IM TALK: Bosse

Veröffentlicht: November 20, 2014 in Interviews, Verlosungen
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Bosse pressSeit Jahren fragen die Bosse-Fans nach einem Live-Album, jetzt ist es endlich soweit. Im Sommer 2014 wurde das grandiose „BOSSE & Freunde“-Jahresabschlusskonzert der „Kraniche“-Tour 2013 aus der ausverkauften Hamburger Sporthalle als Doppel-CD + Bonus DVD veröffentlicht. Aufgrund der großen Nachfrage und bundesweit euphorischen Tour-Reaktionen führt Axel Bosse den Flug der Kraniche derzeit weiter, die diesmal aber zu einer ungewohnt „leisen Landung“ ansetzen. Erstmals performt Bosse die Songs seines mittlerweile 5 Alben umfassenden Songfundus mit einer großen und exquisiten Akustikbesetzung inklusive Streichern und Bläsern. Intimität, Nähe und ungewohnte Arrangements erwarten die Konzertbesucher in ausgewählten Konzertsälen. Wir haben mit Bosse darüber gesprochen!


Bevor Axel Bosse am Abend in der ausverkauften, wunderschönen Lichtburg zur leisen Landungdie Bühne entert, traf er sich zum netten Gespräch mit uns. Eine lässige Begrüßung, ein kurzer Smalltalk sowie eine Flasche Wasser für uns und eine Apfelschorle für Aki – schon kann das ausführliche Interview über die Akustik-Tour, die Bosse-Vergangenheit und -Zukunft beginnen!

Die ersten Konzerte der „Leise Landung”-Tour fanden bereits statt. Wie würdest du die bisherige Erfahrung beschreiben?
Bosse
: Es ist irgendwie anders und irgendwie auch nicht. Ich hab’s mir irgendwie ruhiger vorgestellt. In Dresden sind ein paar Stühle geflogen, weil die Leute so toll getanzt haben. Es waren bis jetzt immer tolle Abende! Es haben viele Leute geheult, was mich echt erstaunt hat. Ich war teilweise auch so’n bisschen ergriffen. Manche Songs kommen einem dann doch nochmal näher, wenn sie in diesem Gewand sind, ruhiger und dichter am Text einfach. Ich erzähle viel mehr als sonst, weil einfach Ruhe ist und ich auch teilweise sitze. Das waren bisher glaube ich ganz bunte Abende, ich habe bis jetzt nur Positives zu berichten. Es war wirklich so zwischen Tanz und zuhören und sitzen. Sehr, sehr viel Musikalität: Wir haben 34 Instrumente auf der Bühne; nicht 34 Musiker, denn ich habe einige Leute, die eben mehr Instrumente spielen als zwei. Wir haben schon versucht, die Songs auf links zu drehen, denen eine Ohrfeige zu geben und die irgendwie in die andere Richtung zu drücken. Wir spielen hier und da Polka oder Rumba, was ich vorher noch nie so angefasst habe. Ich wollte eben nicht so dieses typische Unplugged-Konzert machen á la Streicher und Akustikgitarre. Das gibt’s zwar auch, aber nicht andauernd. Der Plan war eine gute Mischung!

Ist es manchmal schwierig, den ‚originalen Song‘ im Hinterkopf zu haben, während du die „leise“ Version spielst? Möchte man da nicht einfach loslegen und springen – oder tut es einfach mal ganz gut, den Fokus voll auf den Text und die „leise“ Musik zu legen?
Bosse: Ja, ich tanze ja auch! Das stellt man sich vielleicht anders vor. Es hat ganz, ganz viele ruhige Moment, aber wir haben so 5-6 Songs, wo ich einfach auch tanz‘ und wo das super ist für die Leute, dann auch mal aufzustehen und danach setzen sie sich wieder hin, dann stehen sie eben wieder auf, aber egal. Das war bis jetzt auch für alle ganz sportlich!

