CD-CHECK: „Silver Linings“ von Milow

Veröffentlicht: März 28, 2014 in Neuerscheinungen
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MilowWenn Milow etwas verabscheut, dann sind es Wiederholungen. Jedes seiner Alben steht für eine bestimmte Zeit. Stand das Vorgängeralbum „North And South“, ein absolutes Wohlfühlwerk, für die Verwirklichung seines Traumes, ununterbrochen durch Europa touren zu können, zeigt sich Jonathan Vandenbroeck auf „Silver Linings“ als deutlich gereifte Künstlerpersönlichkeit mitunter auch von seiner melancholischen Seite. Das Album haben wir mal genauer unter die Lupe genommen und präsentieren euch hier unseren CD-Check.


Um eins vorweg zu nehmen: Wer die Single „We Must Be Crazy“ liebt, wird „Silver Linings“ vergöttern. Behutsam beginnt Milows neues Studioalbum mit dem Song „Learning How To Disappear“ und erzählt von diesem Moment an viele kleine Geschichten auf eine besonders schöne Art und Weise: ganz langsam und ruhig, unterlegt mit sanften Tönen. Der Opener wird hier zum Paradetrack und spiegelt die Linie der Platte wider – was auf keinen Fall heißen soll, dass es irgendwann eintönig wird.

Milow „We Must Be Crazy“ offizielles Musikvideo:

Echoes In The Dark“ verzaubert nicht nur durch Milows mildes Stimmchen, sondern durch die Harmonie, die mit der Backgroundsängerin Courtney Marie Andrews entsteht, die kontinuierlich mit ihm singt; noch leiser, noch mehr im Hintergrund. Man könnte meinen, dass die entspannende Musik im Vordergrund steht, wird jedoch eines Besseres belehrt, wenn man von dem Gesang und den Worten wirklich beruhigt wird. Und das wird man. Auch wenn die Single „We Must Be Crazy“ ein paar Klänge mehr aufweist und Milow teilweise sogar mit mehr Volumen singt (denn das hat er ja), ist es trotzdem eine schöne und leise Nummer. Ein Ding zwischen Ballade und Popsong, aber weder das eine noch das andere. „We must be crazy / You’re so beautiful / Life is hasty / Just like me and you / All the strangers working in the graveyard / Lovers "Silver Linings" von Milow - ab dem 28. März 2014 überall!and haters / We must be crazy“. Die Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit in einem Song beschrieben. Perfekt. Und das auf solch eine schöne Weise, die jeden Hörer aus der Hektik bringt. Versprochen! „It’s a long life to live / And I’m learning how to forgive / Myself / For all the things I did“. Denn das sollte jeder tun. Das Leben ist zu kurz. Amen.

Wind Me Up“ ist für Fans von der ‚dunkleren Stimme‘, der intensiveren Stimme des Sängers. Außerdem finden wir hier den Bezug zum Albumtitel: „She was the queen of silver linings / Now she is the one who lives with ghosts“. Ein Song, der berührt. Durch und durch. Ebenso schafft das „You’re Still Alive In My Head“ mit einer Melodie, die sofort das Innere berührt. Freunde des schnelleren Klangs werden jedoch auch bedient und bekommen auf „Against The Tide“, „The Golden Hour“ und „My Mother’s House“ weitere Instrumente zu hören.

Es macht keinen Sinn, hier ein explizites Track-by-Track-Review vorzunehmen. Es ist eine Platte, die im Ganzen zu bewerten ist. 10 Lieder sind nicht gerade viel, knapp mehr als es für eine EP bräuchte. 35 Minuten Gesamtlaufzeit ist wirklich äußerst wenig. Aber wie heißt so schön: Man kann Dinge auf 50 Seiten aufschreiben und sich nur was zusammenstammeln – und man kann Dinge auf 10 Seiten präzise ausdrücken, auf den Punkt bringen. Genau das ist Milow mit „Silver Linings“ gelungen. „We’re swimming against the tide“.

Silver Linings” von Milow erscheint am 28. März 2014 auf CD und als Download!

 

(c) Foto: Brantley Gutierrez

 

Kommentare
  1. diefraumitdembart sagt:

    …Das Musikvideo von „We must be crazy“ ist außerdem ziemlich einzigartig!

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