REVIEW: Daughtry | 06.10.2014 Frankfurt, Batschkapp

Veröffentlicht: Oktober 10, 2014 in Live-Reviews
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FR8A2612kl Mit weltweit über 7,5 Millionen verkauften Alben und 17 Millionen Singles, vier Nr. 1 Hits, vier Grammy Nominierungen und vier gewonnenen American Music Awards gehören Daughtry zu einer der erfolgreichsten Rockbands. 2014 ist ein erfolgreiches Jahr für die US-Amerikaner von Daughtry: Seit Beginn des Jahres touren sie beinahe pausenlos durch die USA, Kanada und Europa. Mit dabei haben sie ihr aktuelles Album „Baptized“ – wir waren in Frankfurt dabei!


Nach einer längeren Pause, touren Daughtry dieses Jahr bereits zum zweiten Mal als Headliner durch Deutschland. Frankfurt, Hannover und Nürnberg standen auf ihrem Tourplan, auf unserem nur die Batschkapp in Frankfurt am Main. Im März waren wir von Daughtry live so begeistert, dass wir uns ein zweites (beziehungsweise drittes) Mal nicht entgehen lassen wollten. Mit neuer Setlist und neuer Support-Band ließ sich die Band mal wieder taufen.

Es war kurz nach Acht, als es dann losging und dem Anschein nach eine richtige Rockband die Bühne betrat – und hier bleibt es wirklich nicht nur der Anschein, denn die Band rockt KAISER FRANZ JOSEF liveextrem los und reißt das Publikum sofort mit: „Wir sind Kaiser Franz Josef aus Wien!„, stellt der Leadsänger die Band nach dem ersten Song vor, bevor es dann mit richtig viel Wums weitergeht und man sofort sagen kann: Das ist eine ‚echte Live-Band‘, das sind wahre Musiker. Der pure, laute Rock bringt vor allem die männlichen Zuhörer zum Kopfnicken – doch ein lang anhaltender, hoher Ton des Frontmanns Sham bringt den kompletten Club zum Jubelkreischen. Ohne viel Gerede, ziehen die Jungs aus Österreich ihren Auftritt durch und rocken einfach ihre Songs, bis Can (samt Bass) doch einmal zur Animationshöchstform aufläuft und auf eine Box klettert, gut sichtbar für den ausverkauften Raum, um sie zum Klatschen zu animieren und sodann wieder gekonnt runterzuspringen. „Wir freuen uns verdammt auf Daughtry – wie geht’s euch?“, fragt der Lockenschopfsänger, während er den letzten Mitsingsong mit den Worten „eehh – yeeeah – Daughtry“ einleitet. „Viel Spaß mit Daughtry, wir sind Kaiser Franz Josef. Hände hoch, wir machen ein Selfie. Danke!„, dient zur Verabschiedung und schon sind die Wiener, die hörbar gut ankamen, von der Bühne verschwunden.

Als das Intro um 21:06 Uhr erklingt, klatschen die Fans, wie vom Blitzschlag getroffen, sofort mit, die Hände fliegen regelrecht in die Höhe und der Opener „Baptized“ ertönt den Club vollständig. Chris Daughtry himself hat seine Augen zunächst stets geschlossen, fuchtelt zwischendurch am Mikro rum, bis er es irgendwann aus dem Mikrofonständer nimmt und sich schnell bewegt, die Augen zwischendurch geöffnet. Eine hammermäßige Einleitung in einen vielversprechenden Konzertabend. „How the hell are ya?„, fragt der in schwarzer Lederjacke gekleidete Superstar lautstark. Die Anstrengung und Hingabe ist bei jedem Ton anzumerken, wenn man nur einmal auf die Adern an seinem Kopf achtet, die sehr deutlich herausstechen. Zum Instrumentalpart des Songs musiziert Chris mit einem Tamburin, um den Rest der Band zu unterstützen.