Bosse „Leise Landung“ Tour-Trailer:

Du hast ja schon oftmals Akustik-Videos aufgenommen. Von wem kam denn die spezielle Idee, mehrere Songs akustisch während einer kompletten Tour zu inszenieren?
Bosse
: Die Fans haben das schon oft geäußert. Ich mein‘, man kann es nie allen recht machen. Leute, die meine Musik hören, die sollen ja auch immer äußern, was sie gerne möchten und auch, was sie hören möchten und so. Manchmal frage ich dann auch ‚Worauf habt ihr Bock? Gibt’s irgendeine B-Seite, die ich schon wieder vergessen habe?‘, aber man kann es natürlich nie allen recht machen. Die Idee war eigentlich meine Idee, weil ich schon hier und da mal ruhige Konzerte gespielt habe, meistens eben mit einem Pianisten und einer Cellistin und ich dann eben zwischendurch super viele Geschichten erzählt habe. Das waren dann eigentlich eher so ruhigere Abende, fast schon weihnachtlich; wir haben es auch immer so um die Weihnachtszeit gemacht, so wie Geschichten-Erzähl-Abende, dann habe ich auch mal Kurzgeschichten vorgelesen. Irgendwann habe ich dann gesagt ‚Jetzt ist das irgendwie so groß, lass‘ uns doch in Konzerthäuser gehen! Lass‘ uns doch mal was anderes machen und nicht die verrauchten oder die ex-verrauchten Läden spielen, kein Rock’n’Roll-Schuppen, sondern in die Lichtburg, das ist ein gutes Beispiel, oder die Laeiszhalle in Hamburg.‘ Das sind so Konzertsäle, die darauf ausgelegt sind, dass man ohne Verstärkung spielt. Deswegen klingen die eben anders. Die haben auch ein anderes Gefühl, auch für die Leute. Ich glaube, man kommt da eben viel besser runter als in einer großen Mehrzweckhalle oder im Rock’n’Roll-Club. Das wollte ich! Ich habe mich da aber direkt ein bisschen verhoben, denn erstens sind die Läden super teuer und zweitens sind die super beschissen zu buchen. Die Laeiszhalle muss man eigentlich 2 Jahre vorher buchen, um überhaupt einen Termin zu bekommen, sonst ist die eben immer mit Streichkonzerten ausverkauft. Das hat sich alles so schwierig gestaltet, deswegen hat’s auch so lange gedauert; die Idee an sich gibt’s schon seit 2-3 Jahren. In der Zeit haben wir daran gearbeitet, dass wir diese Läden und diese Tour zusammengebucht gekriegt haben. Dann wollte ich es eigentlich kleiner halten, hab‘ aber natürlich so viele Freunde, die eben auch Bock hatten, mitzumachen, und die auch so interessante Instrumente spielen, die aus Indien kommen oder aus der Türkei. Ich habe 2-3 Leute, die so extrem im Country sind, die haben dann eine Pedestal oder ein Vibraphon mit. So wurden wir immer mehr – auf Tour sind wir grad 24 Leute. Verglichen mit der Grundidee ‚Wir fahren zu dritt los‘, ist das echt ultra. Wir haben einen riesen LKW mit der kompletten Bühne drin und diesen riesen Lichtdingern, das ist ein riesen Teil geworden! (lacht) Ich mach‘ jetzt auch wirklich ‘n bisschen Miese, was für mich aber cool ist, weil ich eben auch glaube, dass ich so Musik auch weitermachen kann, bis ich 70 bin. Das könnte ich jetzt als Rock’n’Roll-Musiker nicht. Ich glaub‘, das ist so der neue Schritt für mich! Ich habe es also wenigstens mal ausprobiert – jetzt weiß ich, wie es sein kann, wenn ich 50 bin.

