REVIEW: Daughtry | 09.03.2014 Hamburg Große Freiheit 36 + 10.03.2014 Köln Live Music Hall

Veröffentlicht: März 12, 2014 in Live-Reviews
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Daughtry live in HamburgMehr als drei Jahre nach ihren letzten Headliner-Shows hierzulande, kehrte die Band um Sänger Chris Daughtry nun für vier Konzerte nach Deutschland zurück, um ihr neues, im November 2013 erschienenes, Album „Baptized“ live vorzustellen und natürlich auch altbekannte Songs aus den erfolgreichen Vorgänger-Alben „Daughtry„, „Leave This Town“ und „Break The Spell“ zu spielen. Wir waren bei der ersten Deutschland-Show in der Großen Freiheit 36 Hamburg und einen Tag später in Köln dabei – und haben eine sympathische Band erlebt, die alles gibt – vom ersten Ton bis zum letzten Schweißtropfen, von zahlreichen Plektren bis hin zur Ersten-Reihe-Begrüßung mit einem Wahnsinnssprung.

Lange hat es gedauert, bis Daughtry wieder nach Deutschland kamen – zumindest als Headliner. 2012 supporteten sie zwar die Rock-Giganten von Nickelback auf ihrer großen Hallentour durch Europa und machten u.a. auch in Köln und Hamburg Halt, jedoch ist das natürlich kein Vergleich zu einer eigenen Tour – und dass die Fans nach so langer Live-Pause noch „heißer“ drauf sind, was die Band abliefert, das haben wir in Hamburg (09.03.14, Große Freiheit 36) und Köln (10.03.14, Live Music Hall) miterleben dürfen und möchten euch unsere Eindrücke nicht vorenthalten.

Pünktlich um 20 Uhr betraten drei Jungs im Anzug die Bühne und begannen ihre Show direkt mit einem ihrer gute Laune machenden Songs, die teilweise nicht so klingen, als würde die Band aus Österreich stammen, sondern als würde es sich um ein eingespieltes US-Trio handeln. Die Profi-Erfahrung ist eventuell auf Sänger Oliver Wimmer zurückzuführen, der die vierte Staffel von „Starmania“ („DSDS“ aus Österreich) deutlich für sich entschied und gewann – auch seine Single „Blown Away“ schaffte es auf die Pole Position der Charts.

Doch das ist lange her und nun rockt er mit seinen Bandjungs und -kumpels von Amsterdamn zu Songs wie unter anderem AmsterdamnHigher„, „Still On My Radar“ oder „Don’t You Call Me When It’s Over“ in Hamburg und Köln – als Support-Act für Daughtry. Wow! Genau dieser „Wow“-Effekt hat sich auch auf die Fans von Daughtry übertragen, die für Amsterdamn klatschen und kreischen und mit ihnen grooven (besonders ihr rockiges „Man In The Mirror„-Cover lädt zum Tanzen ein). Die Musik erinnert in manchen Songs ein wenig an Maroon5 oder Stefanie Heinzmann, guter Soul-Funk-Pop-Rock – vielleicht auch nicht zuletzt aus dem Grund, weil Olivers Stimme manchmal ein bisschen nach Adam Levine klingt. Mit einem „Ihr seid großartig – es war uns eine mega, mega Ehre!“ verabschieden sich die Österreicher, die mittlerweile in Mannheim leben und studieren, vom Publikum und bauen ihr Eqiupment selbst ab, bevor sie am Merch-Stand noch EPs für günstige 5€ verkaufen und mit ihren neu gewonnen Fans plaudern.

Um die Wartezeit für den Umbau der Hauptshow zu verkürzen, läuft im Hintergrund eine CD. An beiden Abenden die gleichen Songs: Als Aviciis Hit „Wake Me Up“ ein wenig lauter gedreht wird und komplett läuft, gehen zeitgleich auch die Lichter aus und das Daughtry-Logo leuchtet rot vom Schlagzeug aus, die Menge wird unruhiger – Alarm, Aufwachstimmung. Kurz darauf beginnt auch schon das Intro und die fünfköpfige Band läuft ein, gefolgt von Frontmann Chris Daughtry. Achtung, fertig los: die rockige Feuertaufe geht mit dem Album-Opener „Baptized“ los, das Publikum tobt und singt von Sekunde Eins an mit: Daughtry sind zurück. Und wie. Endlich. Von Null auf Hundert!

Die Fans, die seit der ersten Stunde dabei sind (und es sind hörbar viele), erfreuen sich an den alten Songs „Feels Like Tonight“ und „Crawling Back To You“ und fühlen sich dadurch zurück in 2010 versetzt, als die Band noch ohne Keyboarder Elvio Fernandes das letzte Mal als Headliner hierzulande tourte. Die Freude ist auf beiden Seiten groß – Daughtry erfreuen sich besonders in Köln am Publikum, das völlig aus dem Häuschen scheint und es kaum glauben kann, dass die Lieblingsband endlich wieder in der Stadt spielt – auch noch in derselben Location wie damals, nur gut 3 1/2 Jahre später.

