IM TALK: Revolverheld

Veröffentlicht: März 17, 2014 in Interviews, Verlosungen
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RevolverheldAn Bewegung hat es Revolverheld noch nie gemangelt. Seit die Band vor nunmehr einem Jahrzehnt zusammenfand, war sie eigentlich „immer in Bewegung“ und hat dabei verdammt viel bewegt: Top-10-Platzierungen mit allen Alben, Gold- und Platin-Auszeichnungen, ECHO-Nominierungen und etliche andere Preise. Im September 2013 veröffentlichten sie mit „Immer in Bewegung“ ihr bereits viertes Studioalben, das die Erfolgs-Singles „Das kann uns keiner nehmen“ (nominiert für den Radio-ECHO) und „Ich lass für dich das Licht an“ hervorbrachte und zehn weitere Tracks enthält. Mit Kristoffer und Niels sprachen wir über die Bandgeschichte, Musik und Freundschaft.

Bevor Revolverheld am Abend die Bühne des FZW in Dortmund stürmten, trafen wir Bassist Kristoffer Hünecke und Gitarrist Niels Grötsch am Nachmittag in der Garderobe ihres Support-Acts Sebastian Lind zum Interview. (Hier geht’s zum Live-Review!)

„Immer in Bewegung“ ist Albumtitel, Tourname, Opener und war der erste Song, den man vom neuen Album hören konnte – wieso habt ihr ausgerechnet diesen Track gewählt und nicht z.B. eure erste Single?
Kris: Wir haben ja eine lange Pause gemacht und haben uns soundlich auf dieser Platte schon verändert. Wir haben nach einem Track gesucht, der die Veränderung am konsequentesten zeigt. Wir hatten bei „Immer in Bewegung“ das Gefühl, dass wir zwar immer noch eine Rockband sind, aber es von der Instrumentierung und vom Sound her größer geworden ist. Es ist halt einfach echt ein größerer Sound, ohne aufgeblasen zu wirken – es sind immer noch Gitarren, es sind Synts drin. Es ist so ein bisschen was Neues für uns und da wollten wir klarstellen, dass wir jetzt mit einem neuen Sound wiederkommen und der Track „Immer in Bewegung“ hat das ganz gut angezeigt.

Ihr seid andererseits auch mit euren Songs „Halt dich an mir fest“ und „Ich lass für dich das Licht an“ für ‚Popschnulzen‘, richtig gute Popballaden in Deutschland bekannt. Habt ihr da ein Geheimrezept oder eine Struktur beim Schreiben?
Niels: Ich glaub‘, ein Geheimrezept gibt es nicht. Wir schreiben einfach. Wir kommen ja viel rum, wir lernen viele Leute kennen – und hören viele kleine Geschichten. Da kommt das ein oder andere zusammen, wo sich dann ein Thema ergibt, worüber man schreibt. Welcher Song dann welches Thema bekommt, das kann man gar nicht so genau planen. Ich glaube einfach, man macht einfach so. Wir haben sehr, sehr viele Ideen, die erstmal gesammelt werden, in erster Linie von Kris und von Johannes, die auch meistens mit einem Grundgerüst ankommen. Da sind dann wahnsinnig viele Ideen, die wir dann ausarbeiten und viel davon schafft es dann nicht auf eine Platte, aber einiges schafft es dann eben drauf und da sind dann natürlich auch mal ein paar Balladen bei, was ja auch wichtig ist. Wir sind ja auch froh, dass wir mehrere Facetten in uns tragen und über mehrere Themen und Bereiche schreiben können und auch was zu erzählen haben. Insofern ist das doch gut, wenn man als Band eben auch ein paar Balladen hat.

Wo ihr  gerade vom Rumkommen/Reisen sprecht: Reisen ist ja auch Thema in euren Songs. Was bedeutet Reisen für euch?
Kris: Naja, wir reisen schon alle sehr gern, um uns in erster Linie auch Inspiration zu holen, um aufzutanken, um Pause zu machen, um mal wegzukommen aus dem Alltag. Ich glaub‘, das ist für uns was ganz Wichtiges, was auch ein paar Songs auf dem neuen Album beinhalten. Nämlich so dieses aus dem Alltag ein bisschen ausbrechen, auch aus der großen Stadt mal raus und ein bisschen nach Ruhe suchen, vielleicht auch mal das Handy weglegen und den Stress ein bisschen zur Seite tun. Dafür sind Reisen auf jeden Fall auch ein mögliches Mittel, um das ein bisschen zu erreichen. Und klar, wenn du dann an ’nem fremden Ort bist – du lernst neue Sachen kennen, neue Menschen, neue Dinge, dann ist es bei uns auch oft Inspiration für neue Songs.

