IM TALK: Schafe & Wölfe

Veröffentlicht: Juli 18, 2014 in Interviews
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Schafe & WölfeSchafe & Wölfe lassen gerade keine Erfolgsmeldung aus. Kurz nach dem Release der EP „Schöne Augen für schlechte Aussichten“ gewann die Band den „Mutti wir spielen Melt!“-Contest, der den Lemgoer Newcomern einen Gig auf dem diesjährigen Melt!-Festival bescherte. Darüber hinaus konnten sich Schafe & Wölfe in einem von Spotify & Telekom Street Gigs initiierten Wettbewerb gegen zahlreiche, auch internationale Konkurrenten durchsetzen, was ihnen nun einen Gastauftritt in der Kult-Soap „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ bescherte – wir haben Max ein paar Fragen gestellt.

Und nun haut das Trio noch sein brandneues Video zum Track „Zeitvertreib“ raus, bei dem sie von Frittenbude-Frontmann Strizi Streuner an den Vocals unterstützt werden. Zwischen all dem positiven Stress fanden sie dennoch Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten.

Schafe & Wölfe. Wie harmonieren diese Tierarten miteinander?
Max: Gar nicht – eigentlich. Wir wollten einfach schon im Band-Namen die Gegensätze zusammen bringen, die wir auch in der Musik zusammen bringen wollen. 

Wie kommt man auf diesen Bandnamen (diese typische „was bedeutet der Bandname“-Frage stellen wir eigentlich nie – aber hier möchten wir es unbedingt von euch wissen und nicht recherchieren!)?
Ich fand das Bild einfach immer unheimlich schön. Schafe und Wölfe, das ist ja wie eine Metapher für gut und böse oder eben fressen und gefressen werden. Das lässt Interpretationsspielraum und erzeugt, hoffentlich, ein kleines Kopf-Kino. 

 „Alle sind dagegen, nur um nicht dafür zu sein“ – wofür seid ihr nicht?
Ich denke, wir haben schon eine ausgeprägte Anti-Haltung. Aber eben nicht einfach nur, um gegen irgendetwas zu sein. Wir sind zum Beispiel gegen Plakativität und gegen dieses ganze Yolo-Gehabe was momentan abgeht. So: Alles ist super, Julia Engelmann, mach dir nie mehr Sorgen um Geld und dann ein Hoch auf uns. Das passt nicht wirklich zu unserem Leben und unserer Wahrnehmung. 

Schafe & Wölfe „Zeitvertreib“ offizielles Musikvideo:

Electro, Hip Hop und Pop. Ihr seid so das “3in1”-Paket der Musikbranche. Haben euch Kraftklub und Casper inspiriert oder wie kamt ihr auf diese Kombi?
Kann man nicht sagen. Uns haben eher Bands wie Turbostaat, New Order, Kettcar oder Two Door Cinema Club inspiriert. Aber was bedeutet das schon? Das ist ja schon eine natürliche Entwicklung bei uns zu diesem Sound. Dass alles jetzt so klingt, wie es klingt, das ist halt so. Aber wir machen uns eigentlich keine Gedanken über irgendwelche möglichen musikalischen Überschneidungen mit irgendwem. Wir machen einfach, worauf wir grad Lust haben. 

Was für Musik bevorzugt ihr privat? Habt ihr aktuellen einen Insider Tipp für unsere Leser? Gibt es einen Song, den ihr gerne geschrieben hättet?
Ich weiß, dass Chris gerne Bizarre Love Triangle von New Order geschrieben hätte. Ich hätte, glaube ich, gerne am liebsten Disarm von den Smashing Pumpkins geschrieben. Mein Geheimtipp (seit Jahren schon) ist Nico Stai – unfassbar gut! Momentan und aktuell die beiden neuen Songs von Alt-J – ist aber auch nicht wirklich ein Geheimtipp. 

Drei Jahre eingeschlossen, um an eurem Album zu arbeiten: Was ist dabei rausgekommen? Könnt ihr schon etwas verraten? Ist die EP der perfekte Vorgeschmack?
Die Arbeit hört einfach nie auf, weil wir nie aufhören, Musik zu machen. Seit der EP haben wir schon wieder irgendwie fast 4 Songs vorproduziert und haben ja trotzdem noch das Album in der Schublade. Wir wollen einfach nur Musik machen und uns’re kleinen Gedanken in die Welt stellen, ob das dann jemandem gefällt, das muss man sehen. Zum Album Schafe & Wölfe EPgibt’s nichts Neues, aber wir werden demnächst noch mal eine kleine Single mit Video veröffentlichen. 

Eure Musik ist ziemlich tanzbar, vor allem „Zeitvertreib“ beispielsweise. Was ist euer Lieblingsclub?
Wir sind tatsächlich nicht so die Club-Typen. Ich denke, wir machen auch irgendwie so Club-Mucke für Leute, die keine Club-Mucke mögen. 😉

„Zeitvertrieb“ – womit vertreibt ihr euch am liebsten die Zeit?
Das klingt jetzt blöd, aber wir machen am liebsten Musik, gehen uns betrinken, leben ein bisschen, schreiben was drüber und dann wieder von vorn. 

Eure Musik wird irgendwie ‚zwischen Großstadt-Romantik und Selbstmitleid‘ beschrieben – das trifft es so ziemlich, wie wir finden. Besonders „Katzen + Jammern“ ist ein perfektes Beispiel für diese Beschreibung, da es diesen Aufbau hat und tanzbar romantisch wirkt, gleichzeitig in Teilen jedoch wirklich ein bisschen im Selbstmitleid versinkt. Wir fänden es ganz interessant, wie bei euch ein Song entsteht, da die Musik relativ oberflächlich wirkt, die Texte hingegen tiefsinnig. Erzählt mal…
Die Texte sind in der Regel vorher da und geben die Stimmung vor. Letztendlich ist die Musik ja auch nur Vehikel für die Texte und schafft Atmosphäre. Aber eine Blaupause dafür, wie bei uns Songs entstehen, gibt es eigentlich nicht. Ich denke, dass schon die meisten Songs von Nächten erzählen, wo man über kleine Momente und Gedanken stolpert. Wir finden die Anti-Helden, die nicht so wirklich wissen, was gerade mit ihnen passiert eigentlich am interessantesten. Da sehen wir uns ja auch persönlich eher. 

Ihr habt den Band-Contest von Telekom Street Gigs gewonnen und durftet bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ auftreten. Wie war der Dreh, gab’s besondere Erlebnisse mit den anwesenden Statisten / Fans? Gibt’s am großen Ausstrahlungsabend ein ‚Public Viewing‘ mit der Family oder wie darf man sich das vorstellen?
Das war schon ein bisschen verrückt und seltsam… wie das eben so ist, Playback zu spielen. Komisch halt. Wir haben ein wenig mit ein paar Schauspielern gesprochen und es war für uns schon ziemlich interessant, wie da die Wahrnehmung war. Also von uns und von der Serie im Allgemeinen. Es war eine gute Erfahrung und es ist witzig, dass sich das so ergeben hat. Wir sind ziemlich dankbar, dass wir mal so ein bisschen „Zirkus“ mitmachen durften. Wir spielen am Austrahlungsabend ein kleines Konzert in Berlin und gucken dann vorher zusammen die Folge. Da freuen wir uns schon drauf. Irgendwie.

Vielen Dank an Schafe & Wölfe und COMMUNITY für das nette Interview.

(c) Foto: Walter Glöckle

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