Daughtry „Battleships“ live @ TV Show:

Kaum begibt Chris sich an den Bühnenrand, kreischen die Fans, und man hat das Gefühl, als wäre man auf einem Konzert einer 90er Boyband, was durch den zweiten Titel „Feels Like Tonight“ noch einmal bestärkt wird. Sich seine weiße Gitarre holend, fragt er vorsichtshalber: „Frankfurt, Germany. It has been so long… are you ready to sing with us?“ – die Antwort ist ein nicht überhörbares Ja. Anders als beim ersten Deutschland-Teil der „Baptized„-Tour, geht es nun eingangs schon mit den harten, rockigen Nummern los und die aktiven Zuschauer werden animiert: „more than you, more than you know…“ – „Over You“ an den Anfang der Setlist zu setzen, ist sichtlich eine gute Wahl, denn die Fans sind ausnahmslos dabei. Auch wird „Renegade“ gespielt, das zuvor vermisst wurde. Hierzu geht Chris auf die Box am Bühnenrand und schreit sich die Seele aus dem Leib. Doch nicht genug der lauten Töne. Nach einem Check, wer das Album hat („We have a new album out called ‚Baptized‘. How many have it? How many like it?„), geht’s weiter mit dem aktuellen Schreisongs des Albums, „Traitor„, wo auch die Band vorgestellt wird. Die Masse ist am Siedepunkt angekommen!

Doch Chris Daughtry weiß, wie man noch einen draufsetzt: Zum Start von „It’s Not Over“ beugt er sich nach vorne, um den Mädels aus der ersten Reihe nach und nach seine DAUGHTRY liveHand zu geben, was wieder in Gekreische endet – um dann auch noch in den Graben zu springen und allen richtig abzuklatschen: „It’s good to be back. Thank you guys so much!“, erfreut er sich kurz, bevor es mit „I’ll Fight“ weitergeht. Zwischendurch ertönen aus dem Zuschauerraum immer wieder „We love you, Chris„-Rufe, auf die er irgendwann mit einem Lächeln und einem witzigen „Prost“ reagiert. Damit niemand kollabiert, schiebt Herr Daughtry eine kurze Unterbrechung ein, in der er erzählt, dass Songs manchmal überproduziert sind, weshalb sie von „Witness“ extra eine bisher unveröffentlichte Stripped-Down-Version aufgenommen haben, die sie heute Abend live präsentieren. Nur Chris und Keyboarder Elvio. Völlig ruhig, fast akustisch. Darüber hinaus gibt es noch eine Weisheit: „The secret is no sleep, never sleep – and then everything is awesome!„.

Bevor „Wicked Game“ von Chris Isaak ertönt, offenbart Chris Daughtry: „This is a song I wish I wrote„. Der Genuss ist dem Publikum anzusehen, und auch Chris und Elvio geben sich ihren Instrumenten völlig hin. Ein Moment des Genusses für alle Seiten. „It’s my favourite song of the record, and so we’re gonna play it if you don’t mind„, leitet der Songschreiber „Wild Heart“ ein, bevor es dann mit „Battleships“ wieder zu einer Mitmachanimation übergeht und mit „Home“ und „September“ die letzten Songs des Abends gespielt werden – vor den Zugaben natürlich. Die erste Reihe mit glücklichen Gesichtern hält während „September“ Fotos von den Familien der Jungs hoch, da diese bei den Shows in den USA üblicherweise auf einer Leinwand gezeigt werden und das in den deutschen Clubs nicht der Fall ist – aber die Fans wissen, wie man einen emotionalen Moment herstellt; die Band belohnt das sofort und wirft extra Plektren zu den Mädels. Man muss sagen: Eine hautnahe Erinnerung vom Abend nehmen neben der Live-Musik sowieso viele mit, denn sooo viele Plektren für die Fans und Händeabklatscher haben wir selten bei einem Konzert gesehen. DAUGHTRY live

Mit einem Superman-Intro wird die erste Zugabe „Waiting For Superman“ eingeläutet, bevor Chris & Co. noch einmal auf die Bühne stürmen. Der Frontmann kniet erst links auf der Bühne, steht dann mittig, gibt seine Hand wieder ins Publikum, um dann auf der rechten Seite kniend weiterzusingen – ein Mann mit vollem Körpereinsatz bis zum Schluss. „Do you have time for one more?„, möchte er wissen und kassiert prompt ein lautes „YEAAAAAAH“ seitens des Publikums als Antwort, verständlicherweise. Es scheint auch wirklich so, als würden die Fans nicht genug bekommen und so hört der Abend da auf, wo er angefangen hat: „We started it like a party and now we end it like a party“ und die Töne des Songs „Long Live Rock & Roll“ erklingen, die Menge tobt. Wieder einmal ein wirklich gelungener Konzertabend, den uns Daughtry da beschert hat!

>> Hier geht’s zur Foto-Galerie Daughtry / Kaiser Franz Josef, 06.10.2014 Frankfurt.

(c) Konzertfotos: C. Söhnchen

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