Auf dem Vorgänger „In Farbe“ habt ihr ja beispielsweise „Ich werde nie erwachsen gesungen“, wirkt jedoch mittlerweile schon erwachsen. Als wärt ihr ganz schnell von Jungs zu Männern herangereift. Was ist da passiert – vielleicht auch in euren Köpfen?
Niels: Naja, die Entwicklung ist ja fast automatisch (Kris lacht) und auch wieder das Thema Bewegung. Dadurch, dass wir viel rumkommen und viel Neues Niels / Revolverheldkennenlernen, entwickelt man sich ja hoffentlich dann auch weiter als Mensch. Man fängt mit Anfang 30 vielleicht auch einfach an, anders über Sachen nachzudenken, als man das mit Anfang 20 getan hat. Da gibt’s dann andere Themen, da kommt dann irgendwann auch Familie dazu, bei Johannes zum Beispiel, oder viele Sachen, die sich einfach geändert haben, seitdem man 20 war und vielleicht eine etwas andere Sicht der Dinge hat oder einige Sachen auch entspannter sieht – dass man vielleicht nicht ganz so verbissen ist in dem ein oder anderen Punkt. Bei uns ist auch so ein bisschen die Ruhe und Gelassenheit teilweise eingekehrt. Ich finde, das hört man auch bei dem ein oder anderen Track. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt komplett erwachsen geworden sind (beide lachen). Das war ja auch bei dem Track erstens mit ein bisschen Augenzwinkern und zweitens ein bisschen nichtserwartend erwachsenes sollte man sich schon bewahren, dass man nicht zu sehr in so ein eingefahrenes Schema verfällt, man sollte immer gucken, dass man offen bleibt für viele Dinge und sich da nicht zu sehr verschanzt.

Was bedeutet Freundschaft für euch? Das ist ja auch ein Leitfeiden in euren Songs. Ist es schwieriger, in eurem Business wahre Freunde zu erkennen, habt ihr vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht und so etwas mehr Menschenkenntnis erworben?
Kris: Wir sind ja jetzt schon lang‘ dabei, wir sind jetzt in unserem elften Jahr. Klar, da hat man schon auch in der ersten Hälfte gemerkt, wer dann so die wahren Freunde sind – wenn man dann lange auf Tour ist und immer unterwegs ist, dann merkt man schon, wer so im engeren Freundeskreis die sind, die bleiben. Man muss halt sagen, was total wichtig ist, und deshalb ist Freundschaft auch ein sehr zentrales Thema bei uns, dass wir halt über die Freundschaft zur Band gefunden haben. Also, wir sind Freunde geworden und dann kam eigentlich erst der Businesspart, was in der Richtung eine sehr, sehr gute Sache ist. Ich glaube, wenn’s andersrum anfängt, dass man erst zusammengewürfelt wird, dann kommt das Business und dann versucht man, sich anzufreunden… da ist das viel schwieriger. Bei uns hat sich das so zurecht gefunden und wir haben ja auch schon in vielen anderen Bands gespielt und so – und als wir in der Konstellation das erste Mal zusammen im Proberaum standen, da hat man gemerkt, dass da irgendwas Besonderes ist und das ist halt nicht nur musikalisch, das ist auch menschlich. Wenn wir zusammen ein Bier trinken gehen, dann verstehen wir uns einfach. Und das ist glaube ich eine sehr, sehr wichtige Sache, um das auch jahrelang machen zu können. Wenn dann tatsächlich irgendwann mal eine schwierige Situation kommt, vielleicht auch businessmäßig und die Plattenfirma will irgendwas von einem und man ist keine Einheit, dann kann das sehr schwer werden. Deshalb ist Freundschaft ’n total wichtiger Begriff für uns – und natürlich ist es auch wichtig, dass man jemanden hat, vielleicht auch mal außerhalb der Band, wo man mal anrufen kann und sagen kann „Ey, auf Tour ist jetzt auch gerade blöd die ganze Zeit“ (lacht). Wir haben über die Jahre auch gelernt, dass es wichtig ist, sich auf einige wenige Freundschaften zu konzentrieren und die aber auch zu pflegen.