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Wie schwierig war es, eine Setlist für diese Tour zu erstellen? Wurde sie oft umgeworfen?
Bosse
: Ja! Also, am Anfang hatten wir 35 Songs glaube ich, die haben wir auch alle geprobt. Viel zu lang! Da haben wir das dann bei der Generalprobe gespielt, da waren wir bei 3 Stunden und 45 Minuten. Ist zu lang, kannst‘ nicht machen! Wir müssen übrigens auch noch eine Pause machen, das ist hier in diesen Häusern eben auch normal, dass man in den Pausen mal ein Wasser oder eine Apfelschorle trinkt und der Gong kommt, was ich eigentlich auch ganz cool finde. Es gibt natürlich ein paar Eckpunkte in der Bosse-Historie, die man spielen muss: Wenn ich „3 Millionen“ nicht spiele, bin ich schön blöd; mag ich aber auch selber und das ist ein wichtiger Song für die ganze Truppe. Trotzdem haben wir jetzt so Sachen angefasst, die wir entweder noch nie live gespielt haben oder bei denen ich dachte, dass die es zumindest wert sind, sich die nochmal genauer anzugucken oder der Song vielleicht doch besser ist, als ich das früher dachte und ich hab’ ihn dann nie gespielt. Ich hab‘ schon versucht, aus allen Alben was zu nehmen – gerade auch vom zweiten Album, da gibt’s jetzt wieder mehr Songs, vom ersten Album hingegen gibt’s glaube ich sogar gar keinen, die sind weggefallen, vom dritten Album wieder ein paar mehr; weniger „Kraniche“ als „Taxi“ und „Wartesaal“. Das überwiegt schon.

Das ist ja klar, wenn man von 35 Songs nochmal cutten muss.
Bosse: Jaja, die Toten Hosen haben’s ja noch schwieriger.

Du irgendwann auch. Wenn wir davon ausgehen, dass du mit 50 Jahren eine Setlist zusammenstellen musst.
Bosse
: Ganz genau, sag‘ ich ja.

Du machst schon seit Ewigkeiten Musik, dein halbes Leben quasi…
Bosse
: Auf die Zahl genau sogar! Im offiziellen Bereich habe ich mit 17 meinen Plattenvertrag unterschrieben, jetzt bin ich 34.

…das kommerziell erfolgreichste Jahr (mit Gold, diversen Preisen, einem phänomenalen Abschlusskonzert) war dann das letzte. Was sind deine persönlichen Erfolgserlebnisse / Highlights aus all den Bosse-Jahren?
Bosse: Irgendwie ist das alles für sich, aber irgendwie ist das auch immer so, dass das in dem Moment, wo man dann zum Beispiel so einen Preis kriegt, da freut man sich schon, aber eigentlich bin ich dann auch so hart im Tourstress gewesen und musste am nächsten Tag schon wieder in München ein Konzert spielen, dass ich das eigentlich vor gar nicht allzu langer Zeit, als ich mir das fotomäßig nochmal angeguckt habe, erst gedacht habe ‚Ha – krass‘. Man muss wirklich lernen in diesem ganzen Gehassel sich die Momente aufzubewahren. Unsere Goldverleihung war ein guter Punkt! Und auch die Sporthalle war so ein Punkt, wo wir so alle gemerkt haben ‚Alter! Krass! Es hat sich wirklich was verändert‘. Wir sind immer noch dieselben Typen, die das auch angefangen haben. Es sind ein paar mehr dazu gekommen, das ist aber auch völlig egal, denn das sind alles Freunde; aber wir haben dann trotzdem jeden Tag einfach dieses Gefühl, sodass wir uns schon kneifen müssen manchmal. Also, dass ich jetzt heute in Essen spielen und da kommen ~1.7000 Leute und das ist total schnell ausverkauft – das ist für mich, meinen Gitarristen und meinen Bassisten ein total krasses Gefühl, denn wir haben in Essen auch schon vor 20 Leuten gespielt. Für die anderen, es sind ja auch ein paar Profis dabei, ist es vielleicht normal, aber für uns ist das schon so. Da gibt’s eben diese Fixpunkte wie z. B. so eine Goldverleihung, in denen ich dann sage: ‚Hey Theo, wir machen das jetzt seit 12 Jahren, du hast immer zu mir gehalten, wir sind immer mit dem Sprinter durch die Gegend gefahren, wir haben nur im Etap gepennt und waren immer betrunken – und jetzt sind wir irgendwie hier und sind voll die Profis geworden!‘. Das sind natürlich emotionale Momente, ist ja klar, logo.

