REVIEW: Elif | 20.01.2014 Bochum, Zeche

Veröffentlicht: Januar 27, 2014 in Live-Reviews
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ELIFElif – war die nicht mal bei Popstars? Ja genau, das war sie. Allerdings ist es nun schon 5 Jahre her, seit die damals 16-Jährige an der ProSieben Casting-Show „Popstars – Du und Ich“ teilnahm. In der Zwischenzeit ist Elif nicht nur alterstechnisch sondern vor allem musikalisch gereift. Davon konnte sich die breite Masse bereits seit dem letzten Sommer überzeugen. Am 30. August 2013 veröffentlichte Elif – nach Jahren der kreativen Pause – ihr erstes, eigenes Album „Unter meiner Haut“.

Mit den 14 Tracks ist ihr eine Zeit- und Gefühlsreise sondergleichen gelungen. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte – ihre Geschichten. Denn was sie den Fans da auf die Ohren gibt, wirkt nicht zuletzt dank ihrer warmen und weichen Stimme sehr authentisch. Dass sie „echt“ ist (und deshalb erwähnen wir Popstars zu Beginn auch nur provisorisch), stellt Elif derzeit auf ihrer Headline-Tour unter Beweis. Zurzeit reist die Berlinerin mit ihrer vierköpfigen Band sowie ihrer Background-Sängerin und besten Freundin Jasmin Shakeri durch zahlreiche große Städte, scheint aber bewusst die kleineren Hallen zu wählen, um den Liedern die nötige intime Atmosphäre zu verleihen.

Wir haben die 21-Jährige in der gut besuchten Zeche in Bochum besucht und durften sie einen Abend lang beim Geschichten erzählen und Glück ausleben begleiten.

Als Support war der junge Hamburger Tom Klose mit dabei, der, mit Gitarre und Loop Panel bewaffnet, das Bochumer Publikum fleißig zum Singen animierte und mit unverkennbarer Stimme und dem ein oder anderen Gag die Stimmung entsprechend auflockerte und die Zuschauer erfolgreich animierte. Sogar bei einem kurzen Versagen der Technik, zögerte der Blondschopf nicht lang und beendete einen der Songs akustisch: „Der Song bietet sich sowieso für eine Akustik-Version an!“, lachte er, während das Publikum begeistert in die Hände klatschte und mit den Füßen stampfte.

Nach einer kurzen Umbaupause, betrat gegen 21 Uhr zuerst ihre Band und dann Elif die Bühne, die auf den ersten Blick aussah wie ein gemütliches WG-Wohnzimmer: einige Lampen mit antiquaren Schirmchen und sanft leuchtenden Glühbirnen verteilt, einen alten Teppich, Instrumente, Wasserflaschen; alles angeleuchtet von einem „ELIF„-Banner, den sie – wie sie auf Facebook und Instagram zuvor berichtete – selbst bastelte. Wie fast alles. Auch die Lampen wurden teilweise via eBay-Kleinanzeigen zusammengekauft. Freudig erzählt sie davon, ja, sie strahlt regelrecht, wenn sie erzählt und wenn sie ins Publikum schaut. Man merkt in der Tat, dass kein Konzept hinter Elif steckt, sondern dass es Elif mit allem Drum-und-dran einfach gibt.

Elif hüpft. Vor Freude. Das kann man sehen, bei jedem Song auf’s Neue. „Das ist mein eigenes Konzert. Ich kann machen, was ich will!“ – und das macht sie auch. Seien es Ergänzungen, die sie spontan zu Songtexten zudichtet, wie unter anderem am Schluss beim Lied „Feuer“ > „Ihr seid so toll zu mir, weil ihr hier seid!“ oder einfach mal von der Bühne springt und in jede Ecke der Zeche geht und somit jeder Gast die Chance hat, ihr einmal ganz nahe zu sein. Bei ihrem Mitsing-Song „200 Tage Sommer“ holt die Berliner Sängerin sogar den Fan Celina aus Dortmund auf die Bühne, tanzt und singt mit ihr zusammen, beide animieren die Zuschauer erfolgreich zum Mitmachen: „Danke. Du hast mich gerettet!„, verabschiedet Elif ihre Aushilfs-Animateurin und lebt auf der Bühne weiterhin die Liebe zu ihren Songs aus, erzählt mal lustige, mal ernstere Geschichten dazu.

Alles ist vollkommen ehrlich und persönlich. Man fühlt sich durchweg wie bei einem dieser Wohnzimmerkonzerte, nur eben in einem größeren Wohnzimmer mit mehreren Menschen – und trotzdem schafft die gefühlvolle Songschreiberin es, dass man nichts um sich herum wahrnimmt und einfach nur ihr zuhört und die Worte genießt, die sie erzählt und singt und ab und zu (automatisch) mitsingt, da man fast alles so nachempfinden kann. Mit ihrer Band spielt sie fast das komplette Album „Unter meiner Haut„, als es mit dem letzten Song „Danke“ vorerst von der Bühne geht und die „Zugaben“-Rufe prompt einsetzen: „Ich lass euch doch nicht hängen!„, kommt sie nach einem kurzen Moment zurück. Nur von ihrem Bassisten und ihrer Background-Sängerin begleitet, setzt Elif sich auf den Bühnenboden und gibt den ersten Bonus „Rosarot“ (ein Cover von Fayzen), bevor sie mit ihrer aktuellen Single „Nichts tut für immer weh“ das heutige Abendprogramm schließt und noch ein gemeinsames Foto von sich, der Band und dem Publikum machen lässt.

Ein insgesamt sehr gelungener Abend, bei dem sowohl die Künstlerin als auch die Fans auf ihre Kosten gekommen sind. Keine große Show, alles in einer sehr schönen und persönlichen Atmosphäre, viele Mitsing-Lieder und eine bestens gelaunte Elif, die ihrer Berufung endlich auch öffentlich nachgeht und ihr Talent mit Musikfans teilt. Großartig!

Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Elif Jasmin Shakeri und Gitarrist Elif Elif Elif ELIF Tom Klose Tom Klose Tom Klose Tom Klose

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