Ihr habt euch bei den Soloprojekten von dir Kris und auch Johannes gegenseitig unterstützt. Das ist bei vielen Bands wiederum nicht üblich, die zerbrechen da manchmal sogar dran. Ist es nicht zwischendurch sogar nervig, immer die gleichen Typen zu sehen – oder geht ihr trotzdem, wie ihr gerade gesagt habt, privat dann auch mal zusammen weg?
Kris (lacht): Ja!
Niels: Ja, das ist auch so. Man muss ja auch dazu sagen: die Soloprojekte sind ja nicht daraus entstanden, dass wir uns nicht mehr verstanden haben und keine Lust mehr aufeinander hatten. Es war einfach so… gerade die beiden Jungs, Johannes und Kris, schreiben ja auch sehr viele Songs und nicht alle Songs passen natürlich auch immer zu Revolverheld. Da sind viele Songs bei, die auch gute Songs sind, aber vielleicht stilistisch oder von der Art und Weise nicht so ganz in die Band reinpassen. Aber diese Songs wollen ja dann auch mal gehört werden! Insofern war das für uns andere klar, dass man das dann unterstützt. Das ist eine Sache, die man unter Freunden dann eben auch so macht und unterstützen sollte. Insofern fanden wir das sehr gut, dass diese Alben so rauskamen. Die sind ja beide für sich auch was Besonderes und sehr Gutes geworden. Da stand es für uns auch nicht in Frage, dass wir uns danach nicht wieder zusammensetzen und dann weitermachen, sondern das war vornerein so der Plan und genau das haben wir dann auch gemacht.

Ihr seid eine der wenigen Bands, bei denen alle vier Alben anders klingen. Das ist ja auch eine Kunst für sich. Ist das dann dadurch noch schwieriger, eine Setlist zusammenzustellen? Gibt’s Songs, die ihr unbedingt dabei haben wollt und andere, wo ihr euch denkt ‚Oh Gott, war früher, die lassen wir mal lieber weg.‘
Niels: Das ist eine gute Frage!
Kris: Sehr gute Frage! Haben wir jetzt auch gerade gemerkt beim Proben und beim Zusammenstellen der Setlist, dass das nicht einfacher wird. Es ist natürlich schön, wenn du jetzt aus vier Alben auswählen kannst und man hat ja auch schon ein paar Singles veröffentlicht. Ja, also klar, man hat einfach einen größeren Pool an Songs, aber es ist natürlich schwer, eine homogene und stimmige Setlist zusammenzustellen. Ich glaub‘, wir haben das jetzt geschafft. Wir spielen aber auch teilweise Songs anders, als sie auf dem ersten Album zum Beispiel veröffentlicht wurden, sodass es einfach vielleicht ein bisschen besser ins Set passt. Aber ich glaube davon lebt auch ’ne Band! Wenn ich auf ein Konzert gehe, bei einer Band, die irgendwie 4-5 Alben hat und die spielen irgendwie was ganz anders und der Sänger singt das ganz anders, als ich das kenne, dann find‘ ich das auch nicht gut. Wir versuchen da einen guten Mittelpunkt zu finden, versuchen das anzupassen an unseren jetzigen Sound, aber wir wollen das auch nicht alles so ganz anders machen, dass da jemand meinetwegen „Die Welt steht still“ hört vom ersten Album und da total enttäuscht ist, weil das jetzt nach „Das kann uns keiner nehmen“ klingt (lacht). Wir versuchen das geschmackvoll anzugleichen und hoffen, dass uns das gelingt. Aber bisher kriegen wir gutes Feedback. Wir haben ja jetzt schon vier Dates gespielt auf unserer „Immer in Bewegung“-Tour und da kommt auf jeden Fall gutes Feedback.