Bosse „Vier Leben“ live @ Hamburg:

Du schickst auf deiner Facebook-Seite hin und wieder mal Grüße aus dem (Arbeits-)Urlaub, in dem du dann Songs schreibst. Stehen schon einige Titel für das sechste Bosse-Studioalbum oder ist nun erst mal Pause angesagt?
Bosse: Ja, eine Pause muss sein. Eine Pause nach außen! Für mich heißt Pause immer, dass ich trotzdem immer schreib‘ und so stressfrei mein Leben irgendwie lebe. Aber zu meinem Tagesablauf Zuhause gehört auch, dass ich mindestens versuche, einen guten Song pro Tag zu schreiben. Das klappt fast nie, aber ich brauche ja nur 13 und da habe ich noch etwas Zeit und die Zeit muss ich mir auch nehmen. Nee, ich kann noch nicht sagen, was es jetzt so wird. Ich hab‘ auf jeden Fall super viel gearbeitet, super viel geschrieben und auch schon einiges aufgenommen. Ich bin aber irgendwie noch dabei, so einen Weg zu finden, wie das frisch und neu werden kann.

Gibt es aktuell Musiker, die dich inspirieren? Oder vielleicht auch ein Buch. Wolfgang Herrndorf zum Beispiel? Wir haben gesehen, dass du kürzlich „Bilder deiner großen Liebe. Ein unvollendeter Roman.“ gelesen hast.
Bosse: Ja, klar. Wolfgang Herrndorf find‘ ich super, der ist ‘n sehr guter Typ gewesen. Ich lese schon immer ganz schön viel, ich hab‘ vor allen Dingen „Tschick“ sehr gerne gelesen und das neue, also das neue-ältere Buch, aber auch den Blog fand ich schon gut. Das nimmt mich ganz schön mit. Ich find’s auch übertrieben gut! Ich kenne auch ganz viele Leute, die das neue Buch jetzt gar nicht so gut finden. Manchmal hab‘ ich so Fantum bei so Leuten (lacht), dann muss ich das auch posten. Ob die Inspiration bei mir durch Bücher kommt, weiß ich gar nicht so genau. Aber eins fällt mir hier auf der Tour auch auf: Ich muss Sachen singen, die mich selber betreffen oder die mich selber angefasst haben, denn die kann ich dann auch fühlen und von mir aus 500-mal singen. Ich verstehe so Künstler nicht, die sich Songs schreiben lassen. Na klar, man kann sich Dinge zu Eigen machen, aber ich würde mir dann glaube ich vorkommen wie ein Roboter oder so, der irgendein anderes Gefühl abfeuert. Klar sind Bücher immer toll, und Leute, und Sichtweisen von Menschen sind hervorragend, aber für mich ist eigentlich immer am Tollsten, wenn ich dann noch mit im Boot sitze.

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„Wir müssen auf Tour einen zuckerfreien Tag einlegen. Unser Pianist ist auch Ernährungsberater!“, verrät Bosse uns noch beiläufig. Die Birne ist ein Zeichen!

