CD-CHECK: „Lions“ von William Fitzsimmons

Veröffentlicht: Februar 14, 2014 in Neuerscheinungen
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William FitzsimmonsLions„, sein bereits sechstes Album, ist eine musikalische Reflektion der persönlichen Erneuerung seit dem 2010 erschienenen „Gold In The Shadows“ – und das hört man. Jedenfalls irgendwie, zwischen den Tönen – zwischen den Zeilen. Wir haben für euch reingehört und fassen unsere Eindrücke zusammen. Zunächst möchten wir William Fitzsimmons denjenigen, die ihn noch nicht kennen, jedoch einmal vorstellen; denn auch seine Biographie ist nicht uninteressant, zumal sich seine prägenden Erlebnisse auf seinen Alben widerspiegeln – er regelrecht darüber singt, um das Erlebte zu verarbeiten. Und die ganze Welt daran teilhaben lässt, vielleicht sogar seine Zuhörer damit therapiert?

Der Reiz und Klang von William Fitzsmmons‚ Musik ist bezeichnend für seine außergewöhnliche Erziehung und Lebensgeschichte. Als Kind blinder Eltern übernahmen Klang und insbesondere die Musik einen integralen Part in der Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Eine Sammlung von Gitarren, Pianos und anderen Instrumenten war Bestandteil des Haushalts und William wurde früh die Musik von James Taylor, Joni Mitchell und Leonard Cohen nahegebracht. Nach seinem Studium arbeitetete Fitzsimmons für viele Jahre als Psychotherapeut, bevor er sich vollständig der Musik widmete – und so vielleicht die bessere Art und Weise der Therapie "Lions" von William Fitzsimmons - ab 14. Februar überall!seiner selbst fand? Zumindest kann er so noch weitere Leute an seinen Geschichten teilhaben lassen, vielleicht sogar Menschen mit ähnlichen Erlebnissen ebenfalls „therapieren“.

Bemerkenswert ist es, dass ein 35-jähriger Mann, der zahlreiche Instrumente beherrscht, seine Songs so gewaltig klingen lassen kann, obwohl sie sich eigentlich minimalistisch anhören, wie der erste Song „Well Enough“ sofort zeigt – melancholisch, ohne großes über-alles-Jammern, ruhige Stimme, wenig Gitarre. Für einen Fitzsimmons fängt das Ganze also ziemlich positiv an, ebenfalls die zweiten und dritten Nummern „Josie’s Song“ und „Brandon„. Man muss seine Art des Musizierens mögen, zumindest ein wenig Verständnis dafür haben, um es gut zu finden – oder zu erkennen, dass diese Songs etwas Positives mit sich bringen, wie er auch selbst ganz klar sagt (und hier verwenden wir bewusst den O-Ton, um die Aussagekraft zu verdeutlichen): „The people that get it. The people that really get, they hear a lot more than just, you know, some depressed bearded guy.

Wir „getten“ es. Und wirklich jeder sollte das Positive auf seiner Single-Auskopplung „Fortune“ (raus-)hören, die sicherlich weise und mit Bedacht gewählt wurde: Tanzbar. Fröhlich. Melodisch. Laut(er). Diese Adjektive könnten auch den Beginn von Track #8, „Centralia„, beschreiben. Ziemlich unruhig und gegensätzlich zu den anderen Songs, ertönt hier ein regelrechtes Kuddelmuddel, fast schrömmelig in einer Garage aufgenommen klingend, bevor nach ungefähr 36 Sekunden wieder die typische und sichere Melodie mit dieser einzigartig melancholischen Stimme erklingt: „I offer myself to you / Though I am a broken thing / A cardinal with severed wing„. Man könnte meinen, dass dieses Lied länger läuft, bevor man feststellt, dass mit „From You“ bereits der neunte Titel des Albums spielt.

Die Single „Fortune“ akustisch in der Cardinal Session:

Insgesamt 12 Songs haben es auf Fitzsimmons‘ sechstes Studioalbum geschafft, an dem Chris Walla (Gitarrist von Death Cab For Cutie sowie Produzent von u.a. Tegan And Sara, The Decemberists und The Postal Service) als Produzent mitgearbeitet hat. Ein Kunstwerk in seiner Gesamtheit – für diejenigen, die es mögen. Nicht jedem gefällt diese Singer-Songwriter-Gitarren-Jammer-Schiene, die man heutzutage wie am Laufband geliefert bekommt, so wie es früher mit Boybands der Fall war. Aber sie muss auch nicht Jedermann gefallen. Denjenigen, welchen es gefällt, werden eine starke Verbindung zu „Lions“ aufbauen – und all die anderen widmen sich lieber wieder unspezielleren Long Playern.

Abschließen möchten wir die Rezension mit einem erneuten Originalwort des Künstlers: „I honestly don’t want to say too much about the music, because the truth is if music is of any worth, it should be able to speak for itself!

Lions“ von William Fitzsimmons erscheint am 14. Februar auf CD und als Download!

Fitzsimmons begibt sich zudem zum Release mit Band auf Tour:
14.02.2014 Frankfurt Zoom
15.02.2014 Düsseldorf Zakk
16.02.2014 Hamburg Kampnagel
18.02.2014 Erlangen E-Werk
19.02.2014 Freiburg Jazzhaus
20.02.2014 Köln Gloria
21.02.2014 Bielefeld Forum
23.02.2014 Aschaffenburg Colos Saal
24.02.2014 Berlin Postbahnhof
25.02.2014 Dresden Beatpol
26.02.2014 München Feierwerk
27.02.2014 Stuttgart KJH Hallschlag
01.03.2014 Hannover Faust
03.03.2014 Kiel Pumpe
10.03.2014 Münster Skaters Palace>> Tickets gibt’s hier!

(c) Foto: Verstärker

Kommentare
  1. […] CD-Review zu “Lions” könnt ihr hier nochmal […]

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