REVIEW: Ron Pope | 29.07.2014 Dortmund FZW

Veröffentlicht: Juli 31, 2014 in Live-Reviews
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Ron Pope LIVERon Pope war lange Zeit das, was man musician’s musician nennt: Wertgeschätzt von vielen Kollegen, von der großen Masse aber leider überhört. Um nur mal ein paar Namen fallen zu lassen: Bruce Springsteen, Eric Clapton oder U2 schätzen ihn sehr, und James Blunt bringt den Amerikaner bekanntlich im August mit auf Tour. Diese Woche startete der in New York lebende Singer und Songwriter seine kleine Headliner-Tour durch Deutschland und machte auch im FZW in Dortmund Halt. Wir waren live dabei!

Dieses Jahr tourt Ron Pope bereits zum zweiten Mal durch Deutschland. Im Frühjahr war er noch zusammen mit Alexz Johnson und Wakey!Wakey! unterwegs (lest hier gerne unser Live-Review nach) und lierferte wie immer eine solide Show ab. Nach einigen Terminen in den Vereinigten Staaten, kehrt Ron mit seiner Band zurück nach Deutschland und spielt sich selbst warm, denn in wenigen Wochen wird er bereits vor einem riesigen Hallenpublikum spielen: Ron Pope wird als Support-Act von James Blunt durch Deutschland touren. Umso erfreuter waren wir, dass wir ihn noch einmal im kleinen Rahmen erleben durften.

Um 20 Uhr jedoch ging es erstmal mit einem Musiker aus Düsseldorf los: Alex Amsterdam betritt in roten Vans, Jeans und Karohemd die Bühne. Das sympathische Kerlchen hat einen riesigen Aufsteller mit seinem Album-Cover drauf und eine Gitarre in den Händen. Mehr scheint er nicht zu brauchen. Der langjährig erfahrene Musiker weiß, wie man Alex Amsterdameinem Publikum einheizt und spielt so einen bunten Mix aus seinem Repertoire. Ein bisschen Indie-Singer-Songwriter-Pop aus dem Bundesland, wo auch das FZW beheimat ist, Musik scheint wirklich Alex‘ Leben zu sein. Das ziemlich junge Publikum klatscht auch brav hinter jedem Song Applaus und hört dem Support aufmerksam zu, einige filmen sogar mit dem Handy und machen Fotos. Eine gute halbe Stunde gibt der in Düsseldorf geschätzte und bekannte Musiker Einblick in seine Geschichten und spielt auch neue Songs. Auch wenn es unglaublich heiß ist: „Ich bin froh, dass ich nur der Support bin. Denn sonst müsste ich noch länger spielen – und ich kann nicht mehr. Falls ihr mir also noch etwas Geld geben möchtet, ich habe auch ein bisschen Merch und CDs dabei!„, geht Alex Amsterdam zum letzten Song über und lässt die Gäste noch einmal für Ron Pope jubeln.

Es ist bereits ungefähr 21:10 Uhr, als die Band des Headliners dann endlich die Bühne betritt – natürlich direkt gefolgt von Ron himself, der auch sofort zum Mikro rennt und mit seiner aktuellen Single „Lick My Wounds“ loslegt und sich passend dazu im Takt vor seinem Mikrofonständer bewegt – von oben bis unten komplett in Schwarz gekleidet: schwarze Low-Chucks, eine schwarze Hose, ein schwarzes Muskelshirt (mit weißem Muster) und schwarze Haare, zu einem Zopf zusammen gebunden. Elegant. Fast so elegant wie die Tatsache, dass er einen eigenen Gitarrenjungen hat, der ihm seine diversen Spielzeuge nach fast jedem Song neu anreicht. Ron Pope ist Profi wie immer – wie er es eben ist, sobald er „on stage“ ist. Es ist sein Job und den meistert er wirklich gut. Von Kontinent zu Kontinent, von Land zu Land, von Stadt zu Stadt. Ron Pope seems to be everywhere!

Ron Pope „A Drop In The Ocean“ live @ Flux Studios:

In der Stadt Dortmund ist es heute sein erstes Konzert EVER und die Fans scheinen sich zu erfreuen, dass er endlich in ihrer Stadt ist: Zwar ist die Location nicht so prall gefüllt wie das Luxor in Köln sonst, jedoch entsteht dennoch eine gemütliche Atmosphäre, wenn auch verteilt: Ein paar sitzen auf Barhockern am Rand, ein paar stehen hinten beim Bierzapfer, andere wiederum haben es sich auf den Treppen gemütlich gemacht – und doch gibt es auch hier einige, die direkt in der ersten Reihe stehen und das Konzert natürlich voll dokumentieren und andere tanzen in der Mitte des Ladens. Dieser Künstler scheint also alle zu begeistern jede(n) auf seine Art und Weise.

Nachdem der NYC-Musiker mit einem neuen Song eröffnet hat, dürfen natürlich auch Klassiker wie „Tears Of Blood„, „One Grain Of Sand„, „Wherever You Go“ oder „Atlanta“ nicht fehlen, bei denen die Fans gerne zeigen, dass sie die Songtexte natürlich einwandfrei drauf haben. Alles ist ein wenig still und fremd, so wirkt es jedenfalls, da Ron seine Show einfach runterspielt. Bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls. Irgendwann scheint er zu merken, dass man ja auch mit den Konzertbesuchern reden könnte. Oh! Er Ron Popeerzählt von der Musik, vom Songschreiben – und setzt sich ans Klavier, um beispielsweise „Fireflies“ zu singen und somit zu zeigen, dass er natürlich auch die ruhigeren, sanfteren Töne nicht vergessen hat. Denn DER Song schlechthin fehlt natürlich sowieso noch.

Doch was wäre eine Tour, wenn man sie nicht nutzt, um neues Material vorzustellen?! Im Prinzip nichts. Die Tour im Februar fand jedoch gerade erst mit dem im Januar erschienenen Album statt: Doch was wäre ein Ron Pope, wenn er die Zeit auf Tour nicht nutzen würde, um neue Songs zu schreiben? Das sind doch die Kleinigkeiten, die ihn ausmachen. Er stellt mit „White River Junction“ und „Hotel Room“ neue Titel vor, die ein bisschen ‚back to the roots‘ sind und eher auf die ersten Alben statt auf „Calling Off The Dogs“ passen würden. Zum Ende hin hat der Star des Abends noch eine Bitte: „Kommt doch bitte noch ein wenig näher ran, schließt den Kreis hier und kommt an die Bühne!“ – auf die nette Aufforderung hören die Besucher natürlich und schon sind alle eng beieinander versammelt und genießen mit seinem Hit „A Drop In The Ocean“ den letzten Song des Abends. Eine Zugabe gibt es danach allerdings nicht mehr, frei nach dem Motto „weg ist weg“.

 

(c) Fotos: C. Söhnchen, R. Bektas
(c) Pressefotos: FKP Scorpio, Tark R. Shayne

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