Twitter, Instagram, Facebook – es gibt so viele Social Networks. Was denkst du, haben sie innerhalb der Kommunikation verändert?
Bosse: Für mich als Musiker, ich mache das schon ganz gerne. Mein Instagram-Account glüht im Moment so, sonst mache ich das gar nicht so oft. Aber wenn ich so unterwegs bin, merke ich schon, dass ich so Lust habe, mir von den Leuten auch was abzuholen, was zu geben und so zu kommunizieren. Das ist glaube ich der Hauptvorteil! Ansonsten ist mir dieses Mal so aufgefallen, als mein Album kam, dass mir dieses schnelle Feedback, was man so bekommen kann, das mir das total wichtig ist, ist ja logo. Wobei Alben natürlich auch wirken müssen. Aber das Feedback von Konzerten allein schon, das finde ich gut. Sachen zu verbreiten ist natürlich auch ein riesen Vorteil und ich sehe immer noch so wenige Nachteile eigentlich. In dem Bereich Kommunikation finde ich es ganz cool. Die großen Fragen, die man sich als Musiker stellen muss, sind natürlich immer noch YouTube oder vor allen Dingen Spotify. Da glaube ich eben auch, dass das nicht aufzuhalten ist. Ich finde es aber auch nicht cool! Ich find’s uncool, sich für 9,30 Euro im Monat alles anhören zu können und es sich auch noch so runterladen zu können. Für junge Bands ist es sicherlich so wie damals in den Anfängen MySpace, also auch ein Verbreitungsmedium. Ich bin im Moment noch nicht so in der Sache drin, dass ich immer noch nicht so richtig weiß, was bringt das, was nimmt das weg, wer leidet darunter. Wer natürlich niemals darunter leiden sollte, sind die Künstler, dann bitte eher die Plattenfirmen oder irgendwer anders. Ich hatte damit noch nie Probleme, weil meine Leute sind Albumkäufer. Ich verkaufe auch immer viel weniger bei iTunes als dass ich im Laden verkauf‘. Ich glaub‘, die haben schon Bock, was in der Hand zu haben. Ich glaub‘ eben nur trotzdem, es gibt ja dieses bekannte Ding von den Chemical Brothers, die mal ihre Spotify-Rechnung offen gelegt haben; ich weiß gar nicht, wieviel das waren, aber es gab für weit über 10 Millionen Plays einen vergleichsweise geringen $-Betrag. Und das kann ja nicht die Welt sein! Dann gehen wir irgendwann alle unter, dann gibt’s keine Musik mehr. Da gibt’s sicherlich auch Nachteile, dass die Leute einfach immer alles bekommen können und dafür nichts bezahlen wollen.

Ich finde auch, dass man schon einen gewissen Preis für Musik zahlen sollte. Aber man kann’s leider nicht so wirklich aufhalten.
Bosse: Nee, man kann’s nicht so richtig aufhalten. Na klar, man kann so wie Taylor Swift, was ich ziemlich erstaunlich finde, Zeichen setzen und dann sagen ‚okay, ich bin der erste Platinkünstler aus Amerika in diesem Jahr‘ – was schon mal krass ist, verkauft keiner mehr Platten – ‚und ich nehm‘ jetzt mein Zeug von Spotify‘, was natürlich toll ist, denn das hört irgendwie jeder in Amerika. Eine kleine 8-Jährige weiß dann eben ‚ok, Taylor findet Spotify jetzt erst mal uncool, weil sie ihre Musik eben nicht verschenken möchte‘ und das finde ich durchaus erst mal ein gutes Zeichen! Nochmal durchgerechnet auf die Rechnung von eben, würde Taylor Swift auch nicht mehr als 10,000$ bekommen, wenn man sich die Zahlen anguckt. Und das ist eben nicht viel für Taylor Swift. Wäre jetzt für mich auch nicht viel, wenn ich überlege, wie viel Arbeit ich in so ein Album gesteckt habe.