Wo du gerade von Bands sprichst: Was sind denn die Bands eurer Jugend und die Bands eurer Gegenwart?
Niels: Die Bands unserer Jugend sind natürlich ganz viel die Bands aus der Grunge-Phase, die es so Mitte der 90er gab, weil wir alle irgendwie in der Zeit JugendKris & Niels / Revolverheldliche waren und uns das natürlich geprägt hat. Bei mir war es auch zusätzlich noch viel sowas wie Guns’n’Runs, aber aus der Grunge-Phase eben Pearl Jam, Nirvana, und wie sie alle hießen.
Kris: Stone Temple Pilots, unbedingt ja. Soundgarten haben wir heute Morgen gerade das iTunes-Konzert gesehen – vor zwei Tagen haben sie ein iTunes-Konzert gegeben und das „Superunknown“-Album gespielt, womit wir auch alle aufgewachsen sind, „Black Hole Sun“ drauf und so. Die haben das komplette Album von der Setlist durchgespielt. Wahnsinn! Tierisch! Da können wir uns alle für begeistern, sind aber auch, wo du nach zeitgenössischen Bands jetzt fragst, sehr interessiert am Musikgeschehen, was jetzt so passiert. Zum Beispiel, wo ich gerade beim iTunes-Festival bin, da haben wir London Grammar gesehen, echt ’ne freshe coole Band. Da gibt’s noch die, ach wie heißen die… Mighty Oaks. Kennt ihr die?
The Pick: Ja klar.
Kris: Auch so eine deutsche Band, die irgendwie so gar nicht Deutsch klingt. Tierisch, finden wir, also wirklich super. Dann haben wir einen sehr geilen Support mit auf Tour, Sebastian Lind, in dessen Garderobe wir übrigens hier gerade sitzen heute. Er hat so ein bisschen die Durchgangsgarderobe bekommen. Auf jeden Fall reinhören, ist ein wirklich großartiger Künstler, unglaublicher Sänger. Ja, also… wir hören viel Musik! Von A-Z.
Niels: Ich glaube, wir sind vor allen Dingen so Musikhörer, die auf gute Songs stehen. Während man früher vielleicht als Jugendlicher oft so Sparte gehört hat, vielleicht gesagt hat „Okay, Grunge ist cool – hör‘ ich jetzt nur Grunge-Bands“, hat sich das über die Jahre bei uns so dahin gewandelt, dass wir einfach auf gute Songs stehen: da kann das mal ein guter Elektrosong sein oder Singer/Songwriter oder Pop oder eben Rock. Also wenn es ein gut geschriebener Song ist mit einem guten, interessanten Sänger/in, dann macht das für uns alles Sinn.

Sebastian Lind ist auch Thema einer unserer Fragen. Johannes macht ja das Projekt „Feels Like Home“, ist jetzt Juror bei „The Voice“-Kids. Euch scheint es wichtig zu sein, junge Talente zu unterstützen/fördern. Ist das der indirekte Dank dafür, weil ihr damals auch unterstützt wurdet, z.B. von Silbermond, oder ist es für euch einfach selbstverständlich, neuen Acts zu helfen?
Niels: Eigentlich ist es wahrscheinlich genau das, was du sagst, beides. Wir haben auch gemerkt, dass man oft gegen Wände rennt und dass man nicht so viele Möglichkeiten hat, sich durchzusetzen. Es gibt immer weniger Formate in allen möglichen Medien, wo Musik noch stattfindet. Insofern ist es für uns auch wichtig, wenn wir uns daran beteiligen können, dass Nachwuchstalente eine Plattform bekommen, dann tun wir das gerne. Natürlich waren wir auch froh darüber, dass wir damals die Chance bekommen haben von einigen, da auch mal als Support zu spielen oder unsere Musik zu präsentieren. Insofern auch das, ja klar, das gibt man natürlich gerne weiter dann.
Kris: Ja und andersrum zieht man da auch wahnnsinnig viel Energie raus. Mit jungen Talenten zusammenzuarbeiten ist einfach eine totale Inspirationsquelle, weil man über die Jahre natürlich auch eine gewisse Sicht auf die Dinge entwickelt und man hat auch seinen Mechanismus, wie man z.B. Songs schreibt und so. Und wenn man mit jungen Talenten arbeitet, ist das wirklich so… die machen halt Sachen noch anders, die haben noch irgendwie ihre ganz naive Art und Weise, mit den Sachen Kris & Niels Polaroidumzugehen und das ist total super. Das muss man einfach machen, wenn man sozusagen ein paar Jahre dabei ist, um sich auch ein bisschen neue Sichtweisen zu holen. Zum Beispiel so ein Udo Lindenberg macht das ja auch seit Jahren, da gibt’s dann auch immer wieder Features von jungen Leuten. Ich glaub‘, das ist einfach ein alt bewährtes Rezept, um sich im Kopf frisch zu halten. Das ist total schön, das ist super.