Als Chris nach den ersten drei Songs sowohl in Hamburg, als auch in Köln, fragt, wer denn schon irgendwas mit dem Titel „Baptized“ auf CD, in iTunes oder wo auch immer hat, gibt es wohl kaum eine(n), der nicht „wohooo“ schreit und damit deutlich macht, dass er/sie das neue Album „Baptized“ natürlich besitzt – und somit auch den nächsten Song „Battleships“ problemlos mitsingen kann. Für Köln hat sich der Sänger übrigens was ganz Besonderes überlegt, wie er betont: „Wir machen heute mal etwas anders als bisher – ich habe euch vor 1-2 Stunden bei Twitter gefragt, welchen Song ihr hören möchtet: „Wild Heart“ oder „Broken Arrows“. Sagt nichts, denn „Wild Heart“ hat gewonnen…“ – Chris Daughtry mit einer seiner vielen Gitarren alleine auf der Bühne und die Gänsehaut setzt ein, als er „Wild Heart“ singt – nach dem Song kommt Keyboarder Elvio zurück auf die Bühne und zusammen stimmen sie dann doch noch „Broken Arrows“ an. Was für eine Stimme! Was für ein Gefühl! Und wie schön es klingt, wenn das Publikum jede Zeile kennt und mitsingt – „So gewinnt jeder“, um Chris himself zu zitieren: „Die Romantik bleibt noch ein bisschen da“ und somit bleibt es auch noch beim Duo Chris und Elvio auf der Bühne, die dem Publikum eine akustische, minimale Version von „Life After You“ bieten, bevor der Rest der Band zum Phil Collins CoverIn The Air Tonight“ wieder auf die Bühne kommt und eine Soft-Rock-Version des Mega-Hits präsentiert wird – mit einer Leidenschaft jedes einzelnen Bandmitglieds für sein Instrument; besonders zu hören in dem Instrumentalpart zum Ende. Wahnsinn.

Daughtry „Traitor“ live @ „Baptized“-Tour Stockholm:

Nach dem ruhigeren Part der gut 1 1/2-stündigen Show, liefert die US-Band natürlich auch das, wofür sie bekannt und beliebt ist: großartigen Rock! Alle Instrumente (ein Schlagzeug, ein Keyboard, zwei Gitarren und ein Bass) werden beim nächsten Track voll eingesetzt. „Gibt’s Leute, die ihr einfach nicht leiden könnt? Was würdet ihr ihnen sagen? 1, 2, 3…„, fragt das Energiebündel Chris ins Publikum, welches laut mit einem gemeinsamen „Traitor„-Schrei entgegnet – und schon kann’s losgehen: „I’m not a criminal / I’m not the villain / Yeah this is personal / A drive-by killing„, bis die Band und die Fans im Refrain gemeinsam losschreien und -rocken, was man nicht zuletzt an dem Schweiß und den hervortretenen Adern des Frontamanns erkennen kann. Mal wieder: Wow! Mit „Over You“ und „No Surprise“ wird noch ein Stückchen mit alten Songs weitergerockt, bevor „It’s Not Over“ (während des Songs schafft Chris übrigens in Hamburg den zu Beginn genannten Wahnsinnssprung – von der Bühne direkt auf den Tritt vom Absperrgitter, als würde er genau das täglich tun – und geht die komplette erste Reihe einmal ab, lässt sich betätscheln und gibt High Fives, bevor er mit einem weiteren Sprung in Nullkommanichts wieder auf der Bühne steht; in Köln macht er dasgleiche, jedoch mit einem Sprung auf eine höhere Box als Zwischenhalt) und die Radio-Hit-Single „Waiting For Superman“ dann wieder ein wenig poppiger werden und mit den wesentlich ruhigeren Songs „September“ und „Home“ dann das Konzertende eingeläutet wird. Natürlich lässt es sich die vollkommen durchgeschwitzte Band nicht nehmen, Zugaben zu spielen. Die Erfolgssingle „What About Now“ sowie die aktuelle Single „Long Live Rock & Roll“ stehen dafür bereit und beenden einen (bzw. in dem Fall zwei) großartige Abende!


Daughtry „Long Live Rock & Roll“ live @ Guitar Center:

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Band einfach eine absolute Live-Band ist. Sie gehören zwar kurz ins Studio, um die Songs aufzunehmen, allerdings merkt man den Spaß, den sie – untereinander und mit den Fans – haben, natürlich insbesondere auf der Bühne. Die Leidenschaft ihren Instrumenten gegenüber ist ebenfalls live kaum zu übersehen und zu überhören. Es ist ein Erlebnis, das jedem ans Herz zu legen ist. Die Gelegenheit haben die deutschen Fans noch am 18.03. in Böblingen sowie am 20.03. in München! Es lohnt sich wirklich definitiv, nicht nur weil man als spezielles Andenken eventuell noch eins von unzähligen Plektren, vollgeschwitzten Handtüchern oder Drumsticks mitnehmen darf – jeder bekommt auf jeden Fall ein einzigartiges Andenken: eine Wahnsinns-Rock-Live-Show, von vorne bis hinten.

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(c) Bandfoto: Amsterdamn
(c) Konzertfotos: C. Söhnchen

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