Oder auch wenn du sagst, dass mit der Tour ein paar Miesen entstanden sind.
Bosse
: Ja, aber hier auf die Miesen scheißen wir mal. Musik ist ja investigativ, so kann man sagen. Also, ich habe mein ganzes Leben immer nur gearbeitet, um Musik machen zu dürfen, aber jetzt verdiene ich seit ein paar Jahren so ok Geld, dass ich eben nichts mehr machen muss, nur noch Musik. Das ist dann natürlich ein großer Luxus! Und deswegen ist es für mich eigentlich auch normal, ein paar Abstriche zu machen und zu sagen ‚okay, das wäre jetzt vielleicht mein Weihnachtsgeld gewesen‘, aber dann wiederum zu sagen ‚okay, ich hab‘ eine gute Akustiktour gespielt und war in der Lichtburg‘ – was ja wirklich so ist, weil das der schönste Raum in Deutschland ist.

Eine TV-Show wie „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“: Wäre das was für dich, zuzuhören, wie andere Musikerkollegen deine Songs singen und du ihre Lieder singst?
Bosse: Da habe ich nicht einmal drüber nachgedacht, habe ich nicht einmal gesehen und will ich auch gar nicht gucken. Hat mich nie interessiert – weder die Künstler, noch das Konzept fand ich irgendwie ansprechend.

Die Frage, was es für dich bedeutet, ein zufriedenstellendes Leben zu führen, hast du zwar schon mehr oder minder beantwortet, aber dennoch!?
Bosse
: Das ist ja ein ganz weiter Bereich. Zufriedenstellendes Leben ist glaube ich… ach, ich weiß gar nicht. Früher dachte ich immer, ich muss mir Ziele setzen und ich muss die erreichen und dann bin ich glücklich. Aber noch nicht mal das ist es. Ich finde, ach, so ‘ne grundsätzliche Gelassenheit und jemanden, den man liebt und vielleicht noch jemanden zweiten, den man liebt, in dem Falle Kinder, das ist bei mir so da. Seitdem bin ich eigentlich total entspannt. Ich hab‘ irgendwie ein ganz gutes Zuhause, das habe ich auch so gemerkt – dass ich nie in meinem Leben so ein richtiges Zuhause hatte, weil ich immer unterwegs war. Das war auch immer so ein großer Teil, der mich dann nicht so richtig happy gemacht hat; dass ich so aus der Tasche heraus gelebt hab‘ oder nur aus dem Billy-Regal und aus dem Pappkarton. Seitdem das so bei mir ist, führe ich eigentlich wirklich ein total gutes Leben. Hat auch nix mit Geld zu tun. Das war einfach so der Punkt, auf den ich so Bock hatte! Und das ist ja bei jedem anders, ne. Der Nächste würde jetzt sagen: Oh, seitdem ich mich von meiner Familie getrennt habe, geht’s mir bombenmäßig gut. Bei mir ist das auf jeden Fall andersrum! Mehr ist es nicht. Es läuft ganz gut, Musik läuft auch ganz gut. Bei mir ist es trotzdem so: Wenn jetzt die Musik wegbrechen würde, würde ich was anderes machen. Ich mach‘ das schon für mein Leben gern, aber wenn Zuhause alles gesund ist, ist erstmal die Welt in Ordnung!

Wie im Fluge vergeht die Zeit bei einem so sympathischen Talk mit Bosse, der beim Rausgehen noch Schokolade anbietet und sich noch einmal bei uns bedankt, was wir nur zurückgeben können. Danke an Axel, Frank und Andrea.

GEWINNSPIEL
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Unter allen, die uns bis zum 30.11.2014, 23:59 Uhr mit dem Betreff “Bosse Polaroid” an win(at)the-pick.de mailen und uns bei Facebook ‘liken’, verlosen wir das exklusive, signierte Mini-Polaroid-Bild von Bosse – gebt bitte eure vollständige Anschrift mit an.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

 

 

(c) Pressefoto: Universal Music
(c) Interviewfotos/Polaroid: R. Bektas

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