Auf eurer ersten Single „Generation Rock“ habt ihr damals gesungen „Vergiss‘ den Pop-Shit, komm mit uns mit“. War das eine jugendliche Rebellion gegen den extremen Kommerz, der da stattfand – von dem ihr dann gewollt/ungewollt Teil wurdet und euch da so ein bisschen angepasst habt?
Niels: Also, wir waren immer dagegen, dass die Musik nicht im Vordergrund steht, das war uns ganz wichtig und deswegen sind auch solche Textzeilen entstanden. Das war ja auf so Show-Formate projiziert, wo man dann gemerkt hat „Okay, da steht gar nicht der Künstler im Vordergrund, da geht’s um irgend’ne tragische Lebensgeschichte“ oder, oder, oder, da wird dann irgendwie medial ein Riesenhype gemacht und der Künstler steht nicht im Vordergrund. Das war uns wichtig damals, da mal ein Zeichen zu setzen. Das ist auch nach wie vor so. Klar, man ist immer Teil einer medialen Vermarktung, wir sind auch Teil des Mainstream-Popbusiness, aber für uns ist einfach immer wichtig, dass wir unsere Inhalte rüberbringen können und dass bei uns die Musik im Vordergrund steht. Bei uns gibt’s dann z.B. auch nicht die großen Boulevard-Stories, sondern wir versuchen eben dann auch, medial oft unsere Inhalte zu platzieren.
Kris: Ja, das stimmt. Es wird auch total oft missverstanden. Klar, ist man mit Anfang 20 drastischer und man denkt, man kann mit einem Faustschlag die Welt verändern, sozusagen zum Guten. Aber es ist ja nicht so, dass wir damals nicht auch Bock auf kommerzielle Musik hatten. Wir hatten immer Bock, dass so viele Leute wie möglich unsere Songs hören und das war ja nie anders und das ist heute auch nicht anders. Mit dem Spirit sind wir angetreten, um das zu machen. Wir wollten dabei aber immer authentisch bleiben und wir wollten dabei immer das machen, worauf wir Lust haben und uns nie verbiegen müssen – und das ist auch nie passiert, zum Glück! Da haben wir auch Glück gehabt, dass wir an eine Plattenfirma gelangt sind, die das auch nicht versucht hat. Und ich glaube, das hat sich über die Jahre einfach auch ausgezahlt, dass wir immer, wenn wir uns unwohl gefühlt haben, das auch geasgt haben. Ich kenn‘ eigentlich keinen Satz, auch klar, wenn man jetzt weiß, dass das 10 Jahre her ist, für  den ich mich jetzt schäme. Das ist genau so, wie wir es damals gefühlt haben und genau so waren wir damals auch. Klar entwickelt man sich.

Thema: Meet & Greets. Wir haben das in den Fan-Kommentaren gelesen, dass sich viele darüber beschweren – preislich und dass ihr einfach nicht mehr die „Stars zum Anfassen“ seid, wie ihr es früher einmal wart, nach Konzerten nicht mehr rauskommt und mit den Fans redet, Fotos macht, etc. Warum hat sich das denn so geändert – ist es wirklich so, dass ihr keine Zeit mehr habt und vielleicht dann nicht jedem Fanwunsch gerecht werden könntet?
Niels: Es liegt einfach in der Natur der Sache, dass die Shows einfach größer werden und bei größeren Läden und mehr Fans ist es einfach nicht möglich, danach nochmal rauszugehen. Wir können ja nicht nach der Show nochmal zwei Stunden Autogramme schreiben. Da würden sich 1-2 Leute freuen und dann würden wir Kris / Revolverheldwahrscheinlich noch mehr Kommentare von Leuten bekommen, die dann enttäuscht sind, weil sie eben nichts bekommen haben. Wenn wir angesprochen werden, klar geben wir Autogramme. Aber wir versuchen eben durch diese Tickets einigen Leuten halt trotzdem die Möglichkeit zu geben. Es lässt sich halt nicht mehr in dem Rahmen machen wie früher, aber so haben wir eine Möglichkeit geschaffen, dass es trotzdem noch möglich ist.
Kris: Und man muss ja sagen: die Meet & Greets sind ja beschränkt auf 25 Tickets pro Show. Das heißt, es ist dann auch wirklich ein intimer Moment, man hat dann auch wirklich Zeit. Das ist für uns auch besser, weil wenn vor einem 2000 Leute stehen, dann haben wir vielleicht zwei Sekunden Zeit für jemanden. Und wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass die Leute dann enttäushcht sind. So können wir uns auf 25 Leute konzentrieren, können auch wirklich was preisgeben, wollen das auch. Es ist ja nicht so, dass wir darauf keine Lust haben. Man muss sagen, preislich sind wir halt sehr, sehr fair. Also diese V.I.P.-Tickets sind bei anderen Bands weitaus teurer.
Niels: Ja, teilweise das dreifache oder zehnfache!
Kris: Von US-amerikanischen Bands wollen wir gar nicht reden. Aber auch bei deutschen Bands sind wir da sehr, sehr weit unten und auch sehr fair, was uns auch sehr wichtig ist, was wir auch extra so machen, weil wir halt eine fannahe Band sein wollen und auch sind. Deshalb ist das für uns eine sehr gute Möglichkeit. Klar wird das von einigen Fans missverstanden. Wenn du irgendwie ein 500er-Konzert spielst, würden wir auch immer wieder rauskommen, würden wir uns auch immer wieder dahinstellen und noch ’ne Stunde Autogramme geben. Aber im Moment, wie Niels das auch schon erklärt hat, macht das einfach keinen Sinn.

Also ist es nicht nur so, dass ihr euch da bereitstellt, ein Foto mit den Fans macht und gut ist – ihr nehmt euch wirklich Zeit für diese 25 Fans?
Beide: Ja!
Niels: Die können uns alles fragen, was sie wollen, jeder kriegt sein Foto. Wir nehmen uns dann schon die Zeit. Wir erzählen dann auch ein bisschen, was da abends so passiert.
Kris: Wir klären auch ein bisschen das Bühnenset ab und unsere neue Licht-Show, die wir mithaben und all‘ so einen Kram, oder wenn irgendwelche technischen Fragen sind. Wir geben uns da auch Mühe. Das ist halt schön, mit einem kleinen Kreis kannst du dir dann halt auch echt Zeit nehmen. Wir haben auch gutes Feedback bekommen! Wir haben das ja jetzt schon viermal gemacht und da kam eigentlich nur sehr positives Feedback.
The Pick: Das müssen wir  dazu sagen, das haben wir auch gelesen – nicht nur die Meckereien.

Morgen hat Johannes Geburtstag. Da habt ihr ja auch einen Tag frei. Ist da eine Party im Tourbus geplant von Dortmund nach Leipzig oder macht ihr noch einen Zwischenstopp?
Niels: Wir machen tatsächlich einen Zwischenstopp und zwar in Köln. Köln ist ja nicht soo weit weg, das können wir in unsere Route einplanen und wir werden jetzt heute Abend nach Köln fahren und da ein bisschen feiern.

Wir möchten uns bei Revolverheld (insbesondere Kris & Niels) für das nette Gespräch sowie Sophia und Lutz für die Möglichkeit des Interviews bedanken!

GEWINNSPIEL
Wir verlosen 1×1 exklusives Polaroid von Kris & Niels!

Unter allen, die uns bis zum 30.03.2014, 23:59 Uhr mit dem Betreff “Revolverheld Polaroid” an win@the-pick.de mailen und uns bei Facebook ‘liken’, verlosen wir das exklusive, lustige Mini-Polaroid-Bild von den beiden Revolverhelden – gebt bitte eure vollständige Anschrift mit an.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

(c) Pressefotos: Benedikt Schnermann, (c) Interviewfotos: C. Söhnchen, (c) Polaroid: R. Bektas

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