IM TALK: Miss Platnum

Veröffentlicht: Mai 15, 2014 in Interviews
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Miss PlatnumMiss Platnum ist tot, es lebe Miss Platnum” – diese Promotion-Aufkleber zieren ganz Deutschland. Schmerz, Trauer, Wut und die schwarze Galle der Melancholie. Lebenslust, Freude und balkanische Feierlaune. Schmeißt die Gläser an die Wand! Miss Platnum singt jetzt auf Deutsch – mit großer Bandbreite. Inzwischen ist der vormalige Fantasiecharakter nämlich zur vollkommenen und erwachsenen Künstlerin gereift. Wir hatten ein kurzes Gespräch mit der Künstlerin.
Obwohl Ruth Renner, wie sie in Wirklichkeit heißt, leicht angeschlagen war, nahm sie sich am Nachmittag vor ihrem Konzert in der Kulturfabrik Krefeld Zeit für einen kurzen Talk mit uns: barfuß gemütlich auf der Couch im Backstage-Bereich. So wird man gerne von einer erfolgreichen Künstlerin empfangen, die am Tag zuvor eine ausverkaufte Show in Berlin spielte. Miss Platnum hat’s geschafft! Wir haben unseren Fragezettel bewusst reduziert und kurz gehalten, sodass aus einem geplanten 20-Minüter ein knapp 7-minütiges Interview wurde, was jedoch nicht weniger interessant ist. Fotos konnten wir natürlich nicht machen, denn mal ehrlich, wer wird schon gerne abgelichtet, wenn er/sie sich unwohl fühlt?! Richtig, verständlicherweise niemand. Hier geht’s los:

Zunächst möchten wir auf den ‚Slogan‘ „Miss Platnum ist tot, es lebe Miss Platnum“ eingehen. Ist es wirklich so, dass der Unterschied von „Glück & Benzin“ (2014) zu „The Sweetest Hangover“ (2009) so krass differenziert ist. Wie würdest du den Unterschied selbst charakterisieren?
Miss Platnum: Naja, der größte Unterschied ist natürlich, dass es jetzt auf Deutsch ist. Ansonsten hat sich glaube ich die Stilistik einfach weiterentwickelt, also es ist ein bisschen mehr Elektro dazu gekommen und so. Man hört ja immer noch den Balkanbezug. Für mich ist es eine Weiterentwicklung der Musik und der Kunst. Ich mach mir ja nicht so viele Gedanken darüber, ich mach das halt einfach.

War es für dich schwieriger, auf einmal auf Deutsch zu singen, da die Sprache ja schon „härter“ ist, wie viele sagen?
Was heißt schwieriger?! Es ist halt schwieriger, Texte zu schreiben, die gut sind, also die auch im Bereich Popmusik oder R’n’B noch gut sind. Aber auf Deutsch zu singen ist nicht wirklich schwierig, hab ich ja auch schon länger gemacht – aber eben nur als Gast bei anderen Künstlern. Wie gesagt, schwieriger war es einfach, eine eigene Sprachlichkeit zu finden, die mir passt.

Was hörst du so privat? Deutsch, Englisch, gemischt?
Gemischt. Ich kenne nicht so viele gute Sachen auf Deutsch – aber eine Band, die ich riesig abfeier, die gerade voll durchstartet: Bilderbuch. Ich finde, das muss auch so interessant sein, es darf nicht einfach nur so ein Poesietext sein … für meinen Geschmack!

Du hast gerade von Zusammenarbeit mit anderen Künstlern gesprochen. Wie hat bzw. hat es dich beeinflusst, dass du die Fantastischen Vier damals supportet hast oder mit Peter Fox zusammengearbeitet hast (und all die anderen Features)?
Das weiß ich nicht. Ich mach eigentlich immer meine eigenen Sachen, hab ich schon immer gemacht. Ich glaub nicht, dass so viel davon beeinflusst hat. Man ist glaube ich nie frei von Einflüssen. Ich habe aber noch nie so wahrgenommen, dass ich jetzt irgendwas machen will, weil Peter Fox oder Fanta 4 oder irgendwer das auch gemacht hat. Mit Fanta 4 habe ich ja so jetzt auch sonst nicht so richtig zusammengearbeitet. Das nehme ich nicht so wahr.

Wie ist es für dich, jetzt „alleine“ unterwegs zu sein, nachdem du kürzlich erst die Tour mit Marteria und Kid Simius, der Support war, beendet hast?
Naja, das ist natürlich immer schön, vor den eigenen Fans zu spielen. Darauf habe ich mich auch schon lange gefreut, seit das Album fertig ist. Das ist halt einfach schön! Marteria und ich, das ist ja so eine Familie und da zu spielen ist auch total geil!

Miss Platnum „Glück und Benzin“ offizielles Musikvideo:

Ist schon eine eventuelle Verlängerung deiner Tour geplant, z.B. für Herbst?
Ja, kann durchaus sein. Wir haben jetzt noch keine konkreten Daten, aber kann natürlich sein. Ich spiele ja auch im Sommer noch einige Festivals. Ja.

Was ist denn für dich der persönlichste Track auf „Glück & Benzin“?
Alle. Alle sind sehr persönlich.

Was ist für dich dein Glück und was ist dein Benzin?
Mein Glück ist auf jeden Fall, dass ich das machen kann, was ich mache, dass ich das einfach leben kann und dass ich die Leute habe, die mich unterstützen. Benzin ist einfach so diese Leidenschaft, die ich dabei empfinde … dass mich das einfach immer wieder so dahin treibt, das zu machen.

Wen hast du zuletzt selbst live gesehen?
Zuletzt war glaub ich sogar Drake… Drake und Little Dragon.

Dein aktueller Lieblingssong?
„Maschin“ von Bilderbuch.

Mit welchem Künstler (vielleicht auch international) würdest du gerne mal zusammen arbeiten?
Nee. Da gibt’s einfach zu viele, die ich geil finde. Also nicht so den einen Künstler. Ab und an auch mal wieder neue…

Was ist dein Lieblingsort auf der Welt?
Schon mein eigenes Zuhause, wo auch immer das ist. Jetzt gerade ist es halt im Nightliner. Ich finde es immer gut, die Möglichkeit zu haben, sich zurückzuziehen. Ich brauch das auch. Immer wieder in so Phasen, wo ich viel arbeite, find ich’s gut, für mich zu sein, zu Hause zu sein, zur Ruhe zu kommen.

Wir bedanken uns bei Ruth, die sich trotz Nichtwohlfühlens die Zeit genommen hat, uns freundlich gegenüber zu treten und mit uns zu plaudern. Danke auch an die Sony Music!

 

(c) Foto: Sony Music

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