fall. Und vor allen Dingen sollte man sich noch öfter an diese unglaubliche Tiefe der Freundschaft erinnern. Heute macht man für alles einen Vertrag. Man sollte sich auf die Zeiten besinnen, als ein Wort und ein Handschlag mehr galten, als alles andere.




Wie kam die Inspiration für die neue Platte? War alles auf einmal da oder brauchte es lange Zeit an Arbeit und Feinschliff? Oder war es eine Kombination aus beiden Faktoren!?
Ich denke, es ist immer eine Kombination aus beiden Faktoren. Aber vor allem ist es das Leben, was einen inspiriert, was einen immer wieder mit auf Reisen nimmt und wovon so eine Platte natürlich mächtig profitiert. Man ist tatsächlich so etwas wie schwanger mit seiner Platte und ist dann auch wahnsinnig froh, wenn sie endlich rauskommt. 😉

Wie oft seht Ihr die Welt noch mit Kindesaugen – versucht Ihr es zumindest manchmal, um nicht alles so kritisch, schwierig und düster zu sehen? (Man muss ja nur mal die Nachrichten einschalten. Kinder haben diese „Probleme“ ja wirklich noch nicht.)
Man muss jeden Tag aufs Neue darauf achten, seine Kinderaugen einerseits vor den grausamen Nachrichten der Welt ein wenig zu verschließen, aber sich andererseits auch der Realität öffnen. Ich denke, es ist ein gesunder Mittelweg zwischen kindlicher Verspieltheit und einem gesunden Realismus, der den Geist und die Gedanken sauber und gesund hält.




Es gibt mittlerweile viele deutschsprachige Künstler: Wer sind Eure Lieblingskollegen bzw. wen hört Ihr auch privat sehr gerne?
Da gibt es sehr viele! Angefangen bei Udo Lindenberg, über Herbert Grönemeyer, bis hin zu Rio Reiser.

EWIG - Indianerehrenwort - VÖ 23.01.2015

„Indianerehrenwort“, das neue Album von EWIG, erscheint am 23. Januar 2015

Beschäftigt Ihr Euch viel mit dem Internet und „social media“ oder ist es mehr nur ein ‚Zwang‘, da man es heutzutage schon fast machen muss, um seine Musik zu verbreiten?
Ich will es nicht ganz so negativ sehen. Bei allem, was in der Musik- und Medienbranche tatsächlich in den letzten Jahren auch weggefallen ist (viele tolle Musiksendungen), ist man als Künstler sehr dankbar über eine Plattform, auf der man seine Fans erreichen kann – respektive mit ihnen kommunizieren kann. Insofern ist Facebook unter professionellen Gesichtspunkten für uns eher ein Geschenk.




Hattet Ihr Vorsätze für 2015 – wenn ja, welche?
Keine Vorsätze. Dinge die man tun will, sollte man an Ort und Stelle tun. Vorsätze sind nur Gründe, um zu verschieben, was man besser direkt tun sollte. ;)



Was sind Eure musikalischen Ziele für das Jahr? Was möchtet Ihr neben der Single- und Album-Veröffentlichung noch alles erreichen, was ist bereits geplant?
Ich denke, unsere Ziele stecken wir von Zeit zu Zeit neu. Im Moment freuen wir uns gegenwartsklar auf unsere Albumveröffentlichung. Da wir so lange auf diesen Moment gewartet haben, unsere Musik endlich mit unseren Fans teilen zu können. Ansonsten freuen wir uns lediglich auf alles, was da kommt.

Wie ist eigentlich der Sommer in Berlin, wenn Ihr ihn beschreiben würdet? Lebendig, warm und ein bisschen verrückt, wie wir im gleichnamigen Song erfahren – und was noch? 
Der Song trifft es eigentlich für uns ziemlich gut. Ein Sommer in Berlin hat sowohl eine herrliche Bedrücktheit, als auch eine unheimliche Leichtigkeit. Die Stadt brodelt und ist energetisch immer höchst aufgeladen. Die Sommernächte glühen förmlich.



Verbringt Ihr den Sommer gerne in Berlin oder verreist Ihr gerne (z.B. ans Meer)?
Der Idealzustand ist eigentlich ein Sommer in Berlin und ein Winter in der Karibik. 🙂

Was möchtet Ihr Euren Fans und unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und als erstes einmal auf ein Wiederhören… Bis bald, eure Ewigs


Hier könnt Ihr „Indianerehrenwort„, das neue Album von EWIG, vorbestellen!

(c) Fotos: Ben Wolf

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.