IM TALK: Luxuslärm

Veröffentlicht: März 14, 2014 in Interviews, Neuerscheinungen, Verlosungen
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LuxuslärmAuf „Alles was du willst“ sind die Texte erwachsener geworden, Jini Meyer ist eben nicht mehr die 20-Jährige, die vor zehn Jahren mit dem Texten anfing. Der Blick ist geschärfter, der Erfahrungsschatz reicher. Meist haben die Songs autobiografische Züge, andere entstammen dem Kopfkino. Oft liefern auch Fans mit ihren Geschichten Inspiration für einen Songtext. Auf ihrem neuen Album beweisen Luxuslärm, dass es sich gelohnt hat, zu warten und nicht irgendeinen Plattendeal zu unterzeichnen – sondern eben genau DEN richtigen mit Universal Music. Die Tour startet heute, eine Woche nach Veröffentlichung des neuen Albums, in Ulm. Wir haben Luxuslärm-Frontfrau Jini Meyer ein paar Fragen gestellt – zum Album, zur Tour, zu den Fans. Und obendrauf verlosen wir noch 3 CDs und stellen euch das Album und unsere Eindrücke dazu vor!

Am 7. März war es endlich soweit. Luxuslärm haben ihr viertes Album „Alles was du willst“ veröffentlicht. Und die Scheibe lohnt sich wirklich. Rockiger Pop-Sound. Oder eben poppiger Rock-Sound. Das kann man bei Luxuslärm nicht so genau einordnen – aber das interessiert im Endeffekt auch keinen. Spaß machen muss es – und das tut es. Definitiv und in höchstem Ausmaß. Beim Hören kann man sich schon vorstellen, wie das Ganze live klingt (die „Alles was du willst“-Tour startet heute in Ulm).

Bereits im Opener „Gib‘ mir einen Grund zu bleiben“ geht’s ordentlich zur Sache. Jini Meyer, Frontfrau, schreit sich ordentlich aus. Melodisch, muss man betonen. Sofort ist die gute Laune übertragen. Man wippt im Takt und lächelt automatisch. Gute-Laune-Pop-Rock-Musik zum Mittanzen, Mitdenken und Mitlachen. „Vielleicht leb‘ ich / Vielleicht lieb‘ ich / Vielleicht sind wir beide morgen tot„. Man weiß es nicht genau. Doch eines weiß man bei Track Nummer Eins schon so gut wie sicher: das weitere Hören wird ein reines Fest und die gute Laune wird bleiben, irgendwie sind wir uns da ziemlich sicher.

Optimistisch(er) wird es direkt auf dem nächsten Track. Hier ist niemand vielleicht morgen tot. Im Gegenteil: „Es kommt ’n neuer Morgen / Es kommt ’n neuer Tag / Es ist noch nichts verloren / Denn mich hält die Hoffnung wach„. Diese positive Energie wird durch die poppige und dennoch irgendwie emotionale Melodie unterstrichen. Man ist automatisch glücklich, ob man’s nun wirklich ist oder nicht. Luxuslärms Musik macht nicht nur Lärm, sondern gibt im wahrsten Sinne des Wortes den größten Luxus, den man haben kann (nach der Gesundheit natürlich): Glück. Zufriedenheit. Innere Ruhe. Man möchte einfach nur Jinis Stimme und dem Text lauschen, den man womöglich direkt mitsingen kann, weil er einfach so ehrlich, echt und lebensnah ist. Und auch „Verschenkt“ ist so ein Lied. Kraftvoll. Musikalisch top. Elektropoprock? Vielleicht. Geiler Song? Auf jeden Fall. Mehr  davon!

Luxuslärm „Einmal im Leben“ offizielles Musikvideo:

Oh, fast. Erstmal eine ruhige Pause einlegen und eine Ballade anhören. Titel: „…, dass du bleibst“ bringt kurzzeitig ein wenig aus dem Konzept, ist gleichzeitig aber auch schön. Abwechslung nach drei rockigen Songs. Und spätestens jetzt ist klar, dass Jinis Stimme nicht nur so schön wirkt, weil ihre Jungs so großartig mit ihren Instrumenten umgehen können. (Auch wenn es für eine CD-Kritik unüblich ist, aber das muss mal gesagt und hervorgehoben werden: diese Genauigkeit und Perfektion in der Titelbennung und Rechtschreibung ist toll. Endlich mal eine deutsche Band, die nicht nur Deutsch singt, sondern auch einwandfrei Deutsch sprechen (singen) und schreiben kann. Top, stehen wir drauf!). Huch. Da wird’s auch schon wieder lauter. „Einmal im Leben“ ist die aktuelle Single und von den Worten her auch eine Dahinschmelznummer, aber dieses Mal rockiger. Irgendwie finden wir das eindeutig besser. Lärm steht der Band besser. Das beweisen sie auch mit „Regen, der nach oben fällt“ (Oh, da ist die Grammatik wieder. Ein Relativsatz mit einem Komma, wo es hingehört. So loben wir uns das. Wird in der Titelbennung leider viel zu oft vergessen/ignoriert) oder „Yeah, Yeah, Yeah (So könnte es immer sein)„. Und so könnte es immer sein. Diese Band hat es einfach drauf und wir erfreuen uns bei jedem weiteren Hören daran.

Du hältst die Zeit an“ ist eine etwas rockigere Ballade und „Nach einer wahren Geschichte“ wieder ruhiger – nur mit Pianoklängen. Sanft, zärtlich. Schön. „Durchdrehen“ war die erste Single vom neuen Album, der Vorbote auf dieses großartig gelungene Album der Band. Hier bewegen wir uns wieder mit und sind wirklich mittendrin. Das Bein wippt automatisch. Der Kopf nickt parallel dazu hin und her, wie auch bei den darauffolgendenden Tracks „Das letzte Mal“ und beim Titeltrack „Alles was du willst„. Noch einmal richtig laut wird’s bei „Weiße Fahne“ – das sind definitiv drei Songs, die wir uns live schon jetzt gut vorstellen können. Spontan könnte man sowieso keinen Song wirklich ‚aussortieren‘ und darum sind wir umso gespannter, welche Songs es auf die Setlist geschafft haben.

Lass die Leute doch erzählen“ singen Luxuslärm auf „Thelma & Louise„. Das sollen sie auch. Was auch immer sie erzählen, sollen sie doch. Wir merken nach Hören des Albums, dass Freundschaft für Luxuslärm wichtig ist. Das Miteinander. Miteinander untereinander. Diese fünf Nordrhein-Westfäler sind eine wahre Band. Das, was man sich wohl am ehesten darunter  vorstellt: füreinander da sein, miteinander schreiben und musizieren. Dass sie es bei diesem Album zum ersten Mal alle getan haben und es live eingespielt haben, das hört man. Deutlich. Es klingt alles echt. Und gut. Und wir können es kaum abwarten, die neuen Songs live zu hören. Hut ab für diese großartige Produktion – und Danke, dass ihr den Release und  die Tour verschoben habt. Wir glauben zu wissen warum.

Luxuslärm sind unser Pick des Monats – weitere Infos und Tourdaten hier.

Frontfrau Jini Meyer hat uns hier noch ein paar Fragen beantwortet, die  nach dem ersten Hören des Albums entstanden sind:

„Durchdrehen“ ist ja eine Hymne aufs Feiern, die Sau rauslassen. Wann seid ihr das letzte Mal im negativen/positiven Sinne ‚durchgedreht‘ / welche Sachen bringen euch zum ‚Durchdrehen‘?
Jini: Den Song „Durchdrehen“ feiern wir immer ordentlich mit unseren Fans beim gemeinsamen Konzert! Das ist die beste Art und Weise!

Auf welchen Song freut ihr euch live am meisten? Stellt ihr euch während des Aufnahmeprozesses manchmal vor, wie die Fans abgehen (z.B. bei „Yeah Yeah Yeah“ mitklatschen, bei „Durchdrehen“ springen) oder entstehen solche Gedanken wirklich erst auf der Bühne, wenn es soweit ist und Studio ist erstmal Studio?
Jini: Die Arrangements unserer Songs für die Live-Show werden natürlich vorher geprobt und bei den Proben entstehen dann die Ideen für Publikums-Parts. Vieles passiert bei uns aber auch einfach spontan und durch die unterschiedlichen Reaktionen des Publikums.

Luxuslärm „Durchdrehen“ offizielles Musikvideo:

„Alles was du willst“ erzählt eine persönliche Beziehungsgeschichte. Wie reagieren die „betroffenen“ Personen? Bekommt ihr da auch Feedback? Was war die beste/schlimmste Reaktion aus eurem Umfeld, wenn der-/diejenige merkt, dass es um ihn/sie geht?
Jini: Unsere Texte sind zum Teil autobiographisch und zum Teil aus Erzählungen unserer Freunde, Bekannten oder Fans entstanden. Wir versuchen der Textinterpretation viel Platz zu lassen, so dass bei vielen unserer Songs die Möglichkeit besteht, sich seine eigene Geschichte dabei vorzustellen. Und wenn dabei das Gefühl entsteht, der Song sei genau für „mich“ geschrieben worden, ist er perfekt.

Wieso habt ihr euer Album „Alles was du willst“ genannt? Was ist an diesem Titel so wichtig/besonders, dass er somit der Titeltrack ist? Ist es alles, was ihr wolltet oder ist es eine „Hoffnung“, dass es alles ist, worauf die Fans nach der VÖ-Verschiebung gewartet haben?
Jini: Mit „Alles was du willst“ haben wir uns als Band einen großen Traum verwirklicht – nämlich das Album gemeinsam „live“ im Studio einzuspielen. Alle 5 Bandmitglieder und unser Produzent Götz haben an diesem 4. Album gemeinsam gearbeitet und nicht wie vorher nur ein Team bestehend aus 3 Leuten. Deswegen war es alles was wir wollten 🙂

Habt ihr manchmal Angst, bestimmte Geschichten/Erlebnisse in die Welt zu tragen – wo ist da für euch die Grenze, wie „intim“ darf ein Song sein?
Jini: Ein Song kann nicht „intim“ genug sein, finde ich, da wieder viele Interpretationsmöglichkeiten für den Zuhörer bestehen. Man muss ja nicht ständig den Text nur auf das Leben des Sängers oder der Sängerin beschränken. Die Grenze bei uns ist der erhobene Zeigefinger- wir sind keine Band, die anderen mit ihren Texten  vorschreibt, wie sie ihr Leben zu leben haben…

Nach welchen Kriterien erstellt ihr eine Setlist für die jeweilige Tour? Bei mittlerweile vier Alben ist die Auswahl ja etwas größer. Sucht sich z.B. jeder einen Song aus, der sein Favorit ist und auf jeden Fall gespielt werden soll, oder wie läuft dieser Prozess ab?
Jini: Es gibt Songs, die wir immer spielen werden, weil sie über Jahre gewachsen sind und wir durch die Fans wissen, dass sie diese auf der Tour gerne hören möchten, so wie „1000km bis zum Meer“ oder „Leb deine Träume“ und es gibt natürlich auch persönliche Lieblinge von jedem von uns. Die Setliste muss eine Dramaturgie Luxuslärmbeinhalten und sie sollte die Band so darstellen wie sie ist- in all ihren Facetten. Dadurch, dass wir nun schon das 4. Album produziert haben, fällt die Wahl aber manchmal gar nicht so leicht 🙂

„Einmal im Leben“ – gibt es einen Moment aus eurem Leben, den ihr nochmal erleben möchtet oder habt ihr lieber einzigartige/einmalige Erinnerungen?
Jini: Natürlich gibt es Momente, an die man sich auch nach Jahren immer wie der gerne zurück erinnert. Aber viel wichtiger ist es doch, den Moment und all’ das was da noch kommt zu genießen!!

„Yeah Yeah Yeah (So könnte es immer sein“) – was ist für euch der eine Moment, der immer sein könnte?
Jini: Um ganz ehrlich zu sein, ist es für uns genau diese Zeit, die wir jetzt erleben. Wir dürfen unseren Traum leben, das ist ein großes Geschenk und wir wissen diese Zeit sehr zu schätzen – so könnte es immer sein!!

Ihr habt lange gebraucht, bis ihr den richtigen „Plattendeal“ hattet: Womit hat Universal Music euch überzeugt? Besteht euer Label „DieOpposition“ weiterhin und nehmt ihr selbst Bands unter Vertrag, von denen ihr viel haltet?
Jini: Uns war es wichtig, dass wir uns nicht verstellen müssen und dass wir Entscheidungen weiterhin treffen, aber auch mal Dinge guten Gewissens aus der Hand geben können, um uns voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. Tom Bohne von Universal Music hat uns in Gesprächen überzeugt. Unser Label besteht weiterhin, aber wir konzentrieren uns zu 100% auf Luxuslärm.

Mit Universal seid ihr jetzt auch in Berlin aktiv, z.B. habt ihr auch euer Video dort gedreht. Wie gefällt euch die Hauptstadt; könntet ihr euch sogar vorstellen, aus NRW wegzuziehen?
Jini: Berlin reizt uns natürlich schon, unser Freddy wohnt ja auch dort, aber nach Berlin zu ziehen kommt für uns nicht in Frage. Es gibt viele Städte, die einen besonderen Reiz ausüben und es ist immer wieder toll, dort hinzukommen, aber hier in NRW haben wir unsere Heimat, unseren Ruhepol und so schön es auch überall ist, am Ende kommen wir gerne wieder nach Hause.

"Alles was du willst" von Luxuslärm - seit 7. März 2014 überall!Wie habt ihr euch eurer Meinung seit „1000km bis zum Meer“ weiterentwickelt – was würdet ihr als eure persönliche, wichtigste Weiterentwicklung sehen?
Jini: Die wohl größte Entwicklung war der Schritt, dieses Album live einzuspielen. Das war ein immer mehr gereifter Traum aber auch eine große Herausforderung von und für uns und bei „Alles was Du willst“ haben wir ihn uns erfüllen dürfen. Man spürt die Live-Energie, dass die Songs leben und durch das gemeinsame Einspielen eine ganz besondere Dynamik haben.

Wie viele Titel hattet ihr insgesamt zur Auswahl und wieso haben es ausgerechnet diese 14 aufs Album geschafft? Nach welchen Kriterien habt ihr ausgewählt und wieso habt ihr die Tracklist so angeordnet?
Jini: Wir hatten 17 Songs mit dabei, aber diese 14 haben sich für uns alle richtig angefühlt. Bei jedem dieser Songs gab es diesen besonderen Moment, wenn Du spürst, dass er genau für das Album geschrieben wurde. Die anderen müssen nochmal in die Schublade und vielleicht kommen sie beim nächsten Album zum Einsatz. Die Trackliste ist dramaturgisch so angeordnet, wie wir auch ein Live-Konzert spielen würden. 

Wieso hattet ihr die Konzerte zu den Live-DVD-Aufnahmen ausgerechnet in Krefeld und nicht in eurer Heimatstadt?
Jini: Wir mögen die Location unheimlich gerne und da wir 5 aus verschiedenen Städten kommen, gibt es nicht „die Heimatstadt“, also haben wir uns für einen Club entschieden, in dem wir uns nach vielen Konzerten schon heimisch fühlen.

Rockt NRW für euch am meisten? Stellt ihr bundeslandspezifisch Unterschiede fest, wenn ihr auf Tour seid?
Jini: Natürlich gibt es regionale Unterschiede, in einigen Regionen wollen die Leute eher abgehen und feiern. Ein paar hundert Kilometer weiter konzentrieren sie sich lieber auf die Texte, aber das ist alles völlig OK und gut so, denn wenn unsere Musik berührt und die Menschen erreicht, völlig egal in welcher Art und Weise, ist es alles was wir wollen.

Eure Konzertpreise sind noch immer verhältnismäßig günstig, d.h. im Bereich von 20-30€. Viele Künstler achten da mit ansteigendem Erfolg gar nicht mehr drauf. Nutzt ihr euer Mitspracherecht da gerne, sodass die Konzerte für die Fans bezahlbar bleiben und manche vielleicht sogar auf mehrere Konzerte kommen können?
Jini: Na klar, die Eintrittspreise müssen logischerweise die Tour finanzieren, aber wir bemühen uns natürlich, dass die Preise erschwinglich bleiben. Es ist schön, wenn wir auf die Bühne kommen und im Publikum bekannte Gesichert entdecken. Wir haben sogar Lärmer dabei, die schon auf über 170 Konzerten waren – unglaublich 🙂

Vielen Dank an MCS Berlin und Jini Meyer/Luxuslärm für das Interview!

 GEWINNSPIEL
Wir verlosen 3×1 CD “Alles was du willst” von Luxuslärm!

Mailt uns einfach bis zum 23.03.2014, 23:59 Uhr unter dem Betreff “Luxuslärm CD” an win@the-pick.de und gebt bitte eure vollständige Anschrift mit an.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Luxuslärm sind unser Pick des Monats – weitere Infos und Tourdaten hier.

(c) Foto: Universal Music Germany; Ben